Im Juli war ich für meine Verhältnisse ziemlich viel unterwegs. Auf der Arbeit gab es direkt drei interessante, non-related Events. Einmal queere Comedy mit diversen Comedians und Leuten, die zum ersten Mal auf der Bühne standen. Super Programm! Die Modertorin Jana Goller hat mir so gut gefallen, dass ich später im Monat noch ihr eigenes Programm Tits & Bits gesehen habe, was ich genauso gut fand. Dann habe ich auf der Arbeit noch einen Vortrag zum Thema Dopamin von Zeit Campus besucht, wo ich mitgenommen habe, dass es um meine Displayzeit nicht ganz so schlimm steht wie bei anderen (bei mir 4h, bei den Vortragenden „im Urlaub habe ich nur 4h anstatt 10h“). Aber trotzdem habe ich Maßnahmen getroffen, um diese weiter zu reduzieren. Klappt mal besser, mal schlechter, aber insgesamt bin ich zufrieden mit der Richtung. Dann war da noch der Besuch des Kanzlers bei einem Event, den ich unabhängig von ihm sehen wollte. War ganz interessant mal alles mit dem Polizeiaufgebot mitzubekommen, aber letztendlich fand ich (auch unabhängig von meiner Unsympathie) den Besuch des Kanzlers eher störend und ablenkend vom Thema. Nunja.
Im Juli war ich auch endlich mal wieder beim Fußball und habe einen Ball voll ins Gesicht bekommen, juhuu! Aber es war tatsächlich nix kaputt und dank meiner Kollegin, die schnell einen Kühlpack besorgte, war ich komplett unversehrt am nächsten Tag.
Mit meinen Burger-Tester-Freundinnen war ich im Zoo Wuppertal, den ich allein aufgrund der schönen, begehbaren Papageien-Voliere sehr empfehlen kann. Highlight des Trips war aber eindeutig der Besuch im Restaurant, wo uns andere Gäste für professionelle Burger-Testerinnen hielten und ausfragten. Hätte mich nicht gewundert, wenn irgendwo jemand mit einer Kamera aufgetaucht wäre.
Dann gab es auch noch Konzerte! Die vielleicht letzte Tour der Toten Hosen mit dem letzten Album. Hat mir wie immer gut gefallen, auch wenn der Sound im RheinEnergie-Stadion unglaublich schlecht ist. Werde da schon ein bisschen nostalgisch und wehmütig, dass die Band, die mich seit meiner Kindheit in Düsseldorf begleitet hat, nun „nicht mehr ist“.
Nostalgisch war es für andere, deutlich ältere Leute auf dem Bob-Festival in Möchengladbach, wo diverse Metal-/Hardrockbands auftraten, mit Judas Priest als Headliner. Es war sehr interessant so was mal zu erleben und in eine andere „Fankultur“ einzutauchen, aber meine Gang von Oasis-Fans in hellblauen Adidaskluften find ich dann doch sympathischer und vor allem deutlich begeisterungsfähiger. Trotzdem großen Respekt an die Festival-Besucher, die da von 13 bis 22 Uhr so ein kleines Festival besuchen können und nicht wie ich schon um 16 Uhr gerne schlafen gehen würden. Ohne Sitzplätze hätte ich das nicht geschafft….
In der vorletzten Woche des Monats, wo ich schon gedanklich im Urlaub war und dachte, jetzt mal eine ruhige Woche, holten wir die Hunde von der HuTa ab und Franco hatte eine fette Riss-Wunde an der Seite (ja, eindeutig Riss und kein Biss). Also: stundenlang in der Tierklinik warten, Sorgen, Angst, dass Francos Badeurlaub im August – haha – „ins Wasser fällt“. Seine Wunde wurde getackert, nach 2 Tagen nochmal kontrolliert und musste zum Glück nicht noch genäht werden. 11 Tage später wurden die Klammern schon gezogen und alles heilt weiterhin so gut, dass der Badeurlaub gerettet ist. Der Herr hat alles sehr tapfer überstanden und ließ sich nichts anmerken. Einzig die Ladung „Comforta“, gängiger bekannt als Methadon, hatte ihn etwas „betrunken“ gemacht. Für die spätere Versorgung gab es dann weniger harten Stoff.
Spiele: Hab Hitster Bingo ausprobiert, finde es aber nicht so gut wie das Original. Außerdem neben den üblichen Clevers und Azuls noch Imhotep und Planet Unknown gespielt. Auf der Switch bin ich endlich mit Octopath Traveler II weitergekommen und habe Cozy Grove Spirit Camp angefangen.
