[Buch] The Warded Man (The Demon Cycle 1)

Autor: Peter v.Brett

Deutscher Titel: Das Lied der Dunkelheit

: März 2009, USA (September 2011, D’land)

Reihe: Demon Trilogy, Band 1

Taschenbuchausgabe: 544 Seiten

Stichwörter: Fantasy, Dämonen, Coming of Age, Magie

Inhalt: Die Welt lebt in Schrecken vor den sogenannten „Corelings“, Dämonen, die bei Dunkelheit aus dem Erdkern aussteigen und Jagd auf Menschen machen. Sie scheinen unbesiegbar und lassen sich nur mit magischen Siegeln aufhalten. Mit jenen können Schutzkreise gebildet werden, die die Corelings nicht betreten können. So sind die Menschen Nacht für Nacht ihn ihren Häusern eingesperrt, während fleischhungrige Dämonen versuchen die Schutzkreise zu brechen…

Der Leser begleitet drei Kinder auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden. Gemeinsam ist ihnen eine traumatische Kindheitserinnerung. Arlen musste mit ansehen, wie seine Mutter von Dämonen angegriffen wurde, während sein Vater tatenlos im Schutzkreis zuschaute. Arlen lief davon, schloss sich dem Kurier Ragen an und landete schließlich in der großen Stadt Miln. Dort fand er einen Ausbildungsplatz als Siegelzeichner, mit seinem natürlichen Zeichentalent schon anderen Auszubildenden um Jahre vorraus. Doch sein eigentliches Ziel war eins: Kurier werden, frei sein und irgendwie gegen die Dämonen kämpfen. Rache nehmen.

Leesha wächst ebenso wie Arlen in einer kleinen Siedlung auf. Eigentlich ist sie dem aufbrausenden Dorfjungen Gared versprochen. Dieser überfällt sie eines Nachts, sie weist ihn ab und doch hat sie am nächsten Tag ihren Ruf verloren, da Gared von ihrem angeblichen vorehlichen Sex berichtet hat. Da wird sie eines Tages unfreiwillig zur Helferin von Bruna, der Kräuterfrau und dank ihres natürlichen Talentes auch zu ihrem Lehrling. Und ihr Wunsch Gared zu heiraten und Kinder zu bekommen schwindet weiter.

Rojer verliert als Kind seine Eltern bei einem Dämonenangriff und landet so bei Arlick, einem Jongleur. Pech nur für Rojer, dass ein Dämon zwei seiner Finger abgebissen hat und er so des Jonglierens unfähig ist. Allerdings entdeckt er die Geige für sich und damit ungeahnte, magische Kräfte…

Aufbau: Die Erzählungen wechseln sich ab, wobei ich das Gefühl hatte, dass man von Rojer am wenigstens liest und von Arlen am meisten. Letzterer nimmt aber auch den zentralsten Punkt der Geschichte ein. Wie zu erwarten kreuzen sich gegen Ende des Buches die Wege der drei mittlerweile erwachsenen Protagonisten. Durch den alternierende Erzählstil bleibt die Geschichte jedenfalls spannend und bietet Abwechslung durch die drei Erzählungen.

Fazit: Irgendwie scheint es mir, als ob man hier einen langen Prolog zu lesen bekommt. Die Kindheitsgeschichten sind sicherlich interessant, durch die Lücke von etwa 7 Jahren ist der Leser aber auch nicht zu sehr mit dem Aufwachsen beschäftigt. Das Zusammentreffen der Charaktere ist etwas willkürlich, aber was soll’s, irgendwie muss die Gruppe ja zueinander finden.
Ich fand den Charakter von Leesha etwas verwirrend. Jahrelang ist sie dem Sex abgeneigt, bis dann plötzlich ein Mann in ihr Leben tritt, mit dem es gar nicht schnell genug gehen kann.
Die Gruppenkonstellation gefällt mir ganz gut, ich bin gespannt wie es mit ihnen weiter geht. Und hoffe, dass auf ein Liebesdreieck verzichtet wird…
Ingesamt doch gut gemacht, besonders die Idee mit der Siegelmagie und den Erdkern-Dämonen, welche es noch in verschiedenen Arten gibt…Winddämonen, Holzdämonen, Feuerdämonen,….
Auffällig ist, wie wenig der Adel in der Erzählung vertreten ist, es geht wirklich um den einfachen Mann/die einfache Frau, die sich nicht mehr von dem Fluch der Corelings unterdrücken lassen wollen.

