[Serie] Disenchantment

Groß war die Freude als angekündigt würde, dass es bald eine neue Serie von Matt Groening, Schöpfer von The Simpsons und Futurama, gibt. Die Simpsons verfolge ich mittlerweile nur sporadisch, sie haben schon lange ihren Zenit überschritten und sind nicht mehr so bissig wie früher. Da gefällt mir als Gesamtwerk Futurama schon viel besser, was natürlich auch am Setting liegt. Dies ist bei Disenchantment wieder ganz anders: die Serie spielt in einem Fantasy-Mittelalter bzw. genauer gesagt in einer Märchenwelt.

Während bei den Simpsons nach jeder Folge ein Reset statt findet und die Welt sich auf Dauer wenig verändert (Ausnahmen bilden z.B. Todesfälle), gab es bei Futurama Ansätze einer durchgehenden Geschichte mit Frys Zeitreise und dem will they won’t they zwischen Fry und Leela. Bei Disenchantment ist nun komplett weg vom Reset und wir haben eine Geschichte, die in jeder Folge voran getrieben wird.

Worum geht’s? Zunächst um eine klassische Geschichte, die zumindest in den ersten Folgen noch für viel Langeweile sorgt: Prinzessin Bean soll heiraten, möchte aber nicht und versucht der Hochzeit zu entgehen. Erfrischend ist, dass sie dabei dem kleinen Dämonen Luci und dem naiven Elf namens Elfo (nicht der tolkien’schen Art, sondern die kleine Weihnachtsvariante) begleitet wird. Außerdem ist Bean mit ihrer Säuferei und ihrem Rabaukentum eine ungewöhnliche Prinzessin, die etwas von Futuramas Bender hat, aber eine ähnliche Identitätssuche wie Lisa Simpson erlebt. Leider wirken die Charaktere trotz ihrer interessanten Konzeption zu beliebig und leblos.

Die Serie versucht, an den Humor ihrer Vorgänger anzuknüpfen, Situationskomik, Brechen von Erwartungen und viel viel platter Humor, der teilweise auch noch erklärt wird. Hinzu kommt eine große Portion an Blut und Gewalt, andersherum empfand ich die Serie trotzdem als viel seichter als seine Vorgänger. Mir fehlt der Biss, mir fehlt der feine Humor und der Witz, der nicht auf dem Silbertablett präsentiert wird. Gut fasst das Problem die Review von Quotenmeter zusammen:

So vollzieht «Disenchantment» wie alle Vorgängerwerke des Cartoon-Genies den Spagat zwischen manchmal anzüglicher, immer anspielungsreicher Erwachsenenunterhaltung und quietschbunt-witzigem Kinderspaß. Doch an die große Unterhaltungsleistung der «Simpsons», nämlich die Kunst, alle Zuschauer – auf verschiedenen Ebenen – unabhängig von ihrem Grad an Sophistication anzusprechen, kann sie nicht im Ansatz heranreichen.

Disenchantment ist nicht schlecht, die Serie wird mit jeder Folge besser und ist insbesondere in den letzten Folgen von der Erzählung her überraschend. Aber dafür, dass es eine Comedy sein soll, lacht man doch erstaunlich wenig. Immerhin ist Disenchantment aber ein guter Lückenfüller zwischen Reruns älterer Sitcoms und dem Warten auf bessere Animations-Serien wie Bojack Horseman oder Aggretsuko.

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