Der September stand im Zeichen meiner Lieblingsband Oasis. Zunächst einmal war da die heiß ersehnte Dokumentation zur Tour 2025, mehr dazu siehe unten. Zu diesem Anlass habe ich eine online Freundin für einen gemeinsamen Kinobesuch zum ersten Mal getroffen und spoiler, einige Wochen später haben wir einen Trip nach Manchester gebucht. Aber von vorne. Die Doku wurde in Venedig zu den Filmfestspielen präsentiert und es waren tatsächlich beide Brüder da. Ich glaube das war der erste gemeinsame, öffentliche Termin abseits der Konzerte. Es war wieder mal alles sehr surreal. Nach der Veröffentlichung der Doku wurde ein Announcement mit kleinen Trailern angekündigt. Das große Announcement hat, wie schon vermutet, eine weitere Tour in 2027 verkündet, diesmal mit dem Fokus auf Europa, einer residency in Manchester, sowie dem lange spekulierten Knebworth. Was ich sehr überraschend fand: die Ticketkäufe sollten ausschließlich über Codes laufen. Ich war super nervös, weil ich bei so was selten Glück habe, während ich in der freien Wildbahn eigentlich gut darin bin Konzerttickets zu ergattern (nunja, wenn man meistens nur 1 Konzertticket braucht, ist es einfacher). Gefühlt haben alle Menschen Codes bekommen und meine Stimmung wurde immer schlechter. Immerhin hatte eine Freundin nach hartem Kampf ein Ticket für München für mich mit ergattert, das war schon mal etwas beruhigend. Aber um ehrlich zu sein, mein eigentlicher Traum war natürlich Oasis in Manchester zu sehen. Oder zumindest Glasgow, hauptsache UK, weil da die Stimmung einfach am besten ist. Dann nach zwei Tagen Warterei haben meine Oasis-Freundin und ich endlich zeitgleich Codes für Manchester bekommen. Mir war schlecht vor Aufregung, mein Puls so hoch wie beim Sport. Die Kampfzentrale wurde aufgebaut, zwei Rechner, ein Handy. Dann war es so weit und ich war nur auf Platz 700 für Manchester Night One. Andere Warteschlangen ähnlich gut. Theoretisch hätte ich für 10 Termine Karten kaufen können. (Zum Vergleich: 2025 war ich irgendwo im fünfstelligen Bereich gestartet). Und nach 4 Minuten hatte ich wunderbare Plätze für Manchester Night One gekauft. So einfach, so schnell. Dann kurze Besprechung, wir gehen all in, die Freundin hat mit ihren Codes Manchester Night Two gekauft. Also sehen wir sie sogar zwei Mal in Manchester. Und ich bin nicht alleine da. Ich habe es noch immer nicht realisiert und das werde ich wohl erst tun, wenn ich im Etihad Stadium bin. Da wo ich 2024 auf dem Weg zum Konzert der Definitely Maybe Tour vorbeigegangen bin und mich gefragt hab, wieso Liam das in der Arena macht und nicht im Stadium nebenan. Und nur 3 Jahre später werde ich dann doch da sein. Ich kann es einfach nicht fassen. (Nach München gehe ich natürlich trotzdem, weil man nie genug Oasis-Konzerte besuchen kann).
Spiele: Ich habe die erste Storyline in Octopath Traveler II durchgespielt, whoop whoop. Der Endgegner war echt eine harte Nuss. Jetzt weiß ich nicht, ob ich mich noch zu den anderen Storylines motivieren kann…. Mein ständiges Problem, dass mir viele Spiele zu lang sind und zu viel Content haben.
Bücher:
Diesen Monat waren es 11 Bücher, unter anderem:
- The Awakening and Other Short Stories von Kate Chopin: Das Geschichte wurde 1899 verfasst und handelt von der jungen Ehefrau eines reichen Mannes in den Südstaaten der USA. Für mich ein sehr ungewöhnliches Setting, teils etwas schwierig zu lesen, aber insgesamt natürlich spannend, dass es schon zu dieser Zeit solche feministischen Erzählungen des „Ausbruchs“ aus dem Patriarchat gab.
- Unmöglicher Abschied von Han Kang: Ich fand es etwas schwierig, der Erzählung zu folgen, weil die Hauptperson eine unreliable narrator ist und mir der historische Kontext fehlte.
- Etna von Paul Yoon: Die Erzählung handelt von einem Minensuchhund in einem fiktiven Kriegsgebiet. Natürlich habe ich mich vorher über content notes erkundigt, die klangen okay und das Buch ist relativ kurz mit 208 Seiten. Geschichten aus Tierperspektiven sind oft schwierig für mich, aber ich fand es sehr schön und gut gemacht. Letztendlich sind die großen Themen Heimat und Identität, aber eben aus der Perspektive einer Hündin (ich erinnere mich nicht mehr, welches Geschlecht der Hund hat, aber für mich war es eine Hündin).
- The Names von Florence Knapp: Im Prinzip behandelt das Buch drei was-wäre-wenn-Szenarien ab. Es war doch anders, als der Klappentext vermuten ließ, ich dachte, die Bedeutung der Namen hätte eine größere Rolle. Aber trotzdem hat mir das Buch extrem gut gefallen. Neben Etna mein Highlight des Monats.