[Buch] The Lying Game (The Lying Game 1)

Autor: Sara Shepard

Deutscher Titel: Lying Game – Und raus bist du (erscheint 12.03.2012)

: März 2011, USA

Reihe: The Lying Game, Band 1

Taschenbuchausgabe: 400 Seiten (im Englischen)

Stichwörter: Young Adult, Krimi

Emma hatte es bisher nicht leicht im Leben. Sie wurde von einer Pflegefamilie zur nächsten geschoben, nachdem ihre Mutter sie verlassen hat. Und nun muss sie sich gegen den Sohn ihrer neuen Pflegemutter zur Wehr setzen. Doch sie hat keine Chance, er zeigt seiner Mutter Emmas wahres Gesicht: ein Video, worauf zu sehen ist, wie Emma gewürgt wird und schliesslich regungslos zu Boden fällt. Ein gespielter Snuff-Film. Emma wird daraufhin rausgeworfen. Der Haken an der Sache: Emma hat nie bei diesem Videodreh teilgenommen.

Ist in dem Video eine lang verschollene Zwillingsschwester zu sehen? Das würde zumindest Emmas Erinnerung an ihre Mutter erklären, die immer alle Kindersachen doppelt kaufen musste…Kurzerhand kontaktiert Emma diese Sutton Mercer, ihre vermeidliche Zwillingsschwester.
Und weiß nicht, dass jene genau in diesem Moment hinter ihr steht. Denn Sutton Mercer ist tot. Jetzt ein Geist, gebunden an Emma, mit nur schemenhaften Erinnerungen an ihr Leben vor dem Tod.

So befindet sich Emma irgendwann mitten im Lying Game, ohne es zu wollen, ohne genau zu wissen, worum es geht. Doch eins ist klar, sie will den Mörder ihrer Schwester finden. Und Sutton muss hilflos dabei zusehen.

Eine recht ungewöhnliche Ausganssituation. Emma, die nichts von Suttons Leben weiß und nur stückchenweise weitere Hinweise sammeln kann und dann Sutton, die sich selbst kaum an etwas erinnern kann. Selbst wenn, helfen könnte sie eh nicht.
Mir gefällt jedenfalls diese eher ungewöhnliche Kombination, von Emma erhält der Leser Hinweise aus der Gegenwart, während es bei Sutton manchmal zu Flashbacks kommt, wo weiteres aus der Vergangenheit ans Tageslicht kommt. Die Handlung geht zügig voran ohne, dass er Leser auf halber Strecke verloren geht.

Vergleich zur TV-Serie. Da habe ich nur ungefähr 3 Folgen gesehen und schließlich abgebrochen, hat mir absolut nicht gefallen.
Der größte Unterschied: Sutton ist nicht (von Anfang an?) tot. Die Geschichte um Thayer, der von Zuhause weggelaufen ist, wird im Buch zwar erwähnt, aber ist im ersten Band nicht relevant. Ich weiß nicht, wie es im weiteren Verlauf der Serie aussieht, jedoch ist mir ein Punkt gewaltig aufgefallen: Suttons Charakter und das Lying Game. Im Buch wird Sutton als leicht soziopathisch dargestellt, ihr größtes Hobby ist das Streiche spielen. Keine harmlosen Streiche, sondern welche, die Todesangst auslösen können und sehr grausam sind. Kein Wunder, dass Emma auch Angst hat, ein weiterer Streich von Sutton zu sein. Und dieser Charakterzug fehlte vollkommen in den ersten Folgen der Serie. Stattdessen wurde da irgendeine Storyline um Mads Vater (?) aufgebaut, die im Buch so bisher nicht vorkam. Zum Glück, ich fand diese Storyline mehr als verwirrend und irgendwie zu viel.

Nun der Vergleich zu der anderen Reihe von Sara Shepard, Pretty Little Liars: wieder ein upper class setting, wieder eine evil bitch wie Alison, ich würde Sutton Mercer sogar als schlimmer einstufen. Wieder grausame Geheimnisse, die eine Mädchenclique verbinden.
Spoiler: Wieder die Zwillingsthematik und ein anonymer Erpresser.

Wer Pretty Little Liars mag, wird The Lying Game definitiv auch mögen. Auch wenn sich einige Themen überschneiden, zeichnet sich The Lying Game trotzdem als eigenständige Reihe mit neuen Ideen ab.
Ich jedenfalls mag die Mischung aus Krimi, Chick Lit und Psychoterror.
Nur schade, dass die Serie nicht ihrer Buchvorlage gerecht wird…aber wahrscheinlich hatte man Bedenken, Sutton als Geist darzustellen und in eine Serie für junge Erwachsene gehören wohl auch keine expliziten Snuff-Szenen. Diese Grausamkeit ist aber meiner Meinung nach etwas, was hier den besonderen Reiz der Reihe ausmacht.

