[Buch] Silverthorn (The Riftwar Saga 2)

Weiter geht es mit der Riftwar-Saga, nach Magician habe ich nun den zweiten Teil „Silverthorn“ beendet.

Einige Zeit nach dem Spaltkrieg mit den Tsurani scheint sich alles halbwegs normalisiert zu haben. Der „Herr des Westens“, Prinz und Thronfolger, ist frisch verliebt und möchte daher bald seine Angebete in Krondor heiraten. Der ganze Adel inklusive König ist zu den Festlichkeiten eingeladen. Alles scheint fröhlich und munter, bis eines Tages der junge Dieb Jimmy the Hand im Palast auftaucht und dem Prinzen mitteilt, dass die sogenannten „Nighthawks“ ein Attentat auf ihn verüben wollen. Die Suche nach den Assassinen bleibt erfolgslos, bis die Hochzeitsfeier dadurch endet, dass der Prinz zwar entkommt, aber seine Verlobte schwer verletzt in seinen Armen niedersinkt. Doch es gibt eine Rettung: Silverthorn! Pech nur, dass kaum jemand weiß, wo diese Pflanze nun wachsen könnte und ob sie überhaupt abseits der Legenden existiert…mit seinen Gefolgsleuten und Jimmy macht sich der Prinz also auf die verzweifelte Suche nach der rettenden Pflanze, während seine Feinde weiterhin seinen Tod wünschen. Ich habe jetzt mal aus Spoilergründen die Namen weggelassen.

Nicht nur dieses Gespann taucht in „Silverthorn“ auf, wie schon in „Magician“ führt Feist nach und nach weitere (größtenteils aus Magician bekannte) Charaktere in die Handlung ein. Der eine Handlungsstrang begleitet die Gruppe auf der Suche nach Silverthorn, der andere Handlungsstrang konzentriert sich auf eine andere Figur und entwickelt jene weiter. Während in Magician der Junge Pug als zentraler Charakter diente, ist es hier der vorwitzige Dieb Jimmy (über den es auch ein kleines Spin-Off Buch gibt).

Mit Magician kann dieses Buch nicht mithalten, aber das war auch nicht zu erwarten. So dient der zweite Band der Riftwar Saga auch eher als Zwischenspiel und leitet den finalen Band ein. Nichtsdestotrotz vereint auch Silverthorn alles, was mir in Magician gefallen hat, auch wenn dieser Band weit weniger episch ausfällt. Aber es ist schön, den Prinzen und sein Gefolge etwas näher kennenzulernen, vor allem was Jimmy angeht auch amüsant.

Sehr positiv aufgefallen ist mir noch dazu, dass die Dramatik nicht künstlich gesteigert wird, wie es bei vielen anderen Fantasybüchern der Fall ist, wo einfach alles schlecht geht, was schlecht gehen kann. Die Geschichte erinnert mich schon fast an mittelalterliche Artussagen in ihrem soliden Aufbau.

Ich bin gespannt auf „A Darkness at Sethanon“. Obwohl ich denn schon vor Jahren gelesen habe, weiß ich überhaupt nicht mehr, wie er ausgeht!

[Buch] Pretty Little Liars (Pretty Little Liars 1)

Autor: Sara Shepard (*1973)

Reihe: Pretty Little Liars (Teil 1)

: 2006, USA

Genre: young adult novel

Zielpublikum: Jugendliche und junge Erwachsene, die Spaß daran haben herauszufinden, wer Alison getötet hat

Inhalt: Die Mädchenclique um Aria, Emily, Spencer und Hanna zerbricht, nachdem ihre Freundin Alison verschwindet. 3 Jahre später kehrt Aria zurück in ihre Heimatstadt und sieht, dass sich ihre ehemaligen Freundinnen endgültig voneinander entfernt haben. Der Leser lernt nach und nach die Mädchen kennen, die sich hinter der Arroganz der High Society verstecken und bekommt auch einen ersten Ausblick darauf, wie wichtig Ali für die Clique war.

Stil: Locker leicht geschrieben, mit Schulenglisch sehr gut zu verstehen. Keine stilistischen Besonderheit, dafür ein gutes Erzähltempo und eine interessante Geschichte.

Vergleich zur TV-Serie: Das erste Buch siedelt weit vor der ersten Staffel an und obwohl mir natürlich alles bekannt war, fand ich das Buch ganz interessant, weil man so etwas mehr in die Köpfer der Mädels blickt.

Fazit: gute Unterhaltung, an zwei Abenden durchgelesen. Genau das was ich wollte, ein kleines bisschen mehr Tiefe hätte nicht geschadet, aber dennoch 4 Sterne. Natürlich sind die Sterne genreabhängig vergeben und sollten nicht mit den Bewertungen für High-Fantasy etc. verglichen werden 😀

 

[Buch] Magician (The Riftwar Saga 1)

At Crydee, a frontier outpost in the tranquil Kingdom of the Isles, an orphan boy, Pug, is apprenticed to a master magician – and the destinies of two worlds are changed forever. Suddenly the peace of the Kingdom is destroyed as mysterious alien invaders swarm through the land. Pug is swept up into the conflict but for him and his warrior friend, Tomas, an adyssey into the unknown has only just begun. […]

Ich habe bewusst den letzten Satz des Klappentextes weggelassen, da er meiner Meinung nach schon etwas zu viel verrät.

