August 2026

Der August war gefühlt mehrere Monate lang, aber auf eine gute Art! Zwei sehr schöne Urlaube haben wir gemacht. Einmal mit den Hundis in Holland am Meer, wo wir auch schwimmen gehen konnten (naja, Panka blieb lieber am Strand). Und dann ohne Hundis auf der andere Seite in Portsmouth, England, wo wir sehr viele alte Schiffe und U-Boote besichtig haben. Besonders angenehm in Portsmouth war der fehlende Massen-Tourismus, es gab fast nur englische Touristen und dann auch keine der Sorte, die nur für ihren Instagram Account anreisen. Dann gab es Ende August noch diverse Treffen mit Freundinnen und Bekannten, sodass der Urlaub/August einen schönen Ausklang hatte. Und endlich endlich ist dieser Höllensommer vorbei.

Spiele: Cozy Grove Spirit Camp hat mich leider doch schnell gelangweilt. Mal finde ich Spiele, wo ich tägliche Pflichten erledigen muss irgendwie total toll und bin richtig süchtig danach. Und dann fühlt es sich nur wie ein Job an und das muss dann nicht sein. Generell hatte ich wenig Spielelust, aber das lag sicher auch am Wetter.

Bücher:
Sehr viele Bücher geschafft, und zusätzlich auch ein paar Manga, die ich aber alle nicht so toll fand.

  • The Correspondant von Virginia Evans: Mein Highlight des Monats! Die Geschichte wird anhand von diversen Briefen erzählt, das ist etwas ungewöhnlich, funktioniert aber sehr gut. Ich brauchte etwas Anlauf um reinzukommen, die Protagonistin ist auch nicht sonderlich sympathisch, aber das Buch war am Ende sehr spannend und berührend.
  • Der Untergang kann warten von Pia Lamberty: Ich mochte den Aufbau mit den relativ kurzen Kapiteln, inklusive kleiner Zusammenfassung. Es ist kein Ratgeber, sondern untersucht die psychologischen Hintergründe der Angst „vorm Untergang“ (in Bezug auf die aktuelle politische Lage und den Klimawandel). Aber die Hintergründe können dabei helfen, selbst mit Ängsten und Sorgen umzugehen.
  • Mit Physik auf der Suche nach dem Sinn des Lebens von Tim Vollert: Es hat sich viel getan, seitdem ich zuletzt über aktuelle Physik/Astronomie gelesen habe und ich war stellenweise sehr schockiert, was man mittlerweile als gegeben annimmt. Die Komponente mit dem Sinn des Lebens fand ich auch ganz interessant, aber vielleicht ist es auch für manche Leute sehr beängstigend nochmal genauer nachzulesen, wie klein und unbedeutend ein einzelner Mensch in Relation zum Weltraum ist.
  • Frau Shibatas geniale Idee (im engl. Diaries of a Void) von Emi Yagi: Ich muss sagen, der Titel hätte mich fast abgeschreckt, da finde ich den englischen deutlich passender. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es war abgedreht und etwas surreal, auch sehr bissig.
  • Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah (im engl. On the Balance Beam) von Cho Nam-Joo: auch hier finde ich den englischen Titel deutlich passender. Es geht um eine mittelalte Koreanerin, die plötzlich ihren Job verliert und nun auch droht obdachlos zu werden, weil ihr Elternhaus (sie lebt bei ihren Eltern) neuen Wohnungen weichen soll. Aufgrund der vielen Zeitsprünge würde ich die Geschichte eher nicht als Audiobuch hören, aber ansonsten war es ganz interessant, diese koreanische Perspektive zum Thema präkeres Wohnen zu lesen.
  • The List von Yomi Adegoke: Dieses Buch ist auf Goodreads sehr kontrovers und vorwiegend negativ aufgenommen worden. Es geht um Feminismus, insbesondere „Internet-Aktivismus“, man sollte schon Twitter und Social Media kennen, um der Geschichte folgen zu können. Ich fand das Gedankenexpiriment sehr interessant, aber bin unschlüssig, ob ich das Buch nun gut fand oder eher nicht.
  • Tokyo Girls Club (im engl. Hooked) von Asako Yuzuki: Same same mit dem Problem, dass der deutsche Titel nicht wirklich passt. Es geht um eine Frau, die im Großhandel für Fische arbeitet und anfängt einer „Hausfrauen-Bloggerin“ obsessiv zu folgen. Hat mir wie auch schon Yuzukis gehypte Roman Butter sehr gut gefallen.
  • Brimstone von Callie Hart: Die Fortsetzung von Quicksilver, einem weiteren Vertreter des Fae-Romance-Genres. Den ersten Band mochte ich noch irgendwie, aber den Nachfolger fand ich leider sehr langweilig. Ich glaube das liegt daran, dass das Booktok-Publikum Bücher mit Dialogen präferiert und ich diese ständigen Dialoge einfach als eine lange Abfolge von sehr drögen Meetings empfinde, da reicht es mir auch nicht, dass die Meetingteilnehmer alle sexy fae sind, es bleibt ein Meeting that could have been prose text.

