[Serie] Colony

Die ersten zwei Staffeln von Colony gibt es seit einiger Zeit auf Netflix zu sehen, die Serie läuft bereits seit 2016 im US- Fernsehen. Die Prämisse: Außerirdische habe die Erde angegriffen, die Herrschaft übernommen und halten die Menschen nun in eingemauerten Kolonien, darunter den Handlungsort der Serie Los Angeles. Ich erwartete etwas auf dem Niveau von eher trashigen Sci-Fi-Serien wie Under the Dome, Terra Nova oder Falling Skies. Tatsächlich ist Colony aber besser und überraschend klug aufgemacht. Eine dritte Staffel ist auch schon bestellt.

Die Serie dreht sich um die Geschichte der Familie Bowman. Will (Josh Holloway, bekannt als Sawyer aus Lost) war früher Headhunter beim FBI. Katie (Sarah Wayne Callies, bekannt als Lori aus The Walking Dead) war Barbesitzerin. Die Familie hat das sogenannte Arrival, also die Ankunft bzw. Zerstörung der Außerirdischen überlebt und lebt nun von Mauern eingekesselt in Los Angeles. Während des Arrivals wurde jedoch der mittlere Sohn Charlie von der Familie getrennt, was für anhaltende Spannungen sorgt. Übrig bleiben der ältere Sohn Bram und die kleine Gracie. Außerdem lebt Katies Schwester Maddie mit ihrem Sohn bei den Bowmans. Während Will eine Stelle bei der neuen Regierung antritt, bandelt Katie mit dem Widerstand an.

Colony hat fast eine klassische dystopische Storyline: die Protagonisten kämpfen gegen einen unterdrückende, undemokratische Regierung. Diese klassische Storyline wird aber dadurch aufgebrochen, dass über der Regierung eine weitere Instanz steht: die Aliens, die schon früh ihre technologische und zerstörerische Überlegenheit zeigten. Nun gibt es zwei mögliche Reaktionen: sich dem Widerstand anschließen, das Leben Unbeteiligter aufs Spiel setzen und hoffen, die Aliens doch irgendwie besiegen zu können. Oder sich den Aliens fügen, auf ihr Wohlwollen hoffen und so vielleicht Menschenleben zu retten. Die Serie schafft es sehr gut, diese Alternativen gegeneinander aufzuwiegen, ohne eine Seite zu präferieren. Die Zuschauerinnen sollen sich selbst ein Bild machen, wie sie in der Situation agieren würden. Trotzdem ist die Serie nicht übermäßig komplex und taugt gut zur Feierabendunterhaltung. (Zumindest hat man den Eindruck, wenn man parallel dazu die zweite Staffel von Westworld guckt.)

Fazit: Einige Schwachpunkte gibt es bei Colony, da wäre zum einem die Fragen nach dem Motiv der Aliens (wieso Menschen in Kolonien halten, wenn die Aliens technisch so weit fortgeschritten sind, also eigentlich die nötigen Ressourcen haben müssten?). Zum anderen Häufen sich glückliche Zufälle für die Protagonisten. Man sollte auch keine tiefgründigen Charaktere oder Gesellschaftsstudien erwarten. Aber das schadet der Unterhaltung nicht. Colony spielt zwar nicht in der Champions League der Sci-Fi-Serien, ist aber doch überraschend gut gemacht und kann Sci-Fi-Fans ans Herz gelegt werden.

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