September 2026

Der September stand im Zeichen meiner Lieblingsband Oasis. Zunächst einmal war da die heiß ersehnte Dokumentation zur Tour 2025, mehr dazu siehe unten. Zu diesem Anlass habe ich eine online Freundin für einen gemeinsamen Kinobesuch zum ersten Mal getroffen und spoiler, einige Wochen später haben wir einen Trip nach Manchester gebucht. Aber von vorne. Die Doku wurde in Venedig zu den Filmfestspielen präsentiert und es waren tatsächlich beide Brüder da. Ich glaube das war der erste gemeinsame, öffentliche Termin abseits der Konzerte. Es war wieder mal alles sehr surreal. Nach der Veröffentlichung der Doku wurde ein Announcement mit kleinen Trailern angekündigt. Das große Announcement hat, wie schon vermutet, eine weitere Tour in 2027 verkündet, diesmal mit dem Fokus auf Europa, einer residency in Manchester, sowie dem lange spekulierten Knebworth. Was ich sehr überraschend fand: die Ticketkäufe sollten ausschließlich über Codes laufen. Ich war super nervös, weil ich bei so was selten Glück habe, während ich in der freien Wildbahn eigentlich gut darin bin Konzerttickets zu ergattern (nunja, wenn man meistens nur 1 Konzertticket braucht, ist es einfacher). Gefühlt haben alle Menschen Codes bekommen und meine Stimmung wurde immer schlechter. Immerhin hatte eine Freundin nach hartem Kampf ein Ticket für München für mich mit ergattert, das war schon mal etwas beruhigend. Aber um ehrlich zu sein, mein eigentlicher Traum war natürlich Oasis in Manchester zu sehen. Oder zumindest Glasgow, hauptsache UK, weil da die Stimmung einfach am besten ist. Dann nach zwei Tagen Warterei haben meine Oasis-Freundin und ich endlich zeitgleich Codes für Manchester bekommen. Mir war schlecht vor Aufregung, mein Puls so hoch wie beim Sport. Die Kampfzentrale wurde aufgebaut, zwei Rechner, ein Handy. Dann war es so weit und ich war nur auf Platz 700 für Manchester Night One. Andere Warteschlangen ähnlich gut. Theoretisch hätte ich für 10 Termine Karten kaufen können. (Zum Vergleich: 2025 war ich irgendwo im fünfstelligen Bereich gestartet). Und nach 4 Minuten hatte ich wunderbare Plätze für Manchester Night One gekauft. So einfach, so schnell. Dann kurze Besprechung, wir gehen all in, die Freundin hat mit ihren Codes Manchester Night Two gekauft. Also sehen wir sie sogar zwei Mal in Manchester. Und ich bin nicht alleine da. Ich habe es noch immer nicht realisiert und das werde ich wohl erst tun, wenn ich im Etihad Stadium bin. Da wo ich 2024 auf dem Weg zum Konzert der Definitely Maybe Tour vorbeigegangen bin und mich gefragt hab, wieso Liam das in der Arena macht und nicht im Stadium nebenan. Und nur 3 Jahre später werde ich dann doch da sein. Ich kann es einfach nicht fassen. (Nach München gehe ich natürlich trotzdem, weil man nie genug Oasis-Konzerte besuchen kann).

Spiele: Ich habe die erste Storyline in Octopath Traveler II durchgespielt, whoop whoop. Der Endgegner war echt eine harte Nuss. Jetzt weiß ich nicht, ob ich mich noch zu den anderen Storylines motivieren kann…. Mein ständiges Problem, dass mir viele Spiele zu lang sind und zu viel Content haben.

Bücher:
Diesen Monat waren es 11 Bücher, unter anderem:

