[Buch] The Heart Goes Last

Das Buch von Margaret Atwood (bekannt durch The Handmaid’s Tale) ist 2015 erschienen, das schon in Kurzgeschichten online veröffentlicht wurde. Die dystopische Geschichte handelt von Stan und Charmaine, die nach einer Weltwirtschaftskrise im Auto leben und gerade so über die Runden kommen. Als sie eine Werbung für Consilience sehen, einem besonderen Wohnprojekt, bewerben sie sich sofort. Das Projekt bietet ein sauberes, sicheres Umfeld, jedem einen Job und ein Haus. Dafür müssen sie nur jeden zweiten Monat nach Positron, einem Gefängnis. Während sie dort sind, lebt ein anderes Paar in ihrem Haus. Stan und Charmaine können ihr Glück gar nicht fassen, doch dann fangen sie an, sich zu sehr mit ihren Tauschpartner*innen zu befassen, obwohl der Kontakt streng verboten ist.

Ich kenne zwar nur The Handmaid’s Tale von Atwood, aber habe irgendwie das Gefühl, dass The Heart Goes Last eins von Atwoods schlechteren Bücher ist. Es ist eine solide Dystopie mit einer interessanten Idee, die sich verzwickende Geschichte ist überraschend und spannend, aber irgendwie wollte es nicht bei mir zünden. Vielleicht liegt es daran, dass Charmaine und Stan total unsympathisch sind und es im Lauf der Geschichte nicht besser wird. Die dystopische Welt von Consilience/Positron ist ganz interessant, allerdings kamen zur Mitte hin weitere Elemente zu der Geschichte hinzu, die ich total unpassend fand. Alles wirkte irgendwie unrund. Vielleicht liegt es an der besonderen Form der Veröffentlichung als Kurzgeschichten. Insgesamt ist The Heart Goes Last nicht schlecht, es liest sich gut weg, aber es ist auch kein must-read.

[Film] Enough Said

Ich bin zufällig auf Disney+ über diesen Film aus 2013 von Nicole Holofcener gestolpert. Eine romantische Komödie mit Julia Louis-Dreyfus (Seinfeld) und James Gandolfini (Sopranos)? Das klang interessant. Und es ist tatschlich Gandolfinis letzter Film, noch vor Veröffentlichung ist er leider viel zu früh an einem Herzinfarkt verstorben.

Worum geht’s? Eva und Albert lernen sich auf einer Party kennen, sie sind beide schon länger geschieden und deren Töchter stehen kurz davor das Haus zu verlassen. Die beiden lernen sich besser kennen, doch natürlich gibt es da einen Haken…

Ich mag ja schon Serien mit „älteren“ Leuten, weil die meiner Lebensrealität mehr entsprechen als irgendwie Twens mit abgedrehtem Lifestyle und genauso ist es mit diesem Film. Die Datingphase von Eva und Albert verläuft herrlich normal, ohne Rosenblüten und grand gestures, die beiden Hauptdarsteller*innen liefern dabei eine tolle Performance ab, insbesondere Gandolfini, den man vor allem als bulligen, sexistischen Mafiboss Tony Soprano kennt. Alles fühlt sich einfach so normal und realistisch an, was mal eine nette Abwechslung bei dem Genre ist.

Enough Said („Genug gesagt“) ist ein schöner, humorvoller Film, ideal, wenn man auf der Suche nach etwas leichtem ist. Kann ich nur empfehlen.

[Film] A Monster Calls

A Monster Calls ist ein Film von 2016 und basiert auf dem gleichnamigen Fantasy-Roman von Patrick Ness bzw. von Siobhan Dowd, die die Geschichte entwarf, aber leider an Brustkrebs verstarb. Von dem Film hatte ich vorher nie gehört, was mich im Nachhinein verwundert, da er großartig ist.

Der Film handelt von dem 12-jährigen Connor, dessen Mutter schwer krank ist. Eines Nachts freundet Connor sich mit einem Monster (gesprochen von Liam Neeson) an, das ihm Geschichten erzählen möchte und irgendwann Connors eigene Geschichte hören will.

A Monster Calls handelt vom Sterben, Wut und Trauer und arbeitet die Themen mit visuell ansprechenden Artwork auf. Besonders gut gefallen hat mir, dass Tabus angesprochen und sensibel aufgelöst werden. Es ist ein runder, gelungener Film, den ihr euch anschauen solltet.