[Buch] Children of Blood and Bone (Legacy of Orïsha #1)

Puh, mit diesem Buch hatte ich ziemliche Probleme. Der Roman der US-Autorin Tomi Adeyemi gehört zum Genre fantasy young adult und erlebte wohl schon im Vorfeld einen ziemlichen Hype. Ich lese so gut wie gar nichts aus dem Genre, aber da ich das Cover ansprechend fand und eine interessante Rezension dazu gelesen hatte, landete das Erstlingswerk der Autorin auf meinem Kindle. Ich muss sagen, dass mir schon fast die Lust abhanden kam als vor dem Beginn der Erzählung alle Magier-„Stämme“ stichwortartig vorgestellt wurden. Wieso steht das nicht im Nachwort, muss ich das alles vor der Lektüre wissen? Nein, zum Glück nicht. Alles in allem entpuppte sich Children of Blood and Bone als einfache Erzählung mit wenig komplexen Magiesystem.

Die Welt von Children of Blood and Bone spielt in dem fiktiven westafrikanischen Land Orïsha. Die Eltern der Autorin sind aus Nigeria in die USA eingewandert, für ihren Roman ließ sie sich von der Kultur und Religion der in Nigeria ansässigen Yoruba inspirieren. Wie ich gelesen habe, ist ein westafrikanisches Setting für einen young adult Roman ein Novum, eine schwarze Heldin oder ein schwarzer Held waren lange hinfällig und die liefert der Jugendroman. Auch beschäftigt er sich indirekt mit der Black Lives Matter Bewegung, weil hier Menschen aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe Rassismus erfahren.

Worum geht’s? Vor 11 Jahren gab es noch Magie in Orïsha. Doch der König ließ alle Magie verschwinden und befahl einen Genozid an allen Magierinnen und Magiern (den Maji). Da die Magie sich erst im Teenager-Alter manifestiert, wurden die Kinder verschont. Zélies Mutter ist bei diesem Genozid ums Leben gekommen. Mit ihren weißen Haaren ist Zélie gebrandmarkt als Kind einer Magierin, wird als „Maggot“ beschimpft. Der andere Hauptcharakter ist die Prinzessin Amari, die Tochter des Königs. Sie leidet unter ihrem Vater und kann seinem Hass nicht mehr Stand halten. Die Mädchen schließen sich zusammen und wollen die Magie nach Orïsha zurück bringen. Gejagt werden sie dabei von Amaris Bruder Inan, der im Auftrag seines Vaters die beiden aufhalten soll.

Ich muss sagen, dass ich von Children of Blood and Bone sehr enttäuscht war. Unter dem interessanten Setting verbirgt sich eine wenig kreative Geschichte. Die Mädchen gehen von Ort X nach Ort Y, sammeln magische Gegenstände ein, Inan läuft hinterher. Zwischendurch passiert eine Liebesgeschichte, die leider wie in so vielen Jugendromanen auf toxischen Mustern basiert. Das fand ich sehr schade, weil Zélie und Amari sonst relativ empowernd geschrieben sind. Leider fand ich das world building auch sehr leblos und oberflächlich, hier und da ein paar Götternamen, mehr nicht.

Fazit: Ich habe wenig aus dem Genre gelesen, daher kann ich nicht beurteilen, ob die Schlichtheit der Geschichte so normal ist. The Hunger Games oder die Arkadien-Reihe fand ich da um ein vielfaches besser geschrieben. Vielleicht entwickelt sich die Reihe noch zum Besseren, das Finale mit Cliffhanger hat Potenzial. Da ich aber schon im ersten Band die Seiten mehr überflogen als genossen habe, gibt es für mich wohl keine Fortsetzung.

 

 

 

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