Körperwelten Köln

16.30 Euro für eine Karte, um präparierte Leichen zu sehen. Körperwelten in Köln – eine Herzenssache. Im Mittelpunkt also Herz und Blutkreislauf.

Was erwartete mich?

Schockierendes, ekliges, unmenschliches. Skandalöses.

Und wie war es im Endeffekt?

Biologieunterricht. Präperate, denen man kaum die lebendige Herkunft ansehen konnte. Alles wirkte sauber und plastisch. Kaum eingelegte Organe. Selbst die Abteilung mit den Kindern mutete eher wie eine „einfache Ausstellung“ an. Dennoch sicherlich gut, dass sie nicht direkt einsehbar war.

Es war interessant. Besonders interessant in meinem Fall die tumorösen Organe. Wie einfach und ungefährlich sowas aussieht, was unglaublich starke Schmerzen verursacht. Sicherlich verursachte die schwarze Teerlunge und der Querschnitt eines Fettbauches bei anderen Besuchern Magenkrämpfe.

Jedoch eine Plastik lies darauf schließen, dass hier „jemand“ ist. Jemand, dessen Haut ziemlich runzlig war, von divesen Narben sprach…und die Tattoos hatte. Eine Blume auf dem Handrücken, ein Tribal auf dem Oberarm. Ja, das hier war ein Mensch. Ein Mann, der alt gestorben ist, der sich mal ein paar Knochen angeknackst hat, der Tattoos hatte…noch immer hat.

Es ist ähnlich wie bei einem Friedhofsspaziergang, wo man herumschlendert und sich fragt, wie diese Personen gelebt haben, wer sie waren. Weniger respektvoll? Sehe ich nicht.

Insgesamt war man nach einer Stunde schon so ziemlich am Ende der Tour. Es war voll. Wir waren froh, die Tickets vorher gekauft zu haben, und man fühlte sich schon wie VIPs, als man einfach an der Schlange vorbei ging.

Ansonsten war es nicht annährend so spektakulär, wie die Medienberichte wohl vorgaukeln wollten. Natürlich kann man brüskiert sein, dass die Präperate nicht einfach so da stehen, sondern mal Schach spielen, mal laufen, mal fechten…aber zum reinen Gaffen und Voyeurismus-fröhnen war niemand da.