[Buch] Magician (The Riftwar Saga 1)

At Crydee, a frontier outpost in the tranquil Kingdom of the Isles, an orphan boy, Pug, is apprenticed to a master magician – and the destinies of two worlds are changed forever. Suddenly the peace of the Kingdom is destroyed as mysterious alien invaders swarm through the land. Pug is swept up into the conflict but for him and his warrior friend, Tomas, an adyssey into the unknown has only just begun. […]

Ich habe bewusst den letzten Satz des Klappentextes weggelassen, da er meiner Meinung nach schon etwas zu viel verrät.

Spaltkrieg-Reihe
Im Vorfeld zu der Ausgabe: Magician ist eigentlich in zwei Bücher unterteilt, Pug and Tomas sowie Milamber and the Valheru. Im deutschen sind die Teile separat kaufbar, unter den Namen Lehrling des Magiers sowie Der verwaiste Thron. Nicht nur sind die Titel absolut unpassend, noch dazu bekamen die Bücher unheimlich hässliche Cover. Bitte davon nicht abschrecken lassen.
Magician ist das erste Buch der Riftwar Saga (Die Midkemia Saga 1-4), es folgen die Bände Silverthorn (Die Gilde des Todes) und A Darkness at Sethanon (Dunkel über Sethanon). Insgesamt folgen noch 4 weitere Spaltkrieg-Bücher, deren Reihe aus 2-3 Bänden besteht.
Jeder Spaltkrieg ist theoretisch ohne Vorkenntnisse lesbar (ich habe vor Jahren mit dem zweiten begonnen) , aber natürlich ist es schöner, wenn man das Große Ganze kennt.
Ebenso sei gesagt, dass Magician komplett in sich abgeschlossen ist. Es dient als erstes „Kennlernbuch“ der Welt von Midkemia und lässt den Leser frei entscheiden, ob er weiter in diese Welt eintauchen möchte oder nicht.

Inhalt
Pug und Tomas wachsen im Herzogtum von Crydee wie Brüder auf. Ganz aufgeregt fiebern sie dem Tag der „Erwählung“ entgegen, so entscheidet sich dann, welcher Junge in welches Handwerk gehen darf. Wie zu erwarten darf der charismatische und extrovertierte Tomas eine Ausbildung zum Soldaten anfangen. Der schmale und kleine Pug jedoch wird für kein Handwerk erwählt – bis der Hofmagier Kulgan, größtenteils aus Mitleid, den Herzog darum bittet, Pug als Magierlehrling aufnehmen zu dürfen. Dazu sei gesagt, dass Magier keine allzu positive Reputation haben. Besser als nichts, denkt sich Pug, und aktzeptiert die Lehre. Jedoch scheint es alles andere als zu klappen, Talent ist zwar irgendwo vorhanden, allerdings blockiert irgendetwas den jungen Lehrling.
Eines Tages strandet ein Fremdling (im Englischen „alien“ genannt, aber es handelt sich nicht um unsere Aliens, sondern um normale Menschen) an den Ufern Crydees. Er spricht eine unbekannte Sprache und scheint keiner Nation dieser Welt zuzuordnen zu sein. Und dies ist der Auftakt des Spaltkriegs, als eine fremde Nation durch einen Spalt in Raum und Zeit in das Königreich einfällt. Wieso, das weiß niemand so recht. Im Zuge diese Krieges sind Tomas‘ und Pugs Schicksal tief in die Geschichte verwoben, jeder muss auf andere Weise lernen, dieses zu bändigen.

Erzählung
Auch wenn alles als Coming of Age Geschichte um Pug und Tomas beginnt, so wandelt sich die Erzählung zu einer übergreifenden Geschichte um den Spaltkrieg. Scheinbare Nebencharaktere gewinnen langsam mehr an Gewicht, sodass der Leser sie peu á peu kennenlernt und nicht direkt mit mehreren Erzählsträngen überfordert wird.
Die Erzählung ist im Vergleich zu anderer High Fantasy recht flott, aber bleibt weiterhin tiefgehend. Es gibt einige Zeitsprünge, die allerdings immer genau richtig gewählt sind. Trotz einer recht großen Anzahl an Charakteren, behält der Leser weitesgehend einen guten Überblick.
Sehr ausgewogen ist die Komposition des Inhalts, die Geschichte liefert eine (in meinen Augen) gute Mischung aus Kriegsbeschreibungen, Reiseabenteuern, Drama, witzigen Momenten (für die Leseratten wird wohl der Magier Kulgan für einigen Spaß sorgen, wenn er mal wieder nicht ohne einen Sack Bücher im Gepäck verreisen will!) und Liebesgeschichten (allerdings auf recht subtile Art, wie bei Tolkien ungefähr). Umrahmt wird die Erzählung von der tiefen Freundschaft zwischen den Jungen Pug und Tomas.

Fazit
Mein absoluter Favorit unter den High Fantasy Romanen. Ich lese das Buch zum zweiten Mal und war trotzdem total zutiefst gefesselt von der Geschichte. Es ist einfach alles dabei, was man sich bei epischer Fantasy wünscht, und das, ohne Klischees zu bedienen oder nach einem typischen Schwarz-Weiß Schema zu verfahren.
Schön ist, dass man als Leser nicht direkt in die große Welt Midkemias reingeworfen wird, sondern nach und nach sich reinliest. Wer gefesselt ist darf sich freuen, dass es weitere Bücher mit den Helden, sowie ihren Nachkommen gibt. Jedoch werden auch viele weitere Charaktere eingeführt, sodass keine Geschichte ausgelutscht wirkt.

