[Serie] Final Space

Final Space sah auf den ersten Blick so aus, als ob es in eine Kategorie Animationsserie fällt, von der ich überhaupt kein Fan bin. Reingeschaut habe ich dann zufällig, als der Freund die Serie an einem Tag bingte. Sah ja doch ganz ok aus, schien keine Ekel-Comedy wie z.B. Paradise PD zu sein und auch kein langer LSD-Trip wie die erste Folge von Adventure Time. Tatsächlich entpuppte sich Final Space als Sci-Fi-Perle, die mir besser gefallen hat als viele aktuelle Serien aus dem Genre. Die Serie startete anfangs als kleines Youtubeprojekt, nachdem Conan O’Brien auf sie aufmerksam wurde, erhielten die Produzenten einen Deal mit dem Privatsender TBS. Final Space ist von 2018 und läuft nun in Deutschland auf Netflix.

Gary Goodspeed ist zu fünf Jahren Haft verurteilt – auf einem Raumschiff. Fast allein, wären da nicht die Raumschiff-AI H.U.E. und Garys nerviger Bot-Betreuer KVN. An seinem letzten Tag findet Gary ein kleines süßes Alien, nimmt es auf und nennt es Mooncake. Blöderweise stellt sich heraus, dass das Alien von dem bösartigen Lord Commander gesucht wird. Nach und nach kommen mehr Crewmitglieder auf das Schiff und zusammen versuchen sie herauszufinden, was es mit dem Alien, dem Lord Commander und dem mysteriösen Final Space auf sich hat.

Mich hat an Final Space erstaunt, dass es sehr strickt einem Erzählfaden folgt und so wie eine „echte“ Serie wirkt. Es gibt keine Füllerfolgen, es passieren Dinge, die weitreichende Konsequenzen haben und auch nicht in den nächsten Folgen vergessen sind. Die Erzählung hat mir wirklich gut gefallen, solide Sci-Fi ohne sich in absurder Komplexität zu verstricken. Auch das Artwork fand ich toll, wie künstlerisch anmutendene Darstellungen vom Weltall mit dem Comicstil vermischt werden. Und der Soundtrack erst, großartig! Positiv überrascht hat mich auch, wie ernst und traurig die Serie an einigen Stellen ist.

Die Comedy-Anteile von Final Space fand ich so lala. Einige gute Gags waren dabei, aber insgesamt zentriert sich der Humor sehr auf Gary, seine Inkompetenz und Wutausbrüche.  Diese Art von male-centered Comedy finde ich doch etwas altbacken und angestaubt. Die einzige Frau, Quinn, ist Gary’s Love-Interest, alle anderen relevanten Beziehungen sind zwischen Vater und Sohn oder Bromances und wieso müssen Aliens und Roboter immer als männlich dargestellt werden? (Rhetorische Frage, das ist so, weil männlich als default setting/“normal“ gesehen wird). Das war echt ein Wermutstropfen an der Serie und einfach nur schade. Ähnliche Kritik scheint die Produzenten schon erreicht zu haben, in der zweiten Staffel soll es drei weibliche Hauptcharaktere geben. Jetzt freue ich mich umso mehr auf die zweite Staffel und bin gespannt, wie der fiese Cliffhanger aufgelöst wird.