Spaltkrieg-Reihe
Im Vorfeld zu der Ausgabe: Magician ist eigentlich in zwei Bücher unterteilt, Pug and Tomas sowie Milamber and the Valheru. Im deutschen sind die Teile separat kaufbar, unter den Namen Lehrling des Magiers sowie Der verwaiste Thron. Nicht nur sind die Titel absolut unpassend, noch dazu bekamen die Bücher unheimlich hässliche Cover. Bitte davon nicht abschrecken lassen.
Magician ist das erste Buch der Riftwar Saga (Die Midkemia Saga 1-4), es folgen die Bände Silverthorn (Die Gilde des Todes) und A Darkness at Sethanon (Dunkel über Sethanon). Insgesamt folgen noch 4 weitere Spaltkrieg-Bücher, deren Reihe aus 2-3 Bänden besteht.
Jeder Spaltkrieg ist theoretisch ohne Vorkenntnisse lesbar (ich habe vor Jahren mit dem zweiten begonnen) , aber natürlich ist es schöner, wenn man das Große Ganze kennt.
Ebenso sei gesagt, dass Magician komplett in sich abgeschlossen ist. Es dient als erstes „Kennlernbuch“ der Welt von Midkemia und lässt den Leser frei entscheiden, ob er weiter in diese Welt eintauchen möchte oder nicht.

Inhalt
Pug und Tomas wachsen im Herzogtum von Crydee wie Brüder auf. Ganz aufgeregt fiebern sie dem Tag der „Erwählung“ entgegen, so entscheidet sich dann, welcher Junge in welches Handwerk gehen darf. Wie zu erwarten darf der charismatische und extrovertierte Tomas eine Ausbildung zum Soldaten anfangen. Der schmale und kleine Pug jedoch wird für kein Handwerk erwählt – bis der Hofmagier Kulgan, größtenteils aus Mitleid, den Herzog darum bittet, Pug als Magierlehrling aufnehmen zu dürfen. Dazu sei gesagt, dass Magier keine allzu positive Reputation haben. Besser als nichts, denkt sich Pug, und aktzeptiert die Lehre. Jedoch scheint es alles andere als zu klappen, Talent ist zwar irgendwo vorhanden, allerdings blockiert irgendetwas den jungen Lehrling.
Eines Tages strandet ein Fremdling (im Englischen „alien“ genannt, aber es handelt sich nicht um unsere Aliens, sondern um normale Menschen) an den Ufern Crydees. Er spricht eine unbekannte Sprache und scheint keiner Nation dieser Welt zuzuordnen zu sein. Und dies ist der Auftakt des Spaltkriegs, als eine fremde Nation durch einen Spalt in Raum und Zeit in das Königreich einfällt. Wieso, das weiß niemand so recht. Im Zuge diese Krieges sind Tomas‘ und Pugs Schicksal tief in die Geschichte verwoben, jeder muss auf andere Weise lernen, dieses zu bändigen.

Erzählung
Auch wenn alles als Coming of Age Geschichte um Pug und Tomas beginnt, so wandelt sich die Erzählung zu einer übergreifenden Geschichte um den Spaltkrieg. Scheinbare Nebencharaktere gewinnen langsam mehr an Gewicht, sodass der Leser sie peu á peu kennenlernt und nicht direkt mit mehreren Erzählsträngen überfordert wird.
Die Erzählung ist im Vergleich zu anderer High Fantasy recht flott, aber bleibt weiterhin tiefgehend. Es gibt einige Zeitsprünge, die allerdings immer genau richtig gewählt sind. Trotz einer recht großen Anzahl an Charakteren, behält der Leser weitesgehend einen guten Überblick.
Sehr ausgewogen ist die Komposition des Inhalts, die Geschichte liefert eine (in meinen Augen) gute Mischung aus Kriegsbeschreibungen, Reiseabenteuern, Drama, witzigen Momenten (für die Leseratten wird wohl der Magier Kulgan für einigen Spaß sorgen, wenn er mal wieder nicht ohne einen Sack Bücher im Gepäck verreisen will!) und Liebesgeschichten (allerdings auf recht subtile Art, wie bei Tolkien ungefähr). Umrahmt wird die Erzählung von der tiefen Freundschaft zwischen den Jungen Pug und Tomas.

Fazit
Mein absoluter Favorit unter den High Fantasy Romanen. Ich lese das Buch zum zweiten Mal und war trotzdem total zutiefst gefesselt von der Geschichte. Es ist einfach alles dabei, was man sich bei epischer Fantasy wünscht, und das, ohne Klischees zu bedienen oder nach einem typischen Schwarz-Weiß Schema zu verfahren.
Schön ist, dass man als Leser nicht direkt in die große Welt Midkemias reingeworfen wird, sondern nach und nach sich reinliest. Wer gefesselt ist darf sich freuen, dass es weitere Bücher mit den Helden, sowie ihren Nachkommen gibt. Jedoch werden auch viele weitere Charaktere eingeführt, sodass keine Geschichte ausgelutscht wirkt.

Dazu sei gesagt, dass im Laufe der Reihe auch eher untypische Fantasyrassen auftauchen, immerhin geht es bei den Spaltungskriegen um Kriege zwischen verschiedenen Welten (nein, es ist dennoch kein Krieg der Welten oder Star Wars), allerdings ist es nie ein zu großes Gewirr mit den allerverschiedensten Rassen.

Kurz gesagt: Einer der besten High Fantasy Romane!