[Serie] Haunting of Hill House

Die Netflix-Serie Haunting of Hill House basiert lose auf dem gleichenamigen Roman von Shirley Jackson von 1959. Es handelt sich um eine abgeschlossene Mini-Serie, wobei Fortsetzungen im ähnlichen Stil nicht komplett ausgeschlossen sind. Die Serie handelt von der Familie Crain, das sind Mutter Olivia, Vater Hugh und ihre fünf Kinder, die in den 90ern in ein altes Anwesen ziehen, um es über den Sommer zu renovieren und dann lukrativ zu verkaufen. Doch schnell werden die Kinder von Geistern heimgesucht und der Sommer endet tragisch. Die Handlung springt zwischen den 90ern und der Gegenwart hin und her und beleuchtet, wie der Spuk die Kinder dauerhaft beeinflusst hat.

Die Serie fängt vielversprechend an. Ich fand sowohl die Rollen der Kinder als auch die der Erwachsenen gut besetzt. Es störte mich nicht, dass die Serie weniger Horror war und mehr psychologisches Familiendrama. Wobei auch die Horrorelemente nicht zu verachten sind, es gab ein paar Jumpscares sowie auch einige Szenen, wo die Geister nicht auf den ersten Blick sichtbar waren. Das hat mir wirklich gut gefallen. Mein Highlight war die Staffelmitte, die sich mit der jüngsten Tochter Nellie und ihren Geistererfahrungen befasste. Da dachte ich: wow, die Serie wird eine echt coole, durchdachte Auflösung haben.

Und dann kamen die letzten Folgen. Nope nope nope. Ich fand die Auflösung furchtbar schlecht, sie wurde den ersten tollen  Folgen überhaupt nicht gerecht, hatte eine äußerst fragwürdige Botschaft und passt auch vom Stil her so gar nicht zum Rest. Noch dazu blieben die meisten Geister eine Randerzählung. Einfach nur schade, dass man hier kein rundes Ende wählte, sondern die Geschichte in so ein bescheuertes Ende führte.

Empfehlenswert? Die ersten Folgen waren wirklich vielversprechend, unterhaltend und gruselig. Allerdings wurde es dann zum Schluß hin immer frustrierender zuzuschauen, auf welches Ende die Serie hinsteuert. Gruselig war dann nur noch das Storywriting. Schade, eine verpasste Chance.