[Spiel] Mythos Tales

Es ist wirklich schade, wenn ein Spiel hätte echt toll sein können, es dann aber wegen Kleinigkeiten gehörig die Laune verdirbt. So geschehen bei Mythos Tales. Das auf Erzählung und Deduktion fokusierte Detektivspiel konnte uns leider in spielmechanischer Hinsicht nicht überzeugen und führte mit der Zeit zu immer mehr Frust und Unlust. Durch die letzten zwei der acht Fälle haben wir uns mit viel Galgenhumor durchkämpfen müssen. Schade, dass das in H.P. Lovecrafts Universum angesiedelte Detektivspiel nicht überzeugen konnte.

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[Buch] The Black Tides of Heaven

The Black Tides of Heaven von JY Yang ist die erste Novella der vierbändigen Reihe Tensorate. Die Novella erschien als twin novealla zu The Red Threads of Fortune, beide sind theoretisch standalones, allerdings sollte man aufgrund des zeitlichen Ablaufs erst The Black Tides of Heaven lesen.

JY Yang kommt aus Singapur, ist nonbinary und benutzt das Prononem they, auch in den Novellas wird das Pronomen frequent genutzt. Die Tensorate-Reihe wird dem Genre Silkpunk zugeordnet, ein Subgenre des Steampunks, das seine Inspiration aus ostasiatischen Erzählungen zieht, wie es der Autor Ken Liu erklärt:

Like steampunk, silkpunk is a blend of science fiction and fantasy. But while steampunk takes as its inspiration the chrome-brass-glass technology aesthetic of the Victorian era, silkpunk draws inspiration from classical East Asian antiquity.

Worum geht’s? Die Zwillinge Mokoya und Akeha sind Kinder des Protectors,  der mächtigsten Frau des Landes. Die Kinder werden aufgrund eines alten Handels an ein Kloster der Tensorates übergeben und wachsen dort auf. Dort zeigen sich bei Mokoya hellseherische Fähigkeiten. Mokoya beginnt darunter zu leiden, während Akeha verzweifelt versucht, sein Geschwisterchen zu beschützen. Kleiner Hinweis am Rande: in dieser Welt wachsen alle Kinder nonbinary auf und verkünden ihr Geschlecht als Erwachsene. (Es gibt aber auch vereinzelt Personen, die diesen letzten Schritt nicht gehen).

Im Land herrscht Aufruhr, die sogenannten Machinists rebellieren gegen die herrschenden Tensorates, letztere horten alle Macht durch Technologien, die nur Tensorates bedienen können, während die Machinists Technologien wollen, die jedermann ohne magische Kräfte nutzen kann.

Mir hat The Black Tides gut gefallen, weil die Erzählung sich über mehrere Jahrzehnte streckt und Episoden aus dem Leben von Mokoya und Akeha erzählt. So verging eine große Zeitspanne, ohne dass man direkt einen 600seitigen Roman durchackern musste. Steampunk ist nicht so mein Genre, aber mit der Mischung aus ostasiatischer Mythologie war es mal etwas erfrischend neues.

The Red Threads of Fortune ist von der Erzählung her anders, es beinhaltet eine zeitlich durchgehende Erzählung und hat einen anderen Einschlag als The Black Tides.  Ein Charakter ist hier auf der Suche nach einem Naga, einer Art Drachen, der die Menschen bedroht. Es gibt keine großen zeitlichen Sprünge. Mir hat diese Novelle nicht so gut gefallen, wer aber wissen will, wie es mit den Zwillingen weiter ging, ist hier gut bedient.

 

 

 

 

[Buch] The Power

The Power von Noami Alderman erschien 2016, gewann 2017 den Bayley’s Women Prize for Fiction und wurde von der New York Times zu den 10 besten Büchern des Jahres gewählt. Für den Roman konnte Alderman Margaret Atwood, vor allem bekannt durch The Handmaid’s Tale, als Mentorin gewinnen. „The Handmaids Tale meets the Hunger Games“ las ich oft als Blurb für The Power. Ja, man merkt den Einfluß von Atwood, denn The Power fühlt sich genauso radikal an, wie sich The Handmaids Tale damals – und stellenweise auch noch heute – anfühlt. Mit den Hunger Games hat The Power jedoch wenig gemeinsam, außer, dass beide kämpfenden Mädchen beinhalten. Man sollte hier also keinen Jugendroman erwarten.

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