[Serie] Buffy – The Vampire Slayer

US- Ausstrahlung: 1997 – 2003
Idee: Joss Whedon
Länge: 7 Staffeln/ 144 Folgen
Darsteller u.a:
Sarah Michelle Gellar
Nicholas Brendon
Alyson Hannigan
Anthony Stewart Head

Buffy  – The Vampire Slayer ist das erste realisierte Serienprojekt von Joss Whedon, der das Buffy-Universum auch auf Comics und einem Spin-Off der Figur Angel ausdehnte. Außerdem ist er der Vater der Kultserie Firefly, welche jedem Serienjunkie bekannt sein muss 😉

Prämisse der Serie ist gewesen, dass man das übliche schwache blonde Mädchen doch mal ganz anders darstellt, als kickass-Vampirjägerin. Im „Buffyverse“ gibt es Dämonen, Vampire und allerhand anderen Kram aus der Unterwelt. Damit sie nicht die Welt völlig übernehmen, wird in jeder Generation ein junges Mädchen zum Slayer auserwählt. Zum Beginn der Serie zieht Buffy, der aktuelle Slayer, mit ihrer Mutter nach Sunnydale, muss sich nicht nur auf einer neuen Highschool zurechtfinden, sondern auch Sunnydales Vampirwelt in Schach halten….

Die Serie beginnt als case-of-the-week Erzählung, zeigt aber schon recht früh, dass sie doch anders ist. Und so in der zweiten Staffel wird klar: okay, hier ist alles anders. Wirklich, ich erwartete etwas, dass wie „Charmed“ ist, bisschen Mystery, bisschen Drama. Aber Charmed war Fiktion, während Buffy einfach so „echt“ wirkt.

Beginnen wir bei den Charakteren/Schauspielern. Normale Leute, yay! Ich habe es ja schon in der Review zu my so-called life gesagt, ich vermisse normale Menschen in US-Serien (in Filmen umso mehr, aber da ist die Hoffnung gestorben). Man vergleiche mal die Buffy-Charaktere mit zb. OC California…mal ehrlich, das ist doch vier mal die gleiche Frau? Für heutige Verhältnisse hätte Sarah Michelle Geller wahrscheinlich eine viel zu große Nase, Tara würde ein dickes Mädchen spielen, Spike wäre durch irgendetwas aalglattes-edward’eskes ersetzt worden und Angel hätte sicherlich noch sein Körperfett auf 4% reduzieren müssen, der Kerl hatte ja gar keinen Sixpack! Es ist wirklich lächerlich, aber mir sind in der Serie mehrmals Buffys Armhaare aufgefallen (so im Sonnenlicht, blonde Armhaare neigen zum „glitzern“). Da kam mir in den Sinn, dass es mir wahrscheinlich deswegen so auffällt, weil heutzutage wohl jede Schauspielerin rasierte Arme hat…

Meine Abneigung gegen Kunstmenschen hat aber nicht nur ästhetische Gründe, ich hab einfach Schwierigkeiten damit Leute auseinander zu halten, wenn sie zu gleichförmig aussehen. Scarlett Johansson, Kate Hudson und wie die Männerträume alle heißen sind in meiner Welt irgendwie eine Person.

Jedenfalls, ich fand den Cast einfach nur klasse! Allein schon, dass ich so viele Lieblingscharaktere habe (Spike, Giles, Willow, Drusilla, Anya, Dawn)…das hat sonst nur Lost geschafft. Wobei my love Spike ganz oben steht, weil er ein unglaublich komplexer und toller Charakter ist und ich sterben würde, wenn er mich mal Pet oder Love nennen würde.

