[Buch] The long way to a small, angry planet

Von dem 2014 erschienenen Buch The long way to a small, angry planet von Becky Chambers habe ich erfahren, als neulich der dritte Teil der dazugehörigen Reihe Wayfarers erschien und einige in meiner Twitter Timeline ihn sich freudig kauften. Ich war sofort verliebt in die Cover der Reihe. The long way to a small, angry planet gibt es derzeit für ein paar Euro als Kindleausgabe, da habe ich direkt zugeschlagen und ihr solltet es auch tun. Das Buch gehört zu der Reihe Wayfarers, die einzelnen Teile handeln aber von anderen Charakteren und Geschichten.

Nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, hier etwas ähnliches wie Firefly oder The Expanse vor mir zu haben: wir begleiten eine diverse und liebenswerte Crew auf einem kleinen Raumschiff. Rosemary ist Mensch und kommt vom Mars. Sie ist die neue „Verwaltungsangestellte“ auf der Wayfarer. Das ramponierte Schiff bohrt Wurmlöcher durch das Weltall und stabilisiert diese an den Ausgängen. Man lernt zusammen mit Rosemary die Crew kennen, die neben Menschen auch aus anderen Spezies und einer AI besteht. Die Wayfarer hat Glück und zieht einen großen Auftrag an Land. Einziger Nachteil:  sie müssen sich auf eine relativ lange Reise zu einem entfernten System begeben.

Nach der Hälfte des Buches habe ich noch immer darauf gewartet, dass die eigentliche Geschichte einsetzt. Wir lernen nach und nach die Crew besser kennen und es gibt kleinere Abenteuer. Aber diese Abenteuer führen nicht zu einem größeren Konflikt. Nicht falsch verstehen, ich fand es toll die Galaxis mit der Crew zu erkunden und die unterschiedlichen Spezies besser kennenzulernen. Aber im Vergleich zu meinen vorherigen Space Sci-Fi-Büchern war die Art der Erzählung ungewöhnlich:

The book’s not so much about a thing that happens; it’s a slice out of these peoples’ lives. I went with a title that I felt reflected a span of time, rather than a central conflict. (Becky Chambers im Interview mit thebookseller.com)

Bei Chambers sind die meisten Aliens (bzw. in ihrer Welt Sentients genannt) humanoid oder unserer Tierwelt ähnlich. Der Pilot sah in meinem Kopf wie ein Faultier aus. Ich fand es schön, dass im Buch diese Ähnlichkeiten  angesprochen wurden. Einerseits suchen Menschen nun mal immer unbewusst nach Ähnlichkeiten, selbst wenn keine Verwandtschaft nachweisbar ist, andererseits scheint das Universum zumindest einen grundlegenden Bauplan für alles Leben zu haben. Wieso und wie dieser exakt aussieht, das weiß keiner der Sentients. Endlich ein Sci-Fi-Buch, das zumindest in Ansätzen die Frage nach der Ähnlichkeit diskutiert!

Auch schön: Das Buch beschäftigt sich mit diversen Themen wie Klonen, künstliche Intelligenz, Genmanipulation, Pazifismus, Familie, Gender. Jedes Kapitel hat einen anderen Aufhänger und präsentiert oft mehrere Positionen, um sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Fazit: The long way to a small, angry planet ist tatsächlich wie Firefly oder The Expanse, nur etwas leichter und um ein vielfaches fokussierter auf die Crew. Klar, die Galaxis ist kein luftleerer Raum…äh im metaphorischen Sinne…da passieren politische, weltbewegende Dinge, die auch mit der Crew zu tun haben. Aber die eigentliche Geschichte handelt von dieser Truppe. Die Lektüre war eine schöne Abwechslung und auch ein großes Stück „Wohlfühlliteratur“. Ich kenne die alten Star Trek-Serien nicht, aber es kommt schon an das heran, was Fans davon berichten. Und schließlich ist Jean-Luc Picard auch Chambers Lieblingscharakter, siehe das oben verlinkte Interview.

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