06.08.2022

Nachtrag zu gestern:
Großer Ausflugstag. Erst ging es in den Ruhrpott, Hunde und Freund zum Männerhundetag abladen und dann mit Freundinnen weiter nach Amsterdam. Einen Tag vorher hatten wir erst gesehen, dass da noch immer Pride ist. Ich befürchtete das schlimmste, 30min in der Sardinenbüchse in der Bahn vom Parkplatz zur Innenstadt zu stehen, aber zum Glück war es nicht so voll, sogar leerer als an einem Samstag in Köln (okay, da kommt die Bahn aber auch seltener). Bei der Vegan Junkfood Bar waren wir dann wohl recht früh, es war fast komplett leer. Erst als wir fertig waren bildete sich eine Schlange am Eingang (ich möchte bitte diesen Service, dass man gesetzt wird, überall haben). Das Essen dort ist lecker und punktet vor allem durch die schöne Präsentation. In Köln werde ich da sicher nochmal einen Besuch abstatten. Nächster Tagespunkt war das Anne Frank Haus und hier stellten wir dann mit Horror fest, dass es direkt in der Partymeile lag. Pride ist natürlich nicht ansatzweise so schlimm wie Fußball oder Karneval, weil man da tendenziell wenig belästigt wird, aber laut und viele Menschenmassen sind trotzdem überhaupt nicht meins. Der Kampf zum Eingang vom Museum war zum Glück nicht lang. Es war dann nur im Haus etwas surreal, da zu sein, wo Anne Frank und ihre Familie sich im zweiten Weltkrieg versteckten und draußen tobte die wilde Pride Parade. Der Besuch des Hauses dauert gut eine Stunde und funktioniert mit Audioguide (eher nicht meins, aber ich denke für die meisten Menschen angenehmer als viele Texte). Es gibt eigentlich nicht viel zu sehen, aber es hinterlässt seinen Eindruck durch das kleine Hinterhaus zu steigen, es überall Knarzen zu hören und sich vorzustellen, wie die Familie versuchte tagsüber möglichst leise zu sein. Am „schlimmsten“ fand ich Annes Zimmer, wo an den Wänden noch Reste von Fotos und Zeitungsausschnitten waren, wie jeder typischen Teenager hatte auch sie ihre Wände dekoriert. Unsere letzte große Station war dann der Waterstones, original wie die Läden in UK ausgestattet mit vielen englischen Büchern. Ein Traum! Generell muss ich sagen, dass Köln gegen Amsterdam abstinkt und wie eine billige Kopie wirkt. In Amsterdam sprechen die Leute alle ganz normal Englisch und Pride ist nicht nur zwei dekorierte Straßenlaternen, sondern es ist überall sehr bunt mit Fahnen und Luftballons. Und Amsterdam ist natürlich tausend Mal schöner, nicht nur wegen der alten Häuser und Grachten, sondern auch wegen so schlichter Sachen wie Begrünung. Einziger kleiner Negativpunkt: es gab irgendwie kein Merch zur Pride zu kaufen? Wir hätte gerne Öhrchen und Puschel gekauft, wie sie die Leute überall trugen (und offensichtlich nicht von Zuhause mitgebracht haben), aber irgendwie fanden wir sie nirgendswo zum Kauf. Letzter Punkt war dann ein Bubble Tea Laden, wo man per Display bestellt, praktischerweise gibt es auch diesen Laden in Köln und ich werde definitiv wiederkommen. Vollgefressen und mit Overload ging es zurück zum Parkplatz, wo zum Glück noch ein Albert Heijn für die Snackversorgung zur Verfügung stand. Ich möchte auf jeden Fall nochmal nach Amsterdam, da waren so viele schöne Läden, die ich gerne in Ruhe besucht hätte. Aber dann ohne Pride und andere Veranstaltungen und am besten auch am Wochentag. Und übernachten könnte man da theoretisch auch, weil es ein Motel One gibt!
Gegen 22.30h waren wir dann wieder in Köln, alle müde, aber happy. Die Hundis hatten auch einen sehr schönen Tag mit Action im Garten, zwei Spaziergängen, einer viel besseren Couch als unserer und ganz viel Spielzeug, nicht so minderwertig wie das bei uns Zuhause, das Panka nach und nach eingesammelt hat, sie ist ja wie das Herrchen ein Collector. Jetzt muss ich mal sichten, was für Snacks ich gestern im Rausch so gekauft hab…