  • The Awakening and Other Short Stories von Kate Chopin: Das Geschichte wurde 1899 verfasst und handelt von der jungen Ehefrau eines reichen Mannes in den Südstaaten der USA. Für mich ein sehr ungewöhnliches Setting, teils etwas schwierig zu lesen, aber insgesamt natürlich spannend, dass es schon zu dieser Zeit solche feministischen Erzählungen des „Ausbruchs“ aus dem Patriarchat gab.
  • Unmöglicher Abschied von Han Kang: Ich fand es etwas schwierig, der Erzählung zu folgen, weil die Hauptperson eine unreliable narrator ist und mir der historische Kontext fehlte.
  • Etna von Paul Yoon: Die Erzählung handelt von einem Minensuchhund in einem fiktiven Kriegsgebiet. Natürlich habe ich mich vorher über content notes erkundigt, die klangen okay und das Buch ist relativ kurz mit 208 Seiten. Geschichten aus Tierperspektiven sind oft schwierig für mich, aber ich fand es sehr schön und gut gemacht. Letztendlich sind die großen Themen Heimat und Identität, aber eben aus der Perspektive einer Hündin (ich erinnere mich nicht mehr, welches Geschlecht der Hund hat, aber für mich war es eine Hündin).
  • The Names von Florence Knapp: Im Prinzip behandelt das Buch drei was-wäre-wenn-Szenarien ab. Es war doch anders, als der Klappentext vermuten ließ, ich dachte, die Bedeutung der Namen hätte eine größere Rolle. Aber trotzdem hat mir das Buch extrem gut gefallen. Neben Etna mein Highlight des Monats.
  • The Odyssey von Homer / Emily Wilson: Bin kein Fan von antiken Geschichten und habe schon wieder 80% des Inhalts vergessen…. Aber ich war sehr interessiert an der Übersetzung von Emily Wilson, weil sie bewusst einfachere und „normalere“ Sprache verwendet hat, anstatt das hochgestelzte Gesülze, das einen oft bei Übersetzungen antiker Erzählungen erwartet. Die Verse waren bewusst im iambischen Pentameter gefasst, wovon ich aber nichts gemerkt habe, weil ich mich mit Versmaßen schon immer schwer getan hab. Aber trotzdem war es schön, die Geschichten von Claire Danes vorgelesen zu bekommen und ich fand es aus der übersetzerischen Perspektive wirklich gelungen.
  • Dungeon Crawler Carl von Matt Dinniman: Es war nicht so schlimm wie erwartet, aber ich bin umso fassungsloser, dass dieses Buch so viel anklangt findet.
  • Nemesis‘ Töchter von Tara-Louise Wittwer: eins von den drei Sachbüchern, die mir sehr gefallen haben. Eine erschreckende Abhandlung über die Geschichte des female rage. Und Nemesis ist jetzt auf jeden Fall meine Lieblingsgöttin.
  • Identitätskrise von Alice Hasters: Der Titel sagt, worum es geht, um die Krise der Identität, die zwischen Eigenwahrnehmung und Realität nicht so ganz deckungsgleich ist. Hat mir auch gut gefallen.
  • Scheiß auf Selflove, gib mir Klassenkampf von Jean-Philippe Kindler: Mein Sachbuch-Favorit des Monats. Auch hier ist Identität ein Thema, bezieht sich jedoch mehr in Bezug auf Kapitalismus und wie Selflove radikal vermarktet wird, natürlich um Gewinne zu realisieren und das Individuum für sein Glück verantwortlich zu machen und von der Gemeinschaft weg zu rücken. Es behandelt aber auch die Tendenz von vielen Linken, Linkssein so sehr in diverse Identitäten und Subgruppen abzuspalten, dass am Ende jeder alleine da steht.

Serien:

  • Mrs Maisel S1-S3: Im September angefangen und bis zur Mitte der 3. Staffel vorgearbeitet. Lieb die Serie sehr. Es geht um eine Standy Up Comedienne in den 50ern, die aus einer upper class jüdischen Familie aus New York kommt.
  • Nine Perfect Strangers S2: Der completionist in mir wollte die Serie zu Ende gucken, aber oh boy, die Staffel war sehr langweilig, obwohl da einige tolle Stars waren wie Christiane Baranski und Annie Murphy
  • Silo S3: Die zweite Staffel fand ich nicht so gut, dafür war die dritte Staffel

Filme:

  • O Brother, Where Are Thou?: Fand ich ganz ok.
    Spider: Mit Ralph Fiennes mal wieder in einer typischen Ralph Fiennes-Rolle. War mir stellenweise etwas too much Eraserhead-Gedenken.
  • Spider: Mit Ralph Fiennes mal wieder in einer typischen Ralph Fiennes-Rolle. War mir stellenweise etwas too much Eraserhead-Gedenken.
  • Oasis: Don’t look back in anger: Ich hatte schon einiges vorab gelesen und auch mein erster Eindruck war, wieso sind da so viele Fangeschichten, wen interessiert das. Insgesamt war die Doku eher ein Image-Film für Leute, die die Band gar nicht kennen oder erst vor kurzem kennengelernt haben. Liam wurde mal wieder als irrer Idiot und Noel als sein Opfer dargestellt, mit den üblichen alten Videoclips und die Proben so geschnitten, dass Liam wie eine Diva wirkt. Ich hätte es schöner gefunden, wenn man ihm zugestanden hätte, wieviel Arbeit er in seine Karriere und Stimme seit 2017 gesteckt hat. Aber es wird ihm eh egal sein wie er dargstellt wird und von Noel gab es zumindest ein kleines Lob, er klinge als ob er 30 Jahre jünger wäre (was exakt mein Gedanke war beim ersten Gig). Bei den ersten Szenen von den Proben fühlte ich mich massiv getrollt als Noel mein absolutes Hasslied Columbia anstimmte, das ja letztendlich nicht auf der Setlist gelandet ist und ich bete zu allen Göttinnen, dass es 2027 auch nicht gespielt wird. Naja, ich hätte mir ein Interview mit Liams Frau/Manager Debbi gewünscht, weil sie vermutlich maßgeblich für die Reunion verantwortlich war, sowohl von privater als auch von professioneller Seite aus. Auch schön wäre ein Interview mit Mama Gallagher gewesen, aber in ihrem Alter hat sie vermutlich auf so was keine Lust mehr. An der Doku haben mir die Konzertclips extrem gefallen, die Musik war super abgemischt und ich hätte gerne ein ganzes Konzert gehabt anstatt nur Ausschnitte, vor allem haben sie Aquiesce vor der besten Stelle abgeschnitten… nun ja, also nicht so ganz meins, aber ja, die Stimmung unter den Fans wurde schon halbwegs realistisch eingefangen. In der Realität war es aber hundertmal intensiver und ich bin sehr happy, das miterlebt zu haben.

August 2026

Der August war gefühlt mehrere Monate lang, aber auf eine gute Art! Zwei