[Film] Three Extremes

Hier handelt es sich um einen Filmreihe mit drei asiatischen Kurzfilmen.

Cut aus Korea, Regie: Park-Chan Wook

Dumplings aus HongKong, Regie: Fruit Chan

Box aus Japan, Regie: Takashi Miike

Jahr: 2004

 

Wie bei allen asiatischen Filmen, sei am besten nicht zu viel von der Handlung gesagt. Zumindest Cut und Box bieten überraschende Enden an, während Dumplings eher durch Grausamkeit und Ekel punktet.

Es handelt sich um eine Horrorreihe, wobei der Titel „Horror“ auch für asiatische Verhältnisse hier eher weniger gerecht wird, Psychothriller wäre wohl eine bessere Bezeichnung.

In „Box“ hat eine Frau komische Träume davon, dass sie im Eis in einer Box eingesperrt ist. Der Film beginnt dies Geheimnis aufzulösen jedoch bietet er dann am Ende eine ziemlich starke Wendung, über deren Sinn ich noch heute…sinniere. Irgendwie passt das zu den Japanern, eine hohe Metaphorik da einzubauen.

„Dumplings“ handelt von einer Frau, die ihre Schönheit bewahren will und daher den Weg zu einer modernen Hexe sucht. Dort kriegt sie „Dumplings“ (eine Art Frühlingsrolle, nur in verschiedenen Varianten) vorgesetzt mit besonderem Inhalt. Unglaublicherweise ekelt sich sogar diese Chinesin vor dem Essen, was ich kaum glauben konnte. Insgesamt ein sehr westlicher Film. Und eklig.

„Cut“ stammt von dem selben Regiesseur wie „Old Boy“ und sein Stil ist auch unverkennbar im Film eingebracht. Ein Schauspieler rächt sich an seinem Regiesseur indem er seiner Frau 5-minütlich einen Finger abhakt. Ein kleiner Sidegag auf Park-Chans Lieblingsthema „Rache“ taucht auch auf und natürlich das üblich psychologische Spielchen: „Wer ist hier der echte Irre?“

Alle Filme glänzen mit den üblichen Farbmetaphern und stilisierten Machart, so wie es sich gehört.

Mir persönlich hat „Cut“ am besten gefallen, der Schauspielermörder war einfach urlustig und das Ende ebenso wahnsinnig wie seine anderen Filme.

Was auch spannend war, war die Gegenüberstellung der drei Filme, wie jeder „Horror“ anders definiert und natürlich auch die drei unterschiedlichen Sprachen, wobei ich hier auch zum ersten Mal einen Film auf chinesisch gesehen hab. Ich glaube, mit dem japanischen kann ich mich aber am meisten anfreunden.

 

[Spiel] Nier

Na gut, eigentlich warte ich mit Rezensionen immer, bis ich durch bin mit dem Spiel, aber da Nier mich nun schon seit einem Monat an die PS3 fesselt, gibt’s jetzt schon die ersten Eindrücke nach der ersten Spielhälfte und 51% abgeschlossenen Quests.

Nier war auf meiner must-have-Liste, da es von Square Enix stammt, Schmiede der Final Fantasy – Reihe, welche hier uns jetzt ein Action-RPG vor die Nase wirft.

Die Geschichte ist schnell erzählt, aber umso Final Fantasy-typischer: ein Vater sucht nach einem Heilmittel für seine Tochter, die von der „Runenpest“ geplagt wird. Jene Runenpest breitet sich auch im Volk immer mehr aus, genauso wie mysteriöse Monster. Die Macht liegt hier im Wort, den jene Monster droppen Wörter, die man mit Waffen und Magie koppeln kann. Ebenso begleitet den Vater ein Buch auf seinen Abenteuern: Grimoire Weiss.

Also, die Welt muss gerettet werden, da der Vater (man kann den Namen des Hauptcharakters selbst wählen) wie jeder gescheite Final Fantasy Hero einen Helferkomplex hat. Was von Weiss auch mehrmals überaus deutlich kritisiert wird…allein schon die Dialoge machen das Spiel spielenswert.