Serien:

  • Kaulitz & Kaulitz S3: Unterhaltsam und kurzweilig wie schon die vorherigen Staffeln.
  • House of the Dragon S3: Hab schon wieder fast alles vergessen, es gab Tode und Wendungen, aber spannend fand ich die Staffel trotzdem nicht.
  • Knight of the Seven Kingdoms S1: Hier habe ich wohl die Serie aus dem GRRM-Universum gefunden, die mir bisher am besten gefällt. Und dass obwohl ich den gelegentlichen Fäkalhumor sehr nervig fand. Aber die Story erinnerte mich an die Canterbury Tales or Le Morte d’Arthur. Hätte gut gepasst, wenn die Sprache in der Serie Mittelenglisch gewesen wäre, aber war auch mit aktuellem Englisch unterhaltsam und gut gemacht.
  • Silo S3: Die zweite Staffel fand ich nicht so gut, dafür war die dritte Staffel einfach nur großartig. Die zweite Story-Ebene, die die Vergangenheit beleuchtet und das Staffelfinale waren größartig. Am schönsten finde ich, dass Staffel 4 schon fertig ist und die letzte Staffel sein wird, also, wir kriegen hoffentlich ein gutes, rundes Ende. Leider versacken die meisten Serien entweder in ewig vielen Staffeln oder enden mit der Absetzung.
  • Sterling Point S1: Another teenage drama. Am Anfang fand ich die Serie doof und man muss beim Setting auch einige Augen zudrücken, aber die Freundschaft zwischen den Mädchen ist einfach sehr cute gemacht.
  • Ted Lasso S4: Hier drücken wir auch ein paar Augen zu, wieso Ted Lasso doch wieder nach Richmond zurückkehrt, um nun ein neues Frauen-Team aufzubauen. Ich freue mich aber und mag die vierte Staffel bisher genauso wie die vorherigen. Dieses Jahr war ich nicht in meinem geliebten Richmond, also kann ich wenigstens etwas in der Serie sehen.

Filme:
The good one:
„Was haben wir gelacht“ mit u.a. Hella von Sinnen, Esther Schweins und Gaby Köster. Hat mir äußerst gut gefallen, ein Rückblick auf die Karrieren von Frau in der deutschen Comedy/Talkshow-Szene um die 90er Jahre herum. Meine kleine Genugtuung war, dass Harald Schmidt nicht gut weg kam. Als ich Teen war, galt es als cool und „intellektuell“ seine Show zu mögen, ich mochte ihn schon damals nicht. Die Frauen waren damals für mich eher eine Randerscheinung, aber wenn ich heute die alten Clips sehe, kann ich das mit einem anderen, befreiteren Blick tun.
„Ocean with David Attenborough“ – ich dachte, das wird jetzt eine nette Doku über das Meer mit Attenboroughs sympathischer Erzählstimme. Nein, es war eher eine Abrechnung mit der Menschheit und ein dringender Appell an jene, die Meere möglichst bald zu retten. Sehr hart anzusehen, aber umso wichtiger.

The bad ones:
„Obsession“ – wurde sehr gefeiert, ich weiß bis heute nicht, was ich von dem Film halte. Er wirkt auf mich misogyn, während andere sagen, er wäre genau deswegen feministisch.
„Disclosure Day“ – es ist ein Steven Spielberg Film, wie er in den 80/90ern hätte laufen können und das ist das große Problem daran, wir leben in anderen Zeiten und Spielberg überschätz die Macht vom klassischen Fernsehen.
„The Last House“ – ich bin nicht die einzige, die dachte, dass der Film von einer KI gemacht wurde und ich bleibe auch dabei. Die Kamerafahrten, die teils unrealen Dialoge, die ganze Story. Da hat eine KI „geholfen“ und das Ergebnis war leider nicht gut.