[Spiel] Exit – Die Grabkammer des Pharao

Was kann denn so dieses Kennerspiel des Jahres 2017, was eigentlich eine ganze Reihe ist und so sehr gehypt wird? Auf der Spielmesse haben wir „Die Grabkammer des Pharao“ mitgenommen, bei Nicht-Gefallen würde es ja sowieso nach dem ersten Durchspielen im Müll landen und keinen Regalplatz wegnehmen. Nicht bedacht hatten wir, dass die Spiele unterschiedliche Level haben und wir eins für „Profis“ eingetütet hatten…

Die Exit Spiele sind eine Zuhause-Variante von den immer beliebter werdenden Escape Rooms. Allein in Köln gibt es mehrere davon. Ich war in keinem und hab keine Interesse daran, also kann ich nicht sagen, wie gut die Zuhause-Variante im Vergleich ist.

Die Spielerinnen sind in einer Grabkammer gefangen und müssen entkommen, so schnell wie möglich. 1 bis 4 Leute können mitmachen, wobei es schon bei 3 bis 4 Personen schwierig ist gemeinsam über dem winzigen Material zu rätseln. Der Eingangstext war ganz nett geschrieben, leider war im weiteren Verlauf das Thema fast egal, einige Rätsel passten gar nicht dazu und es gab keine Flufftexte. Das war ziemlich enttäuschend.

Die Mechanik des Spiels ist wirklich gut gemacht, man kann das Rätselergebnis mithilfe einer Zahlen-Drehscheibe und einem Kartenstapel überprüfen, ohne bei einem eventuell falschen Ergebnis gespoilert zu werden. Es gibt für jedes Rätsel Hinweiskarten unterschiedlicher Stufen. Mit den Rätseln an sich hatten wir keine Probleme, allerdings mit dem Micromanagement, wenn alle Spieler sich an den Kartenstapeln bedienen. So hatten wir einmal anstatt Rätselkarte O die Rätselkarte U gezogen und kamen dementsprechend nicht weiter. Wir mussten alle Schritte zurückverfolgen. Ein anderes Mal standen wir in einer Sackgasse, weil wir ein Rätsel gelöst hatten, dass wir zu dem Zeitpunkt noch nicht hätten lösen dürfen. Wie das passieren konnte ist uns schleierhaft. Das raubte ziemlich den Spielspaß, daher sollte eine Person den Spielleiter übernehmen.

Die Rätsel selbst waren ok, zum Schluss hin pfiffig. Allerdings liefen sie mir zu oft nach dem Muster „Errate, was die Erfinder der Rätsel hier von dir wollen“ ab. Deswegen gibt es wohl den Schwierigkeitsgrad bei der Exit-Reihe, damit man sich langsam an die Art der Erfinder gewöhnt und weiß, was diese erwarten.

Fazit: Mit einem „Kennerspiel“ hat die Exit-Reihe mal so gar nichts zu tun. Exit erinnert mich eher an Rätselmagazine aus meiner Kindheit und weniger an ein richtiges Gesellschaftsspiel. Selbst auf Profi-Niveau sind die Rätsel an sich sehr einfach. Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin zu wissen, ob man schon alle Hinweise für ein Rätsel hat oder nicht, ergo die Reihenfolge, in der die Rätsel gelöst werden sollen, herauszufinden. Das empfand ich als unbefriedigend. Für 10 Euro kann man mal so eine Box ausprobieren, aber für mich hat es sich damit auch erledigt mit der Reihe.

 

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