Ich jedenfalls sitze schon an Band zwei!

[Buch] The Final Empire (Mistborn 1)

Autor: Brandon Sanderson

Deutscher Titel: Kinder des Nebels

: 2008, USA

Reihe: The Final Empire, Mistborn Band 1

Taschenbuchausgabe: 655 Seiten (im Englischen)

Stichwörter: High-Fantasy, Magie, Post-Apokalypse

Was passiert, wenn der auserwählte Held versagt?

The Final Empire wird von dem Gottherrscher Lord Ruler nun schon 1000 Jahre lang regiert, seitdem er die Welt vor der Deepness rettete. Dennoch wurde sie grau und trostlos, ein stetiger Ascheregen hüllt die Gegend in Dreck, die Pflanzenwelt ist nur noch bräunlich und die Nacht wegen der mysteriösen Nebel gefährlich.

Die Menschheit ist geteilt in den Adel und in die Sklavenrasse der Skaa. Die unterwürfigen Wesen leben entweder auf großen Plantagen oder als Diener und Bettler in den Slums der Städte. Nur wenige Diebesbanden erweisen sich etwas größeren Mutes und rauben regelmäßig den Adel aus. Aber den Gottherrscher Lord Ruler stürzen? Niemals. Es ist schon kaum möglich seine Wächter zu töten, die Inquisitoren, die mit ihren Augen aus Stahlspitzen übernatürliche Kräfte zu haben scheinen.

Doch da wäre Kelsier, ein charismatischer Dieb und Rebellenführer, der zur Legende geworden ist, indem er das tödliche Arbeitslager des Lord Ruler überlebt hat. Und dieser entwickelt einen Plan, der so simpel und so wahnsinnig zugleich ist: The Final Empire stürzen und den göttlichen Lord Ruler töten.

Um diesen Plan durchzusehen, hat er enge Verbündte, die allesamt Mistings sind. Skaa, welche die seltene Kunst der Allomancy beherrschen. Schließlich stößt Kelsier auch auf die junge Vin, die, ohne es zu wissen, ein Mistborn wie er ist. Können sie zusammen wirklich den Herrscher stürzen?

Allomancy ist ein Zaubersystem, welches auf Metallen basiert. Diese verbrennt der Allomancer in seinem Magen. Eisen erlaubt es, andere Metall zu ziehen. Ist ein Metall leichter als der Allomancer, wird es zu ihm gezogen. Ist er leichter, so wird er zum Metall gezogen. Messing erlaubt es, das Gegenüber zu beruhigen und seine Emotionen zu mildern. Zinn verstärkt die Sinneswahrnehmung. Insgesamt gibt es 8 Basismetalle. Ein Misting kann nur ein Metall verbrennen, während ein Mistborn alle Metalle benutzen kann.

Zwangsläufig musste ich an das jüngere The Way of Kings (Band 1 „The Stormlight Archive“) denken. Kelsier ist der gutherzige Mann mit Helfersyndrom, der dennoch auch dunkle Stunden erlebt. Vin das verschüchterte Mädchen, welches immer mehr Selbstbewusstsein erlangt.
Die Charaktere sind keine Neuerfindung und stellenweise flach. Was mich nicht weiter gestört hat, da sie trotzdem sehr sympathisch sind. Auch die Welt spielt hier eine größere Rolle und ist quasi ein „heimlicher Protagonist“, wenn auch nicht so extrem stark detailliert wie in The Way of Kings.

Die Geschichte weist stellenweise Lücken auf, wo man sich fragt, wieso der Charakter nicht vorher darauf gekommen ist oder wieso etwas so leicht ging. Nichtsdestotrotz bietet Mistborn eine spannende Geschichte, die aber leider auch größtenteils schon abgeschlossen wird im ersten Band. Was wiederrum zu oben genannter Kritik führt, da alles doch relativ schnell passiert. Für mich eher negativ, für Leser, die nicht mehrere Bände lesen wollen, eher ein Pluspunkt. Es gibt keinen „Lesezwang“ für die weiteren Bände.
Nachtrag: Das ist völliger Schwachsinn, die Geschichte wirkt abgeschlossen, aber ist es bei weitem nicht. Unbedingt weiterlesen! Mistborn ist eine überaus geniale Reihe, eine der besten Fantasyerzählungen, die ich je gelesen habe.

Wer sich für Zauberei und verschiedene Magiesysteme interessiert, der sollte definitiv zu Mistborn greifen!