[Spiel] Guillotine

50 Adlige und eine Guillotine, wer lässt die Köpfe am besten rollen? Das Kartenspiel wird über drei Runden gespielt. Jede Runde warten 12 Adelige vor der Guillotine auf ihr Schicksal. Die Spieler·innen dürfen bei ihrem Zug eine von ihren fünf Aktionskarten ausspielen, die z.B. die Reihenfolge der Adligen verändern, sodass dann eine höherrangige Person (mit mehr Punkten) vorne steht. Diesen muss zum Abschluss des Zuges die aktive Spielerin auf die Hand nehmen. Haben alle Adligen die ewigen Jagdgründe erreicht, werden 12 neue nach vorne gebeten und die nächste Runde beginnt. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel. Das Spiel ist kurzweilig und man kann es schnell erlernen. Guillotine ist definitiv kein must-have, aber ein schönes Spiel für Zwischendurch. Nur schade, dass die Guillotine keine Funktion im Spiel erfüllt, außer das Ende der [Spiel] GuillotineSchlange zu markieren.

[Buch] Circe

CirceCirce by Madeline Miller

Es tut mir ja ein bisschen leid, weil ich das Buch wirklich mögen wollte, aber ich fand es totlangweilig. „Circe“ wirkt auf mich wie eine reine Nacherzählung der griechischen Mythologie und das auf solche Art, wo ich keinerlei Bezug zu Circe oder den anderen Charakteren entwickeln konnte. Während ich bei der Serie „Troy“ mitfiebern konnte und die Serie mir die Charaktere nahe bracht, war „Circe“ für mich genauso steril und dröge, wie der Wikipediaartikel zu der Mythengestalt. Das Buch wird damit beworben, eine feministische Odyssee zu sein. Aber nur weil eine Göttin der Hauptcharakter ist und sie es schwer hat, hat man nicht direkt eine feministische Erzählung. Und auch die Odyssee blieb größtenteils aus, die meiste Zeit verharrt Circe auf ihrer Insel und chillt mit ihrer Löwin herum, was zwar cool ist, aber leider für mich kaum Unterhaltungswert hatte.  Bis auf das Abarbeiten von Events passiert leider einfach zu wenig in diesem Buch und Circe verbleibt ein relativ passiver und blasser Charakter.

[Buch] The Fated Sky

The Fated Sky (Lady Astronaut, #2)The Fated Sky von Mary Robinette Kowal
The Fated Sky ist der zweite Band der „Lady Astronaut“ Reihe, der Nachfolger von „The Calculating Stars“. Ich würde empfehlen beide Bücher direkt hintereinander zu lesen, da sie meiner Meinung nach sehr eng zusammen gehören. Beides sind Prequels zu der Kurzgeschichte „The Lady Astronaut of Mars“, wir wissen also, dass es die Astronautin Elma York irgendwann auf den Mars verschlägt. Die Prequels erzählen vom Beginn ihrer Karriere, über die erste Mondlandung hin zur ersten Reise zum Mars. Das Ende ist also bekannt, die Reise dahin ist hier das Erzählenswerte.

Aber von vorne: in den 50er Jahren löscht ein Meteorit ganz Washington DC aus. Der durch den Einschlag ausgelöste Klimawandel droht in einigen Jahrzehnten die Erde unbewohnbar zu machen. Überraschung, auch in diesem Szenario zweifeln viele Menschen am Klimawandel. Der einzige Ausweg scheint das Weltall zu sein. Die Raumfahrt schreitet in diesem Szenario deutlich schneller voran als es in der Realität passierte. Elma York ist ehemalige Weltkriegspilotin und ein „Computer“, sie arbeitet als Mathematikerin im Raumfahrtprogramm (kleiner Hinweis: schaut euch zu dem Thema den grandiosen Film „Hidden Figures“ an). Elma will Astronautin werden, wäre da nicht der Sexismus ihrer Zeit, der ihr viele Steine in den Weg legt.

Was mich im ersten Band störte, war, dass alle schwarzen Charaktere (es gibt auch schwarze Pilotinnen, die eine Karriere als Astronautin anstreben) sind Randnotizen und nicht wirklich relevant für die Geschichte. Im zweiten Band ist jedoch der Rassismus ein zentrales Thema und auch Elmas „gut-gemeintes“, aber im Endeffekt rassistisches, Verhalten wird offen kritisiert. Obwohl die Menschheit so weit kommt in der Raumfahrt, löst sich Rassismus nicht plötzlich ein einer rosa Wolke auf, wie manche Sci-Fi-Erzählungen suggerieren.

Ein weiteres zentrales Thema ist Elmas Anxiety, wie sie sich lange weigert medizinische und psychotherapeutische Hilfe anzunehmen und mit Vorurteilen zu kämpfen hat, die ihre Karriere bedrohen. Den Umgang mit dem Thema fand ich gelungen, Kowal selbst hat eine Form von Anxiety und hat sich laut ihrem Nachwort auch mit anderen Betroffenen dazu ausgetauscht.

Ich war wirklich baff, nachdem ich das Nachwort beider Bücher gelesen habe. Beeindruckend, was für eine Recherche Kowal in diese Bücher gesteckt hat. Trotzdem wirken die Geschichten auf mich nicht so überladen mit Informationen und „tech-talk“ wie ich es zum Beispiel bei „The Martian“ empfand.

Jedenfalls, mir haben die beiden Bücher sehr gut gefallen, ich bin ein Fan der frühen Raumfahrt und fand es spannend, die „altbekannte Geschichte“ mithilfe der alternativen Timeline neu zu erleben. Ein bisschen hoffe ich ja auf eine Verfilmung. Bis dahin gibt es noch mehr Short Stories, zwei weitere Romane sind in Planung. Eine vollständige Liste aller Erzählungen ist hier zu finden.