Die Geheimnisse der Tinkerfarm
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- Veröffentlicht am Freitag, 17. Februar 2012 10:00
Autor: Tad Williams, Deborah Beale
VÖ: August 2011, USA (September 2011, D'land)
Reihe: Ordinary Farm Series Band 2 (Tinker Farm Reihe)
Taschenbuchausgabe: 430 Seiten
Stichwörter: Young Adult, Urban Fantasy, Abenteuer
Ein Sammelsurium an Wunderlichkeiten verpackt in eine spannende Erzählung!
Die Geschwister Tyler und Lucinda Jenkins verbringen nun ihren zweiten Sommer auf der mysteriösen Tinkerfarm von ihrem Onkel Gideon. Seit letztem Jahr hat sich einiges verändert, mehrere Elektrozäune und Sicherheitskameras sollen das Grundstück sowie seine wunderlichen Einwohner vor ungewünschten Besuchern bewahren.
Lucinda verbringt den Sommer damit, ihre Bindung zu der kleinen Drachin Desta aufzubauen, während Tyler seinen Nachforschungen bezüglich Gideons verschollener Frau Grace sowie der Verwerfungsspalte, einer Art Riss im Raum-Zeit-Gefüge, nachgeht. Alles nimmt seinen gewohnten Lauf, bis der Farmherr Gideon eines Tages verschollen geht. Kurioserweise kurz nachdem die Jenkins Kinder erfahren haben, dass sie die Farm erben sollen. Bekanntlich brachte die Hexe Patience Needle nie große Sympathien den Kindern entgegen, hat sie etwas mit Gideons verschwinden zu tun, will sie sich so die Farm unter den Nagel reißen?
Aufbau: Sehr schön fand ich, wie zu Beginn der Erzählung nochmal die Ereignisse aus dem ersten Band indirekt zusammengefasst wurden und es kleine erklärende Erinnerungshilfen zu den Charakteren gab. So konnte ich mich recht schnell wieder an das bisherige Geschehen erinnern und brauchte keine extra Zusammenfassung. Die Erzählung wird abwechselnd aus Tylers und Lucindas Sicht erzählt, als auch ab und zu aus der Perspektive von Colin Needle, Sohn der Hexe Needle. Ganz anders als bei den "Solo-Werken" von Tad Williams hat man hier keine lange und detaillierten Erzählungen, verbleibt nicht über eine längere Periode bei einem Charakter, sondern hat eine flott voranschreitende Handlung. Besonders zum Schluss hin wurde es so spannend, dass ich kaum das Buch weglegen konnte. Was ziemlich selten bei mir passiert.
Wertung: Zunächst einmal möchte ich (wie beim ersten Teil) die hochwertige Buchgestaltung loben. Der Schutzumschlag ist sehr stabil und zeigt auf dem schönen Cover Tyler, wie er gerade in dem Nest vom Drachen Alamu nach etwas sucht. Die Erzählung empfand ich als spannend, abwechslungsreich und nicht ganz so vorhersehbar wie ich es noch kurz vor Schluss vermutet hatte. Sehr erfreulich ist auch, dass eine übergreifende Handlung etabliert wurde, sodass die Reihe nicht auf ein Muster á la "ein abgeschlossener Fall pro Sommerferien" zurückgreift. Ebenso neigen zweite Teile einer längere Reihe oft dazu, das sie letztendlich primär dem Handlungsaufbau und der Spannungsteigerung zum Finale dienen. Dies emfpand ich hier nicht, die eigene Handlung war zentraler Punkt, während quasi im Hintergrund der große rote Faden weitergesponnen wurde. Was hat es mit Gideons verschollener Frau Grace auf sich, ist sie irgendwo im Raum-Zeit-Gefüge zu finden? Und was verbindet die Tinkerfarm mit Forschungen in Madagaskar? Ist Patience Needle wirklich nur darauf erpicht, die Farm an sich zu reißen oder steckt mehr hinter ihren Plänen? Fragen über Fragen, ich erwarte wohl genauso sehnsüchtig wie die Jenkinskinder die nächsten Sommerferien, die sie auf der Tinkerfarm verbringen können.
Tad Williams "light" für alle Fans, die sich eine flottere Erzählung wünschen, sowie auch für Freunde von urban fantasy empfehlenswert. 4,5 Sterne von mir!
Noch ein kleiner Hinweis: Dies ist kein Kinderbuch. Einige Szenen sind brutal, andere Stellen, zb. mit der Verwerfungsspalte, wahrscheinlich zu unverständlich. Ich würde die "Geheimnisse der Tinkerfarm" so ab 12 Jahren empfehlen.
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag! Eine Leseprobe zum 1.Band gibt es hier.
