[Serie] Colony

Die ersten zwei Staffeln von Colony gibt es seit einiger Zeit auf Netflix zu sehen, die Serie läuft bereits seit 2016 im US- Fernsehen. Die Prämisse: Außerirdische habe die Erde angegriffen, die Herrschaft übernommen und halten die Menschen nun in eingemauerten Kolonien, darunter den Handlungsort der Serie Los Angeles. Ich erwartete etwas auf dem Niveau von eher trashigen Sci-Fi-Serien wie Under the Dome, Terra Nova oder Falling Skies. Tatsächlich ist Colony aber besser und überraschend klug aufgemacht. Eine dritte Staffel ist auch schon bestellt.

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[Serie] Lost in Space

Große Lust hatte ich auf die neue Netflix-Serie Lost in Space nicht. An den Film erinnere ich mich nicht mehr und die Vorgängerserie habe ich nie gesehen. Aber Reinschauen wollte ich trotzdem, die tolle Optik und auch die hartnäckige Werbung weckten doch Interesse. Ich habe zwar an einigen Stellen Probleme mit der Serie, aber insgesamt hat sie mir ganz gut gefallen und ich möchte bitte sofort die zweite Staffel sehen.


Worum geht’s? Ein ominöser Himmelskörper, „The Christmas Star“, stürzt auf die Erde. Die Lebensumstände ändern sich, es steht nicht gut um die Menschheit. Die einzige Lösung: Eine neue Heimat bevölkern. Dafür werden Familien ausgewählt und mit der Resolute zu Alpha Centauri gebracht. Die Familie Robinson wurde für die 24. Mission ausgesucht, ein Bestehen zahlreicher Test war die Voraussetzung. Doch auf der Fahrt in die neue Heimat führt ein Zwischenfall dazu, dass die Familie auf einem fremden Planeten strandet.

Ich möchte nicht zu viel verraten, aber schon früh wird klar, dass der Planet, auf dem die Robinsons stranden, nur eine Zwischenstation auf einer langen Reise sein wird.

Lost in Space erinnerte mich sehr an Terra Nova, einer von Steven Spielberg mitproduzierten Serie, wo Familien durch eine Zeitanomalie 85 Millionen Jahre in die Vergangenheit reisen und dort die Erde neu besiedeln wollen. Auch bei Lost in Space spielen Kinder/Teenager eine große Rolle und sind zudem noch hyperintelligent. Die Freundschaft vom 11-jährigen Will zu einem Roboter erinnert natürlich sofort an E.T. und zum Ende hin wird klar, dass feel good-Momente wichtiger sind als eine realistische Darstellung. Diese Nähe zu Spielberg-Produktionen, die hier offensichtlich große Inspirationen waren, fand ich etwas nervig.

Vom Gefühl her erinnerte mich Lost in Space sofort an unsere erste und einzige Spielpartie von First Martians. Alles was schief gehen kann geht schief und kaputt. Aber die Serie ist nicht so dröge wie das Brettspiel, mir hat’s Spaß gemacht zuzugucken, wie die Robinsons nun wieder ihren Hintern retten wollen. Es hatte ein bisschen was von The Martian, nur als familienfreundliche Version. Wobei zum Thema „familienfreundlich“: Der Umgang der Eltern (Mutter Wissenschaftlerin, Vater Soldat) mit ihren Kindern wirkt merkwürdig. Sie pushen auch das jüngste Kind ziemlich stark, schicken es in gefährliche Situationen. Die Serie versucht hier wohl zu zeigen, dass die Eltern ihre Kinder durch Härte auf das Leben im Weltall/in der Kolonie stärken wollen. Oft wirkt es aber einfach nur grausam und nicht gerechtfertigt. Naja, ich habe diese komische Familienkonstellation als gegebenen genommen und weitestgehend ignoriert.

Eine andere Sache, die mich störte: Dr. Smith. Klar, die Serie braucht einen starken Antagonisten, ein fieses, egoistisches Arschloch. Ähnlich wie Gaius Baltar bei Battlestar Galactica, der aus Versehen die ganze Menschheit ins Verderben geschickt hat und immer als erstes nach seinen Vorteilen schaut. Bei Dr. Smith nimmt die Rolle aber unglaubwürdige Ausmaße an. Einerseits soll sie eine intelligente Soziopathin sein, die weiß, wie sie ihre Mitmenschen manipulieren kann. Andererseits wirken ihre Pläne stellenweise total irrational und wenig klug durchdacht, sie gefährdet mehrmals ihr Leben anstatt den sicheren Weg zu gehen. Letztendlich nutzt die Serie die Figur der Dr. Smith zu stark, um noch ein paar Katastrophen mehr zu generieren. Ich hätte mir hier einen menschlicheren Antagonisten, wie eben Gaius Baltar, gewünscht und nicht so eine hassenswerte Figur wie Dr. Smith.

Fazit: Obwohl ich hier viel kritisiere, kann ich sagen, dass mir die Serie gut gefallen hat. Als Zuschauer weiß man schnell, womit man zu rechnen hat. Lost in Space ist eine tendenziell positive Serie mit Familienbezug und einem Plot, dem man leicht folgen kann. Der Sci-Fi-Plot war stellenweise doch überraschender und tiefgründiger als anfangs erwartet. Sicherlich kommt Lost in Space nicht an Sci-Fi-Serien wie BSG oder Babylon 5 ran, aber das will es auch gar nicht. Die Serie bietet leichte Unterhaltung, ist dabei aber nicht so schlecht wie zum Beispiel Terra Nova oder Falling Skies.

[Serie] Troy – Fall of a City

Dass wir heute vom Trojanischen Pferd/Trojaner reden, zeigt, welche Nachwirkungen die Geschichte um den Trojanischen Krieg, wie er in Homers Ilias beschrieben wird, noch mehr als dreitausend Jahre später hat. Historische Stoffe sind normalerweise nicht so meins. Aber bei der Geschichte um den Fall Trojas ist unklar, wie bzw. ob es sich tatsächlich so begeben hat, zum anderen behandelt der Stoff auch Elemente der griechischen Mythologie und kann dahingehend sowieso als zumindest teilweise fiktiv betrachtet werden. Ganz unabhängig vom Inhalt wurde mein Interesse dadurch geweckt, dass die Serie auch von der BBC produziert wird und mit dem Casting eines schwarzen Achilles schon im Vorfeld für Aufmerksamkeit sorgte.

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