Dazu sei gesagt, dass im Laufe der Reihe auch eher untypische Fantasyrassen auftauchen, immerhin geht es bei den Spaltungskriegen um Kriege zwischen verschiedenen Welten (nein, es ist dennoch kein Krieg der Welten oder Star Wars), allerdings ist es nie ein zu großes Gewirr mit den allerverschiedensten Rassen.

Kurz gesagt: Einer der besten High Fantasy Romane!

[Buch] Wunschkrieg (Die Sturmkönige 2)

Ich habe bereits hier den ersten Teil der Dschinnland-Reihe rezensiert und war ja sehr begeistert.

Nun habe ich innerhalb von drei Tagen Teil 2 zu Ende gelesen, was für mein normales Leseverhalten sehr erstaunlich ist, sonst lese ich deutlich langsamer.

Weiter geht es also mit der Geschichte um Sabatea, Tarik und seinen jüngeren Bruder Junis.

Die Handlung wird jetzt abwechselnd erzählt. In Bagdad, versucht Tarik Sabatea zu retten, während diese den Kalifen und seinen Berater/Hofmagier näher kennenlernt.

Junis ist mittlerweile bei den Sturmkönigen gelandet, jener Gruppierung, die versucht in den Wüsten die Dschinne zu besiegen. Dort trifft er auf zwei äußerst interessante Persönlich- keiten.

Mehr möchte ich an dieser Stelle auch nicht verraten, bis auf einige Aspekte ist die Handlung nämlich recht überraschend und dennoch schlüssig.

Wie gewohnt ist die Erzählung flüssig und der Erzählstil sowohl schön als auch leichgängig. Obwohl dies der Mittelteil einer Reihe ist, der meiner Meinung nach oft schwächelt, wird hier doch weiterhin Spannung aufgebaut und „das Final“ unterhaltsam vorbereitet. Der Leser erfährt viel Neues und wird immer tiefer in die Welt rund um die „Wilde Magie“ hineingesogen. Und fragt sich zurecht am Ende des zweiten Bandes: Wie zum Teufel soll das alles enden?

Fazit: Wunschkrieg ist anders als Teil 1, da hier mehr Charaktere und mehr Handlungsstränge eine Rolle spielen. Kein bloßes „Übergangsbuch“ zum finalen Teil, sondern absolut lesenwert 🙂

 

[Buch] The Last Battle of the Icemark (Icemark Chronicles 1)

Blood, Blast and Fire!

Das ist der Kriegsschrei der Armee der Eismark, welche von einem kleinen Völkchen rauer Nordmänner und -frauen bewohnt wird. Seit geraumer Zeit herrscht Frieden in den Nordlanden, da der König einst die Vampirmonarchen besiegt hat. Doch eine neue Bedrohung aus dem Süden wächst heran, das Imperium und der berühmt-berüchtigte General Scipio Bellorum (Lateiner haben ihre helle Freude an dem Namen) nehmen Land für Land ein und wollen sicherlich auch nicht vor der Eismark halt machen.

Die Erzählung kommt schnell in Fahrt und hält sich kaum mit einer größeren Einführung auf. Was nichts ungewöhnliches ist, da in der Eismark-Reihe jeder Band für sich abgeschlossen ist.

Thirrin verliert ihren Vater im Krieg und muss nun mit 14 Jahren die Königin der Eismark werden. Während die Bedrohung aus dem Süden immer näher rückt. Wie soll sie die gewaltigen Armeen des Imperiums zurückschlagen? Ein Kampf gegen die Zeit beginnt, Thirrin muss nicht nur ihre eigene Armee vergrößern sondern auch neue Verbündete gewinnen. Aber wen? Die Vampirkönige, die einst ihr Vater besiegt hat? Unmöglich.

Nein, dies ist kein Vampirroman, das sag ich schonmal vorweg. Wer sich überraschen lassen möchte, sollte nicht den Klappentext lesen. Dort wird nämlich etwas zu viel verraten für meinen Geschmack.

Die Geschichte erzählt vor allem zwei Sachen: Thirrins Suche nach den Verbündeten, die etwas zu leicht ausfällt und den Kriegskämpfen. Der Rest kommt leider viel zu kurz. So ist das Buch zwar sehr gut zu lesen und kurzweilig, aber ich persönlich habe mir einfach etwas mehr gewünscht. Andere Autoren hätten sicher diese Geschichte auf drei Bücher erweitert, so in der jetzigen Form kann man sie kaum „episch“ nennen, weil alles zu schnell geht. Irgendwie mutet es so an, als ob der Autor hier sehr an eine Verfilmung gedacht hat, mich hat die Geschichte an Fantasystreifen wie Narnia und der Goldene Kompaß erinnert.

Schöne Ideen, zeigt auch andere als die bisher bekannten Fantasiewesen, und der Mix aus Altbekanntem (römisches Reich, Nordgermanen) mit neuen Elemten ist schon recht amüsant. Aber ich kann jetzt auch nicht sagen, dass ich richtig begeistert bin, da das Buch nunmal leider zu kurzweilig ist.

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, kann mir vorstellen, dass Leser auf Schulenglisch-Niveau hier besser zur deutschen Ausgabe greifen sollten. Wer Erfahrung mit englischer High Fantasy hat, wird hier keine Probleme beim Verstehen haben.