The Warded Man
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- Veröffentlicht am Donnerstag, 09. Februar 2012 08:32
Deutscher Titel: Das Lied der Dunkelheit
VÖ: März 2009, USA (September 2011, D'land)
Reihe: Demon Trilogy, Band 1
Taschenbuchausgabe: 544 Seiten
Stichwörter: Fantasy, Dämonen, Coming of Age, Magie
Inhalt: Die Welt lebt in Schrecken vor den sogenannten "Corelings", Dämonen, die bei Dunkelheit aus dem Erdkern aussteigen und Jagd auf Menschen machen. Sie scheinen unbesiegbar und lassen sich nur mit magischen Siegeln aufhalten. Mit jenen können Schutzkreise gebildet werden, die die Corelings nicht betreten können. So sind die Menschen Nacht für Nacht ihn ihren Häusern eingesperrt, während fleischhungrige Dämonen versuchen die Schutzkreise zu brechen...
Der Leser begleitet drei Kinder auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden. Gemeinsam ist ihnen eine traumatische Kindheitserinnerung. Arlen musste mit ansehen, wie seine Mutter von Dämonen angegriffen wurde, während sein Vater tatenlos im Schutzkreis zuschaute. Arlen lief davon, schloss sich dem Kurier Ragen an und landete schließlich in der großen Stadt Miln. Dort fand er einen Ausbildungsplatz als Siegelzeichner, mit seinem natürlichen Zeichentalent schon anderen Auszubildenden um Jahre vorraus. Doch sein eigentliches Ziel war eins: Kurier werden, frei sein und irgendwie gegen die Dämonen kämpfen. Rache nehmen.
Leesha wächst ebenso wie Arlen in einer kleinen Siedlung auf. Eigentlich ist sie dem aufbrausenden Dorfjungen Gared versprochen. Dieser überfällt sie eines Nachts, sie weist ihn ab und doch hat sie am nächsten Tag ihren Ruf verloren, da Gared von ihrem angeblichen vorehlichen Sex berichtet hat. Da wird sie eines Tages unfreiwillig zur Helferin von Bruna, der Kräuterfrau und dank ihres natürlichen Talentes auch zu ihrem Lehrling. Und ihr Wunsch Gared zu heiraten und Kinder zu bekommen schwindet weiter.
Rojer verliert als Kind seine Eltern bei einem Dämonenangriff und landet so bei Arlick, einem Jongleur. Pech nur für Rojer, dass ein Dämon zwei seiner Finger abgebissen hat und er so des Jonglierens unfähig ist. Allerdings entdeckt er die Geige für sich und damit ungeahnte, magische Kräfte...
Aufbau: Die Erzählungen wechseln sich ab, wobei ich das Gefühl hatte, dass man von Rojer am wenigstens liest und von Arlen am meisten. Letzterer nimmt aber auch den zentralsten Punkt der Geschichte ein. Wie zu erwarten kreuzen sich gegen Ende des Buches die Wege der drei mittlerweile erwachsenen Protagonisten. Durch den alternierende Erzählstil bleibt die Geschichte jedenfalls spannend und bietet Abwechslung durch die drei Erzählungen.
Fazit: Irgendwie scheint es mir, als ob man hier einen langen Prolog zu lesen bekommt. Die Kindheitsgeschichten sind sicherlich interessant, durch die Lücke von etwa 7 Jahren ist der Leser aber auch nicht zu sehr mit dem Aufwachsen beschäftigt. Das Zusammentreffen der Charaktere ist etwas willkürlich, aber was soll's, irgendwie muss die Gruppe ja zueinander finden.
Ich fand den Charakter von Leesha etwas verwirrend. Jahrelang ist sie dem Sex abgeneigt, bis dann plötzlich ein Mann in ihr Leben tritt, mit dem es gar nicht schnell genug gehen kann.
Die Gruppenkonstellation gefällt mir ganz gut, ich bin gespannt wie es mit ihnen weiter geht. Und hoffe, dass auf ein Liebesdreieck verzichtet wird...
Ingesamt doch gut gemacht, besonders die Idee mit der Siegelmagie und den Erdkern-Dämonen, welche es noch in verschiedenen Arten gibt...Winddämonen, Holzdämonen, Feuerdämonen,....
Auffällig ist, wie wenig der Adel in der Erzählung vertreten ist, es geht wirklich um den einfachen Mann/die einfache Frau, die sich nicht mehr von dem Fluch der Corelings unterdrücken lassen wollen.

Übersetzung: Ich habe mit dem Buch als deutsche Übersetzung von Ingrid Herrmann-Nytko angefangen, aber war schon nach einigen Seiten ziemlich frustriert. Die Sprache war einfach nur katastrophal, entweder vulgär-locker oder hochgestochen, mit Kindern die wie 80-jährige Greise sprachen und die Erwachsenen mit dem "Du" anredeteb. Irgendwann hat es mir dann gar keinen Spaß mehr gemacht, vor allem weil ich die Vulgärsprache als sehr unpassend empfand. Also habe ich mir das Original besorgt und siehe da: die Vulgärsprache fehlt und das Kind Arlen redet auch vollkommen normal. Eine Sexszene war sogar weniger detailliert beschreiben als in der Übersetzung.
Für eine gute Übersetzung gilt: Der Sprachstil (vulgär, hochgestochen, normal) sollte so weit es geht beibehalten werden und erst recht nicht wie hier so verändert werden, indem man auch die Erzählugn dadurch verändert. Hätte mir fast das Buch verdorben.


