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[Film] Coda

Der coming-of-age Film Coda hatte 2021 seine Premiere beim Sundance Festival, wurde da von Apple gekauft und läuft auf dem hauseigenen Streaming-Service. Das sind gleich zwei Aspekte, die bisher kein Film hatte, der den u.a. Oscar für den besten Film gewann.

Coda ist die Abkürzung für ein child of deaf adult. Ruby Rossi wächst in einer Familie von Fischern auf, sie ist das einzige hörende Familienmitglied und muss deswegen oft die Rolle der Übersetzerin übernehmen. Um ihrem Schwarm näher zu sein, tritt sie dem Schulchor bei, wo der Chorleiter ihr herausragendes Talent bemerkt. Wird Ruby weiter im Geschäft ihrer Familie bleiben oder ihren eigenen Weg gehen?

Die Geschichte ist sicher nicht besonders kreativ, außer, dass Ruby eben als coda aufwächst. Gecastet wurden für ihre Eltern und ihren Bruder auch tatsächlich gehörlose Schauspieler*innen, u.a. Marlee Matlin, die ich aus der Serie Switched at Birth kenne. Es gibt viele herzige Momente, allerdings ist der Film nicht als Mitleidsnummer aufgezogen. Die Eltern sind ein lustiges – für einen Teenager sicher peinliches – Paar, die einerseits ihre Tochter für ihr Geschäft brauchen und andererseits nicht wollen, dass sie einem Traum als Sängerin hinterher rennt und „nichts ordentlich“ lernt. Der ältere Bruder ist leicht genervt von der Sonderrolle seiner Schwester und möchte mehr Verantwortung in dem Familiengeschäft.

Coda ist ein schöner Film, wenn man Lust auf coming-of-age mit einem guten Cast und ohne glattgebügelte Vorstadtidylle hat, kann ich allen Fans des Genres empfehlen, auch wenn ich den Film jetzt nicht unbedingt zum Best Picture gewählt hätte.

(Ich mag Apple ja überhaupt nicht, aber hab da doch einiges entdeckt, was ich gerne sehen würde – so im Gegensatz zu Disney oder Sky.)