30.06.2022

Heute wollte ich Blut spenden, bin schon in der Annahme hingegangen, dass ich wegen irgendetwas doch nicht spenden kann, aber es war dann nicht wegen niedrigem Blutdruck, B12-Mangel oder Eisenmangel, sondern weil ich ein Medikament nehme, das auf der Blacklist ist: mein L-Dopa gegen Restless Legs. Allerdings frag ich mich, ob die Ärztin richtig in die Liste geguckt hat, da andere Kliniken nur Leute ablehnen, die L-Dopa wegen Parkinson nehmen, bei L-Dopa für Restless Legs die Einnahme einfach ein paar Stunden her sein muss. Nun ja, schade, es wäre praktisch gewesen, da das Blutspendezentrum nur 500m vom Büro weg ist und mein Blut eine Seltenheit ist. Ein Eis durfte ich als kleines Dankeschön trotzdem mitnehmen.
Meine direkte Kollegin war überraschenderweise heute im Büro, obwohl sie eigentliche Homeoffice hätte. Das war ganz nett, da wir dann zu dritt essen gehen konnten, quasi ein Abschiedsessen vor der Urlaubszeit.
Apropos Urlaub, gleich geht es dann nach Maracaibo. Also auf dem Spielbrett. Und dann ist der Juni auch schon vorbei.

29.06.2022

Heute habe ich eins meiner Langzeitprojekte gestartet und zwar ein Poster mit allen meinen Meerschweinchen zu gestalten. Gut, dass ich eine Excel-Liste habe, denn so aus dem Kopf heraus wären mir sicher nicht mehr alle Meerschweinchen eingefallen und auch nicht mehr die korrekte Reihenfolge. Zwischen 2015 und 2017 hatten wir nämlich viel Fluktuation. Ich glaube nach wie vor, dass ich irgendeinen Erreger ins Haus geholt hab, der die Meerschweinchen vorzeitig gehen ließ. Außerdem war es schon merkwürdig, dass meine Haltung und die medizinische Vorsorge besser wurden, aber die Meerschweinchen gefühlt öfters krank waren und früher verstarben. Allerdings hatte ich ab einem gewissen Zeitpunkt auch mehr „Gebrauchtschweinchen“, die tendenziell weniger gesund waren als die Schweinchen, die ich schon als Babys hatte.

Insgesamt hatte ich 29 Meerschweinchen in meinem Leben, von 1994 bis 2021, wo die letzten drei ausgezogen sind in neue Zuhause. Angefangen hatte es mit Floppy, die aus dem Haus meiner Tante aufgrund ihrer starken Allergie ausziehen musste. Ich hatte alle 29 sehr lieb und vermisse sie sehr. Allerdings bin ich auch froh, die Haltung pausiert zu haben, es wurde einfach zu teuer mit dem Grünfutter und den Tierarztkosten, noch dazu der psychische Stress mit den ständigen Krankheiten. Aber ich sage bewusst, dass die Haltung „pausiert“ ist, weil ich es mir schon vorstellen könnte unter den richtigen Bedingungen (mehr Platz, größerer Garten) wieder eine Gruppe von 4 Schweinchen zu haben. Wer weiß, was die Zukunft bringt. Bis dahin schwelge ich in Erinnerungen an diese 29 felligen Persönlichkeiten*, alle mit ihren unterschiedlichen Charakteren.

  • Honorable Mention auch an Lin und Jian, die ich zwei mal für jeweils eine Woche als Urlaubsmeerschweinchen bei mir hatte.

[Serie] Ozark

Die Netflix Serie Ozark habe ich lange geghostet, weil ich den Titel blöd fand und „irgendwas mit Drogen und Kriminalität“ nicht so sehr mein Interesse weckt. Jetzt ist die Serie mit vier Staffeln abgeschlossen und ich bin durch eine Freundin darauf gekommen, wo ich dann auch noch gesehen hab, dass Laura Linney und Jason Bateman die Hauptrollen hab, die ich beide mag. Etwas schade, dass ich so spät dazu gestoßen bin, die Serie hätte ich gerne „live“ gesehen.

Marty Byrde ist Finanzberater in Chicago. Nachdem er ziemlich großen Ärger mit dem mexikanischen Drogenkartell bekommt, zieht er mit seiner Familie in die Ozarks, um dort neue Möglichkeiten zum Geldwaschen für das Kartell zu finden. Schafft er es nicht, droht seiner Familie die Ermordung. Schnell stellt sich aber raus, dass er auch nicht der einzige Kriminelle mit Ambitionen in den Ozarks ist.

Die Serie kann man etwas mit Breaking Bad vergleichen, außer, dass Marty Byrde schon von Anfang an kriminell ist, aber deutlich mehr Gewissensbisse hat als Walter White. Doch auch Martys Frau Wendy entwickelt einen Geschäftssinn und scheint aus dem trüben Leben einer weißen Vorstadt-Hausfrau entkommen zu wollen. Der dritte zentrale Charakter ist die 19jährige Ruth Langmore (großartig gespielt von Julia Garner), deren Familie sich einen Ruf als Kleinkriminelle gemacht hat und die Profit schlagen will aus der Sache mit den Byrdes.

Was mir an Ozark aufgefallen ist: die Regisseur*inne wechseln oft und es sind viele Frauen dabei. Diese häufigen Wechsel haben der Serie sehr gut getan, die Folgen unterscheiden sich atmosphärisch und stilistisch oft, sodass nicht immer der selbe Trott zu sehen ist. Man merkt, dass das Skript organisch entstand, die Geschichte so fortgeführt wurde, wie es passt, und nicht nach einem starren vorgeplanten Schema (als Negativbeispiel dachte ich da immer an Game of Thrones, wo ab Staffel 2 alles gekünstelt und hingebogen wirkte). Während ich noch in der ersten Staffel dachte, alles gecheckt zu haben und zu wissen, wohin die Reise führt, wurde ich bald eines besseren gelehrt und ab der zweiten Staffel häufig sehr überrascht (und habe dann direkt schockierte Nachrichten an die Freundin geschrieben, dass XY doch nicht wirklich gerade passiert ist). Das Highlight war für mich die dritte Staffel mit einigen sehr ikonischen Momenten und Szenen (allen voran Helen, Therapeutin und Ben). Den Abschluss der Serie fand ich mit ein paar Abstrichen auch gelungen.
Ich will nicht zu viel verraten, aber kann Ozark allen empfehlen, die so was wie Breaking Bad und Dexter mochten.