Bücher:
11 Bücher diesen Monat gelesen, 2 davon allerdings Manga.
- Lückenleben von Katrin Seyfert: Irgendwie scheiterte dieses Buch über die Demenz-Erkrankung ihres Mannes bei mir an der auf mich sehr unsympathisch wirkenden Autorin und ihrem Schreibstil.
- Die Erschöpfung der Frau von Franziska Schutzbach: Eine gute Abhandlung über – wie das Thema schon sagt – die Erschöpfung der Frauen. Habe mich sehr gesehen gefühlt.
- Und plötzlich ist nichts mehr, wie es war von Albi Roebke: Der ungewöhnliche Pfarrer und Notfallseelsorger berichtet aus seiner Arbeit und stellt einige besonders schwere Fälle (mit der Erlaubsnis der Betroffenen) vor. Ein sehr interessanter Einblick in seine Arbeit, auch schön, dass es dazu viele Tipps gab, wie in potenziell traumatischen Situationen man mit sich oder anderen umgehen sollte.
- Hen Na E von Uketsu: Fand es deutlich besser als Hen Na Ie, auch wenn die Story genauso abgehoben war.
- Ein menschlicher Fehler von Kim Hye-Jin: Plätscherte für mich zu sehr dahin und hatte letztendlich wenig Substanz.
- Dear Debbie von Freida McFadden: Es war schon eine irgendwie unterhaltsame Lektüre zum Thema „verrückte Frau nimmt Rache“, aber ich finde nicht, dass man es gelesen haben muss.
- Mein Leben als Sonntagskind von Judith Visser: Ich glaube das erste Buch einer niederländischen Autorin, das ich gelesen habe. Mit 500 Seiten ist es ziemlich dick und erzählt episodenhaft aus dem Leben der damals noch nicht diagnostizierten, autistischen Jasmijn (angelehnt an die Biographie der Autorin), von etwa 4 bis 18 Jahre. Ich fand die Lektüre sehr berührend, insbesondere die Liebe von Jasmijn zu ihrer Hündin Senta.
- The Midnight Train von Matt Haig: Mein Highlight des Monats! Die Geschichte passt thematisch zur Midnight Library, steht aber für sich selbst. Wieder geht es um eine verstorbene Person, die ihr Leben Revue passieren lässt. Es ist cozy, trotzdem sehr berührend und einfach schön zu lesen. Bonuspunkt, weil die Geschichte in Sheffield spielt und ich die Stadt in Yorkshire noch auf meiner Bucket-List hab.
Serien:
- White Lotus S3: Großartige Staffel, so viele tolle/hassenswerte Charaktere. Hätte für mich aber noch einen Ticken böser sein können.
- Widow’s Bay: Großartige Miniserie für Fans des New England Coastal Town Horrors.
- The Bear S5/Serienende: Ich weiß nicht, es war filmisch schon sehr gut gemacht, aber irgendwie war für mich die Luft raus. Das Ende war ok, aber nichts, woran ich mich noch lange erinnern werde.
- House of the Dragon S3: Ich finde das Casting ziemlich unglücklich, kann die Figuren und ihre Beziehungen kaum unterscheiden, vor allem die blondhaarigen Männer sind irgendwie generisch austauschbar. Aber ich mag Matt Smith und diese äh Rhaenyra oder so, deswegen schaue ich es noch weiter.
- Sweet Magnolias S5: Endlich geht meine guilty pleasure Serie zum chillig nebenbei schauen weiter. Ich liebe einfach diese vollkommen unrealistische Kleinstadt-Romantik. Aber meine Güte, wieviel Alkohol trinken diese Frauen eigentlich.
- Star City S1: Die Existenz dieses Spinoffs zu For All Mankind ist an mir völlig vorbei gegangen, bis ich mal zufällig beim Scrollen drüber stolperte. Ich war sehr skeptisch, ob mich eine auf die UdSSR fokusierte Story abholen kann, aber tat sie dann doch. Die Schauspieler:innen sind toll, es gibt kleine easter eggs und die Kulisse ist einfach gelungen, die Möbel habe ich teilweise wiedererkannt, weil meine polnischen Großeltern sie auch hatten.
Filme:
Nur Maternal Instinct gesehen, spannend und die Sensationslust befriedigend, aber letztendlich wünschte ich, ich hätte es nicht gesehen und bin da sehr im Zwispalt, ob man solche Dokus drehen sollte, auch wenn die Betroffenen sicher wegen der finanziellen Kompensation erfreut waren.