Zu der Erzählung…wie gesagt, es war viel viel mehr als ich erwartet hatte. Die Tiefe der Charakterentwicklung war grandios, dann die Tatsache, dass es nie nach Schema F verlief, der geniale Humor und die bewusste Brechung von TV-Konventionen. Einige Episoden fand ich extrem gruselig (die ohne Ton .__.), andere Episoden waren so verdammt intensiv, dass ich richtig schockiert war (die mit dem zweiten (?) „großen“ Todesfall *Buffys Mutter*). Da ich ein Mädchen bin, haben mich auch die Liebesgeschichten ziemlich berührt, allen voran die von *Tara und Willow* und sowieso von *Buffy und Spike*. Die Episode, wo *Buffy und Spike in dem Haus sind und sie fragt, ob er sie einfach halte kann*, da bin ich dahin geschmolzen vor Entzückung. Übrigens finde ich, dass das Lied Resistance von Muse ganz gut zu den beiden passt 🙂

Ich fand nicht alle Staffeln super toll, vor allem die letzte war etwas komisch und stellenweise unschlüssig, aber insgesamt macht das absolut nichts aus. Und natürlich habe ich Joss Whedon verflucht, weil er nicht einfach eine schöne heile Welt Serie gemacht hat, sondern so hart mit Realität um sich warf *hrmpf*. Aber umso intensiver das Serienerlebnis. Ja, ich bin absolut begeistert, verdammt, wieso habe ich mir damals gedacht „die Serie mit dem komischen blondhaarigen Vampir guck ich sicher nicht“.

Das was ich schon an Firefly geliebt habe, habe ich auch in Buffy gefunden: witzige Dialoge, Spannung, sympathische Charaktere und Brechung der (zumindest bis dahin geltenden) TV-Serien-Konventionen.
5 Sterne reichen nicht aus, aber ich bin zu faul um eine Grafik mit mehr Sternen zu basteln. Definitiv in meinem imaginären Serien-Trophäen-Schrank gelandet.

[Serie] My so-called life

US- Ausstrahlung: 1994 – 1995

Deutscher Titel
: Willkommen im Leben

Länge
: 1 Staffel/ 19 Folgen á 45min

Darsteller
u.a:
Claire Danes als Angela Chase
Jared Leto als Jordan Catalano

Thema: Die Serie beschäftigt sich mit den „Schattenseiten“ des Teenager-Daseins, was wohl für die 90er Jahre noch recht neu war. So ziemlich alle heißen Themen werden aufgegriffen, Drogenmissbrauch, Sex (und auch Homosexualität), Kindesmissbrauch, Obdachlosigkeit unter Jugendlichen, Waffengewalt in der Schule, etc. Im Mittelpunkt steht die 15jährige Angela Chase, die eine on-off Beziehung mit dem Bad Boy (Marke: wirkt dümmer als er ist) führt und nebenbei ihre leicht abgedrehte Freundin Rayenne vor einigen Katastrophen bewahren muss.

Nun ja, ich habe damals die Serie nicht „live“ verfolgt, sondern kannte sie vom hören-sagen, wie toll und kultig sie wäre….deswegen habe ich die paar Folgen angeschaut. Kultig finde ich sie überhaupt nicht.

Chemie zwischen Angela und Jordan? Nicht vorhanden. Ich habe während der ganzen Serie nicht verstanden, auf welcher Basis sich die Beziehung entwickelt…okay, Jordan sucht vielleicht den schnellen Sex und Angela findet es cool, wie er immer an der Wand lehnt, aber sobald die beiden zusammen auf dem Bildschirm sind, ist da einfach gar nichts zwischen den beiden.
Auch wenn all diese brisanten Themen aufgegriffen wurden, fand ich die Erzählung insgesamt sehr langweilig. Dazu die grässliche „Jamaica“-Musik…etwas mehr Rock und Pop hätte da nicht geschadet.

Aber nun zu den positiven Aspekten:

– die Charaktere sind sooo normal! Mag sein, dass in amerikanischen Highschools die Mädels wirklich wie die Pretty Little Liars aussehen, aber das wirkt auf mich nicht authentisch (was bei den PLL auch okay ist, die Serie ist sowieso abgedreht). Angel Chase hingegangen, ja, so eine hätte ich in meiner Schulklasse sitzen können. Auch die anderen Charaktere sehen aus wie Menschen von der Straße, nicht so abgedreht stilisiert wie es heutzutage in vielen High-School Serien der Fall ist.

