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[Film] Okja

Ich mochte ja schon Parasite von Bong Joon-ho sehr, aber Okja hat den oscarprämierten Film in meinen Augen nochmal getoppt. Dabei hatte ich keine große Lust darauf, weil „Kind freundet sich mit XY an“ nicht so mein Interesse weckt. Okja handelt von einem koreanischen Mädchen, das ein genmodifiziertes „Superschwein“ großzieht, welches von der amerikanischen Miranda Corporation zum Zwecke der Fleischgewinnung gezüchtet wurde. Zur Aufzucht schicken sie mehrere Ferkel in verschiedene Ecken der Welt, um dann nach 10 Jahren das schönste Schwein in den USA auszuzeichnen. Und damit die Massenproduktion von Superschwein-Fleisch zu beginnen.

Der Film ist schrill in seiner Darstellung der amerikanischen Mirando Corporation (großartig als deren CEO Tilda Swinton), was nur die Absurdität und Grausamkeit der ganz realen Fleischindustrie unterstreicht. Alles in allem hat man spätestens zur Mitte des Films das Gefühl, einen Film zu sehen, der einen sanft aber bestimmt in Richtung Vegetarismus drängt. Okja ist kein reales Tier. Auch wenn sie als Schwein bezeichnet wird, sieht sie eher wie ein Nilpferd aus, ihr Euter erinnert an eine Kuh und das ganze Gebahren an eine Mischung aus Kuh und Schwein, sofern man weiß, wie diese Tiere sich außerhalb von Massenhaltung verhalten: intelligent, verspielt, liebenswert. Manchmal fühlt man sich an ET oder Ein Schweinchen namens Babe erinnert. Nur um dann in rasante Actioneszenen zu geraten oder die Abgründe der Fleischindustrie.

Ein sehr toller Film, vielleicht der beste des Jahres für mich.