[Film] The Road (2009)

Ein dem Zuschauer unbekanntes Ereignis hat die Welt in postapokalyptische Zustände gestürzt. Die Landschaft ist karg, der Winter naht und die Zivilisation ist zerrissen.
Inmitten dieses Szenarios begleitet der Zuschauer die Geschichte von einem Vater und seinem Sohn (welche beide nie beim Namen genannt werden).
In kleinen Flashbacks erfährt man mehr von der Familie, was die Szenen zwischen Vater und Sohn umso mehr intensiviert.

Wirklich viel passiert in dem Film nicht. Zwar wird nach und nach die Grausamkeit der Welt aufgedeckt, aber das steht nicht im Vordergrund.

Für einige Geschmäcker mag zu wenig passieren, weil es sich bei The Road vornehmlich um eine Charakterstudie handelt. Wie ein Vater seinen Sohn darauf vorbereitet, in einer zerrütteten Welt zurecht zu kommen. Kaum Action, keine Aliens, keine Zombies, noch nicht mal die Ursache der Apokalypse wird erklärt.

Mir hat der Film jedenfalls gut gefallen, allerdings hätte ein bisschen mehr Action nicht geschadet oder man hätte eine bestimmte Sache erst gar nicht einführen sollen, so wird sie zu kurz angerissen. Das Ende hat mir nicht ganz zugesagt und wirkte irgendwie konstruiert.
Hier stellt sich die Frage, ob die kritisierten Punkte im Buch genauso umgesetzt sind. Nichtsdestotrotz, der Film unterhält und ist recht atmosphärisch. Die Schauspieler, insbesondere der Sohn, überzeugen.

 

[Buch] The Way of Kings (The Stormlight Archives 1)

Autor: Brandon Sanderson (*1975)

: 2010, USA; 2011 Deutschland

Gebundene Ausgabe: 1000 Seiten

Genre: High-Fantasy

„The Way of Kings“ liegt schon seit einem Jahr auf meiner Leseliste, mein Lieblingsautor Patrick Rothfuss hatte es auf seinem Blog vorgestellt, und da Empfehlungen von Lieblingsautoren bisher immer gut waren, wollte ich natürlich auch lesen. Tja und die Empfehlung hat sich als absolut passend für meinen Geschmack herausgestellt.

Nachdem der Hochkönig Gavilar ermordet wurde, tobt ein langjähriger Krieg auf den „shattered plains“, die Alethi wollen den Tod ihres Königs rächen, für den die Parshendi verantwortlich sind. Dazu sei allerdings auch gesagt, dass die Alethi gerne Krieg führen und somit da schon eher einen Volkssport betreiben als wirklich ernsthaft Krieg zu führen.

Der junge Krieger Kaladin landet als Sklave im Kriegslager und versucht mehr oder weniger unermüdlich, Menschen zu helfen.
Dalinar, einer der Hochprinzen, hat wiederrum ständig Visionen, die ihn dazu auffordern, die verschiedenen Hochprinzen und ihre Reiche zu vereinigen, da ein großer Feind naht, der die Verdamnis einleitet. Er soll sich dabei an einen Code halten, der aus dem Buch „The way of kings“ stammt.
Dann gibt es da noch Shallan, die unbedingt unter der bekannten Historikerin Jasnah ihre Lehre machen will. Aber das ist eigentlich nur ein Vorwand für einen perfiden Plan.
Der weitere Haupterzählstrang handelt von Szeth, einem „Truthless“ mit übermenschlichen Fähigkeiten, der für seine Meister morden muss. Er war es auch, der damals den Hochkönig ermordete.

Über die Welt Roshar lassen sich sicherlich viele Seiten schreiben, die Welt ist sehr schön und detailliert ausgearbeitet, fast schon ein eigenständiger Charakter. Dabei nicht zu abstrus, aber dennoch etwas fremd. Besonders wichtig für die Geschichte sind die sogenannten Highstorms, kräftige Stürme die ein besonderes Licht hervorbringen (oder von diesem begleitet werden), dieses Sturmlicht spielt eine besondere Rolle in der Welt und in der Erzählung.

Ich habe hier jetzt bewusst die vier Charaktere markiert, die in der Reihe eine wichtige Rolle führen werden (was so von Brandon Sanderson geäußert wurde). Denn zu Beginn des Buches wusste ich nicht so recht, welche Charaktere nun „wichtig“ sind, was auch daran lag, dass es einige Zwischenkapitel gibt und manche Handlungsstränge für lange Zeit fallen gelassen werden.
Die Zwischenkapitel sollen zwar mehr von Roshars Gesellschaft zeigen, allerdings fand ich sie hier mehr verwirrend als hilfreich.

Besonders hervorheben möchte in den könglichen Narren, Wit, der sicherlich noch eine größere Rolle spielen wird. Hoffe ich zumindest. Erinnert er mich doch ziemlich stark an den Narren aus dem Weitseher-Zyklus.

Was man zum dem Band sagen kann: er dient fast vollständig als Einführung. Im letzten Viertel werden langsam die Zusammenhänge zwischen den Protagonisten deutlich, sowie ein roter Faden etabliert und der epische Teil der Erzählung vollständig eingeführt. Ein Vorspiel von gut 800 Seiten ist ziemlich viel, aber in Anbetracht dessen, dass noch 9 Bücher folgen sollen, durchaus legitim. Dazu sei auch gesagt, dass die Einführung vom technischen Aspekt her gelungen ist, die Erzählung ist rund und (bis auf die Zwischenkapitel) flüssig. Die Welt wird zwar ausführlich erklärt, aber in angemessenen „Happen“, sodass der Leser nicht komplett überfordert wird.

