[Film] Brightburn

Ein Paar wünscht sich sehnsüchtig ein Kind, doch eine Schwangerschaft will nicht kommen. Welch ein Geschenk des Himmels als sie eines Tages im Wald ein kleines Raumschiff finden, in dem ein Kleinkind liegt. Überglücklich adoptieren sie das Kind, welches bald besondere Kräfte zeigt.

„Leute, adoptiert nicht einfach so fremde Alienkinder!“, möchte Brightburn uns sagen. Denn Brandon entpuppt sich nicht als kleiner Superman, sondern als Bösewicht, ein Anti-Superheld wie er im (Comic-)Buche steht.

Anfangs hielt ich den Film noch für eine witzige Parodie auf Superheldenfilmen, doch dann wird Brightburn ziemlich schnell ein düsterer Horrorfilm, der auch nicht mit Gore-Elementen spart. Etwas schade fand ich in dem Fall, dass der Film sich ein bisschen wie ein B-Movie anfühlt und ich das Gefühl hatte, dass das volle Potenzial nicht ausgeschöpft wird. Aber trotzdem gute Unterhaltung für 90min und eine schöne Genre-Mischung. Das Kind in seinem creepy Kostüm werde ich nicht so schnell vergessen.

[Film] Whip it!

Die Existenz dieses 2009 erschienen Films (auf Deutsch „Roller Girl“) ist völlig an mir vorbei gegangen, genauso wenig kannte ich roller derby, ein Kontaktsport, der auf Rollschuhen gespielt wird. Ah, als jemand der liebend gerne Inliner fährt und Fußball immer mit etwas mehr Wumms als nötig gespielt hat, wäre das ja mal ein Sport für mich gewesen. Naja, jedenfalls: Coming-of-Age Film, die 17jährige Bliss (Ellen Page) ist etwas schüchtern und leidet unter den Ambitionen ihrer Mutter, die den klassischen amerikanischen Schönheitsshows verfallen ist. Dann verliebt sich Bliss ins roller derby. Der Film ist großartig, hat eine rockige-dreckige Atmosphäre mit einem tolle Soundtrack, ist voll und durch weiblich (Regiedebut von Drew Barrymore, die Story basiert auf einem Roman der ehemaligen roller derby Spielerin Shauna Cross) und könnte glatt als mentaler Vorgänger der Serie Glow durchgehen.

[Film] Studio Ghibli

Netflix hatte alle Ghibli-Filme im Angebot und ich habe mir zur Aufgabe gemacht (ha als ob ich sonst keine horrende Watchlist hätte), alle chronologisch anzuschauen (vorausgesetzt ich finde die ersten Filme nicht total doof). Dies wird ein Sammelpost zu den Kurzreviews.

Kiki’s Delivery Service – Kikis kleiner Lieferservice (1989)
Inhalt: Kiki ist 13 Jahre alt und das heißt bei Hexen, dass sie von Zuhause ausziehen und ihre Ausbildung alleine in einer anderen Stadt fortsetzen. Nix da mit Internat! Zusammen mit ihrer schwarzen Katze Jiji verschlägt es Kiki in eine europäisch anmutende Stadt am Meer. Da sie als besondere Hexenkraft nur das Fliegen auf ihrem Besen beherrscht, gründet sie einen Lieferservice.
Gesehen am 16.02.2020: Da hätten wir den ersten Ghibli-Film, der mir richtig gut gefallen hat! Ob es daran liegt, dass der Film ein Kinderbuch als Vorlage hat? Hier hat für mich alles gepasst, die schönen Zeichnungen, Jiji als süßer und lustiger Sidekick und eine unterhaltsame Geschichte darüber, wie Kiki selbstständig wird. Einziger Wermutstropfen: der Film war irgendwann einfach vorbei, dabei hätte ich gerne Kiki’s Werdegang weiter verfolgt.
Kleiner Hinweis am Rande: wer die englische Synchro von Disney (1998) guckt, dem wird eine etwas andere Katze präsentiert, sie ist sarkastischer als die japanische Version, wird von einem Mann anstatt von einer Frau gesprochen und das Ende wird leicht verändert (was ich sehr schade finde, da ich das Ende bezüglich Jiji ganz gut fand). Die neuste Synchro ist wieder näher am japanischen Original.

My Neighbor Totoro – Mein Nachbar Totoro (1988)
Inhalt: Zwei Schwestern ziehen zusammen mit ihrem Vater auf’s Land, in ein altes Haus am Waldrand. Dort treffen sie auf mysteriöse Wesen, darunter den großen Totoro, in meinen Augen einer Mischung aus Bär, Faultier und Nagetier.
Gesehen am 11.02.2020: Mir hat der Film deutlich besser gefallen als Castle in the Sky, auch wenn er nicht diese gesellschaftliche Meta-Ebene hat und die Geschichte in ihrer Einfachheit fast „underwhelming“, nicht gerade überwältigend, ist. Aber die Nostalgie gefiel mir, wie die Mädchen das alte Haus kennenlernen, die umliegende Gegend und Natur erkundigen und dann märchenhafte Abenteuer erleben, die nicht nur eine Ablenkung von der Realität sind, sondern auch pure Lebensfreude bereiten. Der Nostalgiefaktor, die schönen Zeichnungen und der süße Totoro zeichnen den Film aus. Oft musste ich an meine eigene Kindheit denken, die ich tatsächlich auch mal abseits vom Fernseher in der Natur verbrachte. Aber auch nach diesem Film bin ich etwas ratlos, wieso Ghibli so ein Hype ist. Totoro hat mich an geliebte japanische Zeichentrickserien von früher erinnert, aber den Hype kann ich nach wie vor nicht so ganz verstehen, vielleicht muss man es als Kind gesehen haben?

Castle in the Sky – Das Schloss im Himmel (1986)
Inhalt: Ein Mädchen fällt aus einem Luftschiff, ein mysteriöser Stein lässt sie sanft zu Boden schweben. Ein Junge findet sie und hilft ihr dabei, vor ihren Verfolgern zu flüchten.
Gesehen am 02.02.2020: Ich bin kein großer Fan von Luftschiffen und würde fast sagen, dass ich mich dem teils „kindlichen Humor“ mit Slapstick-Elementen entwachsen fühle, aber ich mochte das schon als Kind nicht. Der Film bietet aber eine noch viel größere, „erwachsene“ Ebene an, die sich mit Themen wie Industrialisierung und Umweltzerstörung auseinander setzt. Ich fand den ersten Teil der Geschichte etwas lang gezogen, der zweite Teil – man kann sich aufgrund des Titels denken, wo dieser spielt – war schon spannender und von den Zeichnungen her eine Augenweide. Und niedliche Tiere gehen immer. Castle in the Sky ist netter Film mit schönen Zeichnungen, der mir aber nicht ganz verständlich macht, woher der Hype kommt. Aber ich habe öfters gelesen, dass er einer der schwächeren Ghibli-Filmen sein soll.