– die voice-Ooer von Angela sind herrlich. My parents keep asking how school was. It’s like saying, „How was that drive-by shooting?“ You don’t care how it was, you’re lucky to get out alive

– Angelas kleine Schwester, die irgendwie ständig übersehen wird. Und in einer Folge sogar selbst mal den voice-over geben darf

– Claire Danes natürlich! Momentan in einer meiner Lieblingsserien, Homeland, zu bewundern, hier in ganz jung, aber schon irgendwie mit ihren typischen Merkmalen. Im Gegensatz zu den ganzen vollbrüstigen Hollywood-Blondies hat sie schauspielerisch einfach was drauf. Und sieht halbwegs normal aus, hatte ich zwar schon erwähnt, aber mir gehen diese künstlichen Menschen in Film und Fernsehn echt auf die Nerven.

Wahrscheinlich hätte ich die Serie damals als Teenager ganz gut gefunden, da Angela eine Identifikationsfigur hätte sein können…aber jetzt haut My so-called life mich nicht wirklich vom Hocker. Und halbwegs gesellschaftskritische Serien gab es auch schon in den 90ern, Blossom, auch wenn es vorwiegend eine Comedy war, sowie Roseanne (mit Darlene und Becky als Teenager-Mädels). Und Clarissa war einfach nur cool.

Insgesamt kann ich 3 Sterne vergeben, schade, dass die Erzählung so träge war, da hätte man durchaus mehr daraus machen können.

Gibt es heute eigentlich noch solche Mädchencharaktere wie Angela und Co.? Spontan fallen mir als bekannte Teenager-Mädels Bella aus Twilight und Katniss aus den Hunger Games ein, die kurioserweise beide das gleiche Problem haben, welchen Kerl wählen sie am Ende…hmpf, dieses anscheinend typisch weibliche Problem habe ich nicht 😀

[Serie] Dr. Horrible’s sing along blog

Dr. Horrible’s sing-along blog wurde im Jahr 2008 als Webserie veröffentlich. Und zwar vom Nerdgott Joss Whedon, der ebenfalls für Buffy und Firefly verantwortlich ist. Die Musical-Serie wurde während des Autorenstreiks geschrieben, sollte nicht teuer werden, aber trotzdem professionell gemacht sein. Nun, zumindest letzteres kann ich bestätigen. Die Serie ist in drei Akte aufgeteilt und dauert insgesamt 43 Minuten.

Inhalt: Dr Horrible (wie immer genial: Neil Patrick Harris) möchte ein Superbösewicht werden, seine Bewerbung wird gerade von der Evil League of Evil ausgewertet. Naja, und dann gibt es natürlich noch einen Love Intereset. Penny (under Nerdisten wohl bekannt: Felicia Day), das Mädchen von nebenan, welchs Dr Horrible aus dem Wäschesalon kennt. Dr Horrible ist natürlich zu schüchtern, um sie anzusprechen. Und dann ist da noch Captain Hammer (erstaunlich muskelbepackt: Nathan Fillion), welcher der frauenredende, leicht schmierige Superheld ist. Und Supermacho. Außerdem als Dr Horribles Sidekick dabei: Moist (Simon Helberg, bekannt als Howard aus The Big Bang Theory)

Untermalt ist die Geschichte von diversen Gesangseinlagen. NPH konnte ich ja mittlerweile öfters singen hören, der Mann hat es wirklich drauf. Felicia Sunday erweist auch erstaunliches Gesangstalent, und, naja, Nathan Fillion singt halt auch 😉

Sehr amüsant, etwas tragisch, tolle Lieder, unglaublich schräg, bitte mehr davon!