[Buch] Six Wakes

Six Wakes von Mur Lafferty war 2018 sowohl für den Hugo und als auch den Nebula Award nominiert und tummelt sich seitdem auf meiner Leseliste.  Obwohl ich mich sehr für das Thema Klonen interessiere, schreckte mich der Teaser etwas ab: „Six crew. One ship. One killer.“ Irgendwie hatte ich eine äußerst unattraktive Vorstellung davon, wie man das Thema Klonen mit einem Krimi verbinden könnte, aber vielleicht bin ich auch einfach nur von deutschen Vertretern des Genres Krimi geschädigt. Nun ja, irgendwann habe ich mich dann doch überwinden können und zum Glück trat keine der Befürchtungen ein.

Six Wakes spielt in einer Zukunft, wo Menschen geklont werden können. Es gibt die Möglichkeit, die eigene mind-map zu kopieren und nach dem Tod des Körpers auf den eigenen Klon zu übertragen. So ist theoretisch ein ewiges Leben möglich. Mit dem Aufkommen der Klontechnologie wurden einige Gesetze verabschiedet, so dürfen indentische Klone nicht gleichzeitig leben und jeder muss mit seiner originären DNA leben. Allerdings gibt es illegale Wege, nicht nur die DNA zu verändern sondern auch die mind-maps

Die Dormire ist das erste Generationenschiff der Welt und wird von sechs  Klonen gesteuert. Diese wachen eines Tages in einem neuen Körper inmitten eines Blutbads auf. Ihre Vorgänger sind tot, ihre letzte Erinnerung ist, wie sie das Generationsschiff betreten. Doch seitdem scheinen mehrere Jahrzehnte vergangen zu sein. Was ist passiert, wer hat ihre Vorgänger ermordert?

Wir lernen nach und nach die Klone und ihre Hintergrundgeschichte näher kennen und so spannt sich langsam eine immer komplexere Geschichte, die der Auflösung des Mordfalls näher kommt.

Die Charaktere sind von ihrem ethischen Background her divers, besonders positiv fand ich, dass die Ärztin eine Behinderung hat, diese aber nicht als Plotdevice dient. Insgesamt konnte ich mich mit den Charakteren leider nur schwer anfreunden, sie wirkten zu hölzern oder distanziert auf mich.

Mir hat Six Wakes trotzdem gut gefallen, es war flüssig zu lesen, bot Abwechslung und einige Überraschungen. Mit dem World-Building war ich nicht ganz so zufrieden, einiges war mir zu kurz angeschnitten oder nicht wirklich gut begründet. Andererseits bin ich froh, dass Lafferty nicht zu ausschweifend wurde und sich auf den Mordfall konzentrierte. Die Geschichte ist abgeschlossen, lässt aber noch Raum für nachfolgende Bände.