[Film] Enough Said

Ich bin zufällig auf Disney+ über diesen Film aus 2013 von Nicole Holofcener gestolpert. Eine romantische Komödie mit Julia Louis-Dreyfus (Seinfeld) und James Gandolfini (Sopranos)? Das klang interessant. Und es ist tatschlich Gandolfinis letzter Film, noch vor Veröffentlichung ist er leider viel zu früh an einem Herzinfarkt verstorben.

Worum geht’s? Eva und Albert lernen sich auf einer Party kennen, sie sind beide schon länger geschieden und deren Töchter stehen kurz davor das Haus zu verlassen. Die beiden lernen sich besser kennen, doch natürlich gibt es da einen Haken…

Ich mag ja schon Serien mit „älteren“ Leuten, weil die meiner Lebensrealität mehr entsprechen als irgendwie Twens mit abgedrehtem Lifestyle und genauso ist es mit diesem Film. Die Datingphase von Eva und Albert verläuft herrlich normal, ohne Rosenblüten und grand gestures, die beiden Hauptdarsteller*innen liefern dabei eine tolle Performance ab, insbesondere Gandolfini, den man vor allem als bulligen, sexistischen Mafiboss Tony Soprano kennt. Alles fühlt sich einfach so normal und realistisch an, was mal eine nette Abwechslung bei dem Genre ist.

Enough Said („Genug gesagt“) ist ein schöner, humorvoller Film, ideal, wenn man auf der Suche nach etwas leichtem ist. Kann ich nur empfehlen.

[Film] A Monster Calls

A Monster Calls ist ein Film von 2016 und basiert auf dem gleichnamigen Fantasy-Roman von Patrick Ness bzw. von Siobhan Dowd, die die Geschichte entwarf, aber leider an Brustkrebs verstarb. Von dem Film hatte ich vorher nie gehört, was mich im Nachhinein verwundert, da er großartig ist.

Der Film handelt von dem 12-jährigen Connor, dessen Mutter schwer krank ist. Eines Nachts freundet Connor sich mit einem Monster (gesprochen von Liam Neeson) an, das ihm Geschichten erzählen möchte und irgendwann Connors eigene Geschichte hören will.

A Monster Calls handelt vom Sterben, Wut und Trauer und arbeitet die Themen mit visuell ansprechenden Artwork auf. Besonders gut gefallen hat mir, dass Tabus angesprochen und sensibel aufgelöst werden. Es ist ein runder, gelungener Film, den ihr euch anschauen solltet.

[Film] Tenet

Laut eigener Aussage arbeitete der Regiesseur und Drehbuchschreiber Christopher Nolan über ein Jahrzehnt an der Idee zu Tenet, dessen Story darauf basiert, dass Reisen rückwärts durch die Zeit möglich sind. Ohne diese Besonderheit wäre der Film ein stinklangweiliger 0815 Actionfilm mit spektakulären Bildern, und für viele Zuschauer*innen wird er das trotz Zeitreisen auch sein. Die Geschichte ist schnell erzählt: ein CIA Agent muss die Welt vor der Zerstörung durch einen russischen Bösewicht bewahren.

Ich war enttäuscht vom Cast, da ich von John David Washington (BlackKklansman) und Robert Pattinson (Der Leuchtturm) bessere Performances gesehen habe, ihre Charaktere sind flach und nuscheln sich leise durch die Story. Für Elizabeth Debicki blieb nur die Rolle der Damsel in Distress, die die Hälfte des Films panisch rumsteht.

Ich bin sehr gespalten, was den Film betrifft. Die Idee hat mir richtig gut gefallen. Die Umsetzung fand ich nicht ganz gelungen. Der Film war anfangs viel zu verwirrend und hatte seltsame Schnitte und Sprünge, die nichts mit dem Zeitreiseaspekt zu tun hatten. Es wirkte so als ob Nolan die ihm lästige Story schnell abarbeiten wollte, um zu den ausufernden Actionszenen zu kommen. Der „Twist“ war gut, eigentlich müsste man den Film (genauso wie zB. Nolans Memento) ein zweites Mal schauen, aber bei der Filmlänge habe ich dazu wenig Lust.

Man kann Tenet gucken, wenn man Lust auf opulente Actionenszenen hat, oder weil man sich für den Zeitreiseaspekt interessiert, man verpasst aber auch nichts, wenn man die 2,5 Stunden woanders investiert.