Positiv: Die Hauptcharaktere sind alle sympathisch bis okay, die Welt ist echt interessant und die Geschichte entwickelt sich zu einem allumgreifenden Epos, so wie ich es mag.
Negativ: Zwischenkapitel, manchmal wirken Dalinar und Kaladin etwas zu ehrenhaft und gut

Fazit: Macht Lust auf mehr, verspricht ein tolles High Fantasy Epos zu werden. Einige Stellen waren etwas zu langatmig, aber sonst herausragend.

 

Top 100 Fantasy/Sci-Fi

Ein kleines Flowchart, welches durch die (englischsprachigen) Top 100 von Fantasy- und Sci-Fi Literatur führt. Hier gibt es die Top 100 nochmal als Liste.
(gefunden bei Nerdcore)

Welche Bücher ich gelesen habe:

1. Herr der Ringe: muss man nicht viel zu sagen, der Godfather of Fantasy.

5. A Song of Ice and Fire: Hmm, mein Geschmack hat es nicht getroffen (und ich find’s komisch, dass das Flowchart das als Low-Fantasy einordnet…).

6. 1984: eine klassische Dysutopie, mag ich sehr gern, aber find andere besser.

7. Fahrenheit 451: Das find ich besser, geht ja auch schließlich um Bücher, die systematisch verbrannt werden.

9. Brave New World: Weitere Dysutopie, mag ich auch sehr gerne, wegen der Biowissenschaften und weil so viel Shakespeare zitiert wird.

15. Watchmen: Habe ich noch nicht ganz durch, find ich klasse, aber würde es nicht so hoch im Ranking einordnen.

18. The Kingkiller’s Chronicle: Patrick Rothfuss, neuer Fantasygott. Eine meiner liebsten High-Fantasy Romane.

19. Slaughterhouse Five: mein Lieblingsbuch!

24: 2001: das Buch war noch abgefahrener als der Film.

28. Cat’s Craddle: siehe Nr.19, gleicher Autor. Kurt Vonnegut ist einfach ein genial.

30. A Clockwork Orange: oh weh, übel war das. Aber der Film hat mir besser gefallen.

33. Watership Down: Traurig, traurig, sehr schön. Den Film liebe ich über alles.

36. The Time Maschine: hier sind die Filme wohl zum in die Tonne kloppen, das Buch fand ich als Dysutopien-Fan natürlich klasse.

42. The Mist of Avalon: Wahrscheinlich der beste moderne Artusroman, aber den Hype kann ich trotzdem nicht so ganz verstehen.

46. Silmarillion: Gehört für mich eindeutig weiter nach vorne. Aber dafür, dass Tolkien es nie selbst beendet hat, doch eine gute Platzierung. Für viele ist der Bibelstil wohl nicht so toll, ich mag’s genau deswegen.

66. The Riftwar Saga: Nach den Tolkien-Sachen meine allerliebste High-Fantasy. Besonders der erste Band „Magician“ ist einfach super.

69. The Farseer Triology: Sehr schöne High-Fantasy, mit einem der unsympathischsten Protagonisten, die ich je gelesen habe. Aber trotzdem, dank der Geschichte und dann den tollen Nebencharakteren (der Narr!!) einfach nur klasse.

70. The Time Traveler’s Wife: Toll geschrieben, spannend und absolut scheiße, weil das Ende so endlos traurig war. Mich wundert es ein bisschen, dass so ein Schmöcker es in die Liste geschafft hat, hätte ich nicht erwartet.

71. The Way of King’s: Wird hoffentlich noch im Ranking etwas steigen, es hat Potenzial 🙂

89. The Outlander Series (dt. Feuer und Stein): Die ersten Bände waren wirklich super, hach, Schottland und alles. Schade, dass die Autorin das Thema bis zur Lächerlichkeit ausschlachten musste. Irgendwann hab ich aufgehört mit der Serie.

~20 von 100 habe ich also gelesen. Man sieht, dass je weiter es nach hinten geht, desto weniger habe ich gelesen.

Was hier fehlt: „Otherland“ von Tad Williams. Fantasy-Sci-Fi der besten Art, mit vielen tollen Charakteren und absolut süchtig machend.

Was ich in naher Zukunft lesen will: „The Wheel of Time“ und irgendetwas von Neil Gaiman, da dieser Mann überall rumspukt. Coraline fand ich ja schon ganz gut.

Wohin das Flowchart mich geführt hat: „The Way of Kings“, yay. Und in der Sci-Fi Richtung zu „2001“.

Und wie wäre es, wenn ich das als 10 Jahres Challenge setze? Hmm, würde mich ja schon reizen, aber ob ich das schaffe?^^ Jedenfalls mag ich solche Listen als Anreiz, auch wenn ich da nur teilweise konform gehe, aber so ist es halt immer wenn ein Literaturkanon aufgestellt wird.
Ich bin jedoch nicht so wahnsinnig und mache selbst eine Liste, das würde auch mindestens 10 Jahre dauern und in einem Streit mit mir selbst enden!

Uh, und es gibt noch eine Liste mit 237 Titeln, für den Hardcore-Sci-Fi-Fantasy-Leser.
Ich berichte dann in 10 Jahren, was aus diesem Leseprojekt wurde! 😉