17.05.2022

Francos Gerissenheit ist immer ein Grund zum lachen. Er geht mir knapp bis ans Knie, sieht aus wie eine Mischung aus Labrador und Dackel, wobei sein Charakter definitiv von letzterem kommt. Franco wird dieses Jahr 7 Jahre alt. Heute war ich also wieder mit einem armen, alten, invaliden Hund unterwegs, der Mitten auf dem Weg stehen blieb, traurig von unten schaute und am liebsten nicht weitergehen wollte. In der anderen Hand Panka, die gerne eine Schlittenhund geworden wäre. Nun ist es so, dass Franco eben nicht besonders alt, noch besonders invalid ist, aber das wissen Außenstehende nicht und ich frage mich, ob ich schon in einem Tweet verwurstet würde, wie ich einen armen alten Hund zum Gassi zwinge. Lässt man aber Franco von der Leine, findet er plötzlich den 5 Gang, rast an einem vorbei, hüpft durch Gräser oder plantscht enthusiastisch in „seinem“ Badebedecken im Stadtwald.
Anders als er lange vortäuschte, kann er auch auf meinen Sessel oder aufs Bett springen und Türen mit der Schnauze öffnen. Aber wozu Türen aufschieben, wenn es dafür Personal gibt? Oder man schaut traurig und vorwurfsvoll, weil der Bürgersteig vom Baumharz klebrig ist, bis dann endlich ein anderer Weg eingeschlagen wird. Und man spielt eben auf dem Gassigang solange den armen alten Hund bis die Menschen genervt oder beschämt die Leine abmachen*. Alles für den Labrackel.

*Bei einem Hund mit Jagdtrieb, einer Staubsauger-Attitüde, Größenwahn und der Neigung Picknicker zu überfallen ist es nicht immer möglich ihn abzuleinen.

16.05.2022

Ich lese aktuell A Little Life von Hanya Yanagihara. Das Buch hatte meine Kollegin schon vor Jahren damit beworben, dass es um 4 Freunde in New York gehe und das Buch echt gut und spannend sei. Komplett unterschlagen hatte sie, dass sehr schwere Themen angesprochen werden (Missbrauch, Selbstverletztung, Krankheit, etc.). So dachte ich die ersten 60 Seiten ziemlich gelangweilt, dass das hier ein slice of life von vier privilegierten Jungs ist, die ein bisschen mit den Finanzen hadern, aber am Ende doch eh groß Karriere machen. Dann wurde es viel spannender, dunkler und irgendwann musste ich einfach nachlesen, was am Ende passiert, weil ich keine weitere 400 Seiten unwissend ausgehalten hätte.

Spoiler sind so eine Sache, wo jede ihre eigene Schmerzgrenze hat. Ich erinnere mich an einige Serien, Filme und Bücher, wo es sehr gut war, dass ich fast nichts im Vorfeld wusste, z.B. Project Hail Mary von Andy Weir. Da waren die Überraschungen toll und angenehm. Ich erinnere mich aber auch an Erzählungen, wo mich Wendungen oder Charakteretode sehr verärgert haben und mir den Spaß komplett nahmen. Ich hätte Battlestar Galactica nicht weiter geguckt, wenn Adama in der dritten Folge tatsächlich gestorben wäre. Manchmal muss ich etwas im Voraus wissen, nicht unbedingt nur Tode, sondern auch, wohin die Geschichte geht. Dann kann ich mich mental vorbereiten, oder, was sehr selten passiert, beende die Serie oder das Buch vorzeitig. Jetzt bin ich jedenfalls vorbereitet auf A Little Life (die Recherche bestätigte meine Vermutung) und kann in Ruhe weiter lesen. Mich interessiert hier der Weg zum Ziel mehr als das Ziel selbst.

15.05.2022

Heute habe ich fast den ganzen Tag im Garten einer Freundin, zusammen mit einer anderen Freundin, verbracht, sehr viel Chips, Schokolade und Kuchen gegessen und das schöne Wetter genossen. Wir haben wie immer alle 5 Varianten von Ganz Schön Clever & Co gespielt, es wird einfach nicht langweilig, unser Ehrgeiz ist nach wie vor sehr groß. Mittlerweile habe ich die Spielblätter laminiert, da langsam das Papier ausgeht (man würfelt und kreuz Sachen auf dem Papier an). Zum Abschluss gab es noch eine Runde Azul Queen’s Garden, was tatsächlich mittlerweile mein liebstes Azul ist. Auch wenn es mitunter sehr fies werden kann, wenn man sich verbaut und wie die Freundin dann am Ende nur 8 Punkte auf dem Konto hat. Man startet mit 15 Punkten und erreicht im Durchschnitt mindestens 120 Punkte.
Jetzt bin ich sehr vollgefressen und müde und bereit fürs Bett und Netflix.