Grafik: Die Grafik ist nachdem was ich gelesen habe altbacken und so weiter. Ich finde sie schön anzusehen. Mehr Details wären nett, aber sind nicht nötig. FF7 spiele ich ja auch trotz mancher grober Verpixelung.

Sound: Ahhh, toll. Einfach nur toll!

RPG: Rollenspiel-Elemente gibt es in den diversen Nebenquest, die meistens einen von A nach B schicken, oder zum Schafe schlachten verdonnern. Für RPG’ler geeignet, alle anderen können sie auch getrost beiseite lassen, Erfahrungspunkte gibt es keine dafür und Geld kann auch anders verdient werden. Abgesehen davon, dass ich bisher keinerlei Geldprobleme hatte.

Action: So viele Kämpfe gibt es in der ersten Spielhälfte nicht, zumindest in relation dazu wenn man auch die Nebenquests macht. Ich spiele sowieso auf der leichtesten Stufe, hatte daher nie großartige Probleme mit den Bossen, sofern man einmal kapiert hat, welche Strategie man anwenden sollte. Man kann nur 4 Zauber auf die Knöpfe legen, allerdings jederzeit per Start-Taste im Menü wechseln.

Gefällt besonders gut:

– Dialoge, und die kleinen grimmigen Kommentare von Weiss

– Stumme Dialoge (die Nebenquest – Dialoge gibt’s nur zum lesen), ich mag auch die alten stummen FF-Teile

– Musik

– hoher Nostalgiefaktor: teilweise 2D Abschnitte und im Märchenwald mal ein etwas anderes Quest

– viele Spielstunden

Gefällt weniger:

– im Gegensatz zu FF sehr wenig leveln und powern. Die Wörter kombiniert man in Zweierpaaren mit Waffen, Magie oder Kampftechnik (Verteidigen, Ausweichen) und das wars. Aber das ist ja auch kein FF.

– wenige Monster

Nachtrag:

Das Ende ist suuuuper! Ein zweites Spielen lohnt sich auch, da neue Szenen hinzu kommen und der zweite Teil des Spiels recht flott von der Hand geht. Bin noch begeisterter vom Soundtrack. Hach, super Spiel!

[Film] Alive (2002)

Jahr: 2002
Regie: Ryuhei Kitamura
Land: Japan

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Manga. Eine Genrezuteilung gestaltet sich bei diesem Film als sehr schwierig. Zunächst einmal ist der FIlm in mehrere Kapitel aufgeteilt, die jeweils auch einen eigenen Titel erhalten. Es beginnt alles damit, dass Tenshu auf dem elektrischen Stuhl sitzt und „getötet“ wird. Er überlebt die Stromstöße und erhält die Wahl zu sterben oder zu leben, natürlich unter bestimmten Bedingungen. Er entscheidet sich für das Leben und landet schließlich in der nächsten Zelle. Was dann die nächsten Szenen wie einem sehr ruhigen Psychothriller anmutet, wechselt irgendwann ins Sci-Fi Genre über. Um dann schließlich in einen Actionfilm mit vielen Kampfeinlagen überzugehen. Ein paar Horrorszenen finden sich auch, aber ein wirklich Horrorfilm ist Alive auch nach asiatischen Maßstäben überhaupt nicht.

Nun ja…die Stimmung des Filmes ist immer sehr atmosphärisch und erinnert an japanische Videospiele. Alles findet in einem futuristisch angehauchtem Raum statt. Problemantisch bei diesem Film ist der stetige Übergang in anderen Genre. Als ob man sich hier nicht einig werden konnte, was es nun werden soll. Natürlich muss ein Film nicht einem Genre entsprechen, allerdings ist hier der Genrewechsel meiner Meinung nach nicht sonderlich gelungen. Der Film ist zwar in sich unterhaltsam, allerdings wirken einige Szenen schon ziemlich lächerlich, darüber muss man hinwegsehen oder den Ausknopf drücken.

Für einen Asiastreifen, der von einem „Kultregisseur“ stammen soll, aber doch enttäuschend. Nur der Hauptcharakter ist doch ein cooler Held.