- The Odyssey von Homer / Emily Wilson: Bin kein Fan von antiken Geschichten und habe schon wieder 80% des Inhalts vergessen…. Aber ich war sehr interessiert an der Übersetzung von Emily Wilson, weil sie bewusst einfachere und „normalere“ Sprache verwendet hat, anstatt das hochgestelzte Gesülze, das einen oft bei Übersetzungen antiker Erzählungen erwartet. Die Verse waren bewusst im iambischen Pentameter gefasst, wovon ich aber nichts gemerkt habe, weil ich mich mit Versmaßen schon immer schwer getan hab. Aber trotzdem war es schön, die Geschichten von Claire Danes vorgelesen zu bekommen und ich fand es aus der übersetzerischen Perspektive wirklich gelungen.
- Dungeon Crawler Carl von Matt Dinniman: Es war nicht so schlimm wie erwartet, aber ich bin umso fassungsloser, dass dieses Buch so viel anklangt findet.
- Nemesis‘ Töchter von Tara-Louise Wittwer: eins von den drei Sachbüchern, die mir sehr gefallen haben. Eine erschreckende Abhandlung über die Geschichte des female rage. Und Nemesis ist jetzt auf jeden Fall meine Lieblingsgöttin.
- Identitätskrise von Alice Hasters: Der Titel sagt, worum es geht, um die Krise der Identität, die zwischen Eigenwahrnehmung und Realität nicht so ganz deckungsgleich ist. Hat mir auch gut gefallen.
- Scheiß auf Selflove, gib mir Klassenkampf von Jean-Philippe Kindler: Mein Sachbuch-Favorit des Monats. Auch hier ist Identität ein Thema, bezieht sich jedoch mehr in Bezug auf Kapitalismus und wie Selflove radikal vermarktet wird, natürlich um Gewinne zu realisieren und das Individuum für sein Glück verantwortlich zu machen und von der Gemeinschaft weg zu rücken. Es behandelt aber auch die Tendenz von vielen Linken, Linkssein so sehr in diverse Identitäten und Subgruppen abzuspalten, dass am Ende jeder alleine da steht.
Serien:
- Mrs Maisel S1-S3: Im September angefangen und bis zur Mitte der 3. Staffel vorgearbeitet. Lieb die Serie sehr. Es geht um eine Standy Up Comedienne in den 50ern, die aus einer upper class jüdischen Familie aus New York kommt.
- Nine Perfect Strangers S2: Der completionist in mir wollte die Serie zu Ende gucken, aber oh boy, die Staffel war sehr langweilig, obwohl da einige tolle Stars waren wie Christiane Baranski und Annie Murphy
- Silo S3: Die zweite Staffel fand ich nicht so gut, dafür war die dritte Staffel
Filme:
- O Brother, Where Are Thou?: Fand ich ganz ok.
Spider: Mit Ralph Fiennes mal wieder in einer typischen Ralph Fiennes-Rolle. War mir stellenweise etwas too much Eraserhead-Gedenken. - Spider: Mit Ralph Fiennes mal wieder in einer typischen Ralph Fiennes-Rolle. War mir stellenweise etwas too much Eraserhead-Gedenken.
- Oasis: Don’t look back in anger: Ich hatte schon einiges vorab gelesen und auch mein erster Eindruck war, wieso sind da so viele Fangeschichten, wen interessiert das. Insgesamt war die Doku eher ein Image-Film für Leute, die die Band gar nicht kennen oder erst vor kurzem kennengelernt haben. Liam wurde mal wieder als irrer Idiot und Noel als sein Opfer dargestellt, mit den üblichen alten Videoclips und die Proben so geschnitten, dass Liam wie eine Diva wirkt. Ich hätte es schöner gefunden, wenn man ihm zugestanden hätte, wieviel Arbeit er in seine Karriere und Stimme seit 2017 gesteckt hat. Aber es wird ihm eh egal sein wie er dargstellt wird und von Noel gab es zumindest ein kleines Lob, er klinge als ob er 30 Jahre jünger wäre (was exakt mein Gedanke war beim ersten Gig). Bei den ersten Szenen von den Proben fühlte ich mich massiv getrollt als Noel mein absolutes Hasslied Columbia anstimmte, das ja letztendlich nicht auf der Setlist gelandet ist und ich bete zu allen Göttinnen, dass es 2027 auch nicht gespielt wird. Naja, ich hätte mir ein Interview mit Liams Frau/Manager Debbi gewünscht, weil sie vermutlich maßgeblich für die Reunion verantwortlich war, sowohl von privater als auch von professioneller Seite aus. Auch schön wäre ein Interview mit Mama Gallagher gewesen, aber in ihrem Alter hat sie vermutlich auf so was keine Lust mehr. An der Doku haben mir die Konzertclips extrem gefallen, die Musik war super abgemischt und ich hätte gerne ein ganzes Konzert gehabt anstatt nur Ausschnitte, vor allem haben sie Aquiesce vor der besten Stelle abgeschnitten… nun ja, also nicht so ganz meins, aber ja, die Stimmung unter den Fans wurde schon halbwegs realistisch eingefangen. In der Realität war es aber hundertmal intensiver und ich bin sehr happy, das miterlebt zu haben.
