Previously on Firyar…Mai 2019

Alles neu macht der Mai. Ein ziemlich aufregender war das. Wir haben uns dazu entschlossen ernsthaft nach Eigenheimen zu gucken. Zu groß ist die Sehnsucht nach etwas mehr Platz, vor allem mehr Garten und weniger Trubel. Nach nun 6 Jahren Köln weiß ich, dass ich nicht unbedingt hier wohnen bleiben muss, meine Prioritäten haben sich da geändert. Seitdem wir das Auto haben, ist auch der (theoretisch vorhandene) öffentliche Nahverkehr nicht mehr wichtig. Wir haben schon Beratungsgespräche geführt, die nächste Zeit wird dementsprechend sehr spannend. Fast so spannend, wie Franco ein Bad in einem Bach findet.

Highlight des Monats war definitiv mein Kurztrip nach London. Ich habe viele schöne Sachen gekauft und das Musical The Lion King gesehen. Es war noch viel besser, als ich es mir erhofft hatte, die Kostüme waren großartig, die Schauspieler*innen absolut überzeugend und die Atmosphäre bezaubernd. Ich war sehr froh die Chance zu haben, das Musical auf Englisch zu sehen, weil insbesondere Scar und Zazu mit so einem richtig arroganten Akzent gesprochen haben (was nicht heißt, dass ich das Musical nicht nochmal in Hamburg ansehen würde…). Ein bisschen Sightseeing und Shoppen im Covent Garden habe ich dann noch geschafft, sowie einen kurzen Abstecher durchs British Museum. Ich muss nochmal zurück nach London, um eine ausgibige Museumstour zu machen, das Science Museum würde ich doch gerne nochmal besuchen…

Wir waren im Bürgerhaus Stollwerk bei Markus Barths Bühnenshow „Haha…Moment, was?“ und ich fand es so amüsant, dass ich bald auch mal sein Buch lesen muss. Kann seine Shows jedem empfehlen, es lohnt sich und hinterher kann man auch sein Buch signieren lassen oder versuchen ihm einen Thermomix anzudrehen.

Game of Thrones ist endlich zu Ende gegangen. Ich war schon massiv enttäuscht von den letzten drei Staffeln, die finale Staffel war dann nur noch die Krönung. Alles, was der Serie (für mich) einen besonderen Touch gab, wurde schon lange aufgegeben. Dass Ned Stark in der ersten Staffel starb, war sehr überraschend. Ist in den späteren Staffeln jemals wieder ein Hauptcharakter gestorben (und tot gelieben), wo es besonders überraschend oder traurig war? Es starben sehr viele Nebencharaktere, aber in solcher Beliebigkeit, dass es egal war. Die Wölfe, die in der ersten Staffel unter den Stark-Kinder verteilt werden? Egal. Jon Snow drehte sich nicht mal um, als er Ghost verließ. Die Häuser und ihre Mottos und Wappentiere? Als ob sie nie dagewesen wären. Am Ende zählten dann doch nur die großen drei.
Wenn ich so darüber nachdenke, ist die finale Folge oder sogar Staffel inhaltlich gar nicht so schlecht. Dass Danaerys sich nicht als Retterin in weiß entpuppt, sondern als ebenso machthungrige Herrscherin, wie der ganze Rest…man hätte es erahnen sollen. Aber der ganze Aufbau hin zum Ende der Geschichte fehlte völlig. Jaimes (und Cerseis) Ende fand ich sehr gelungen, aber wie kam es zu Jaimes plötzlichen Wandel? Die Serienmacher haben es versäumt, den Zuschauer in die Gedankenwelt der Figuren zu involvieren. Ich bin froh, dass die Serie vorbei ist, aber auch etwas traurig, dass damit wohl auch die großen „Serien-Events“ ein Ende haben, wo noch jeder gleichzeitig die neuste Folge guckte.

Ich habe im Mai sehr viele Bücher gelesen. Ich habe mir nur kürzere Bücher rausgesucht und dann letztendlich auch mehr Seiten gelesen als mit einem langen Buch. Wir Strebermigranten von Emilia Smechowski wollte ich schon lange lesen und es war so gut, wie erhofft. Darauf folgte Why I’m no longer talking to white people about race von Reni Eddo-Lodge, wo ich besonders die Berichte über das Leben von schwarzen Engländern interessant fand. Weiter ging es mit The Black Tides of Heaven und The Red Threads of Fortune von YA Yang. Das Genre der Bücher wird als Silkpunk beschrieben, eine Mischung aus Steampunk und ostastiatischer Mythologie. Darauf folgte mit The Power von Naomi Alderman einer sehr gelungene Erzählung, die mit dem Gedanken spielt, was wäre, wenn Frauen plötzlich körperlich deutlich übelegener wären als Männer. Noch nicht ausgelesen habe ich Prinzessin Insomnia von Walter Moers, ein Geburtstagsgeschenk von einer lieben Kollegin. Mein erster Moers und ich bin überrascht, dass er für einen deutschen Autor ja wirklich gut schreiben kann.

So viel war im Mai los, dass das Brettspielen etwas zu kurz kam. Gespielt haben wir Gaia Project, das neu eingetrudelte Wingspan, Terraforming Mars mit der Hellas-Erweiterung und vier Partien Mythos Tales. Einerseits gefällt uns das „Light-RPG“ ganz gut, andererseits hätte es etwas besser durchdacht sein können. Anstatt eines Spielbuches, wo sich der Vorleser immer selbst spoilert, wäre hier eine App besser gewesen. Außerdem sind die am Ende jedes Abenteuers aufgelisteten Lösungswege ein großer Frustfaktor, da dort offensichtlich geschummelt wird. Hier hat sich mal wieder niemand die Mühe gemacht, dass Spiel bei einem breiteren Publikum zu testen. Hinzu kommen noch ärgerliche Rechtschreibfehler…Mythos Tales macht Spaß, aber die Schlampigkeit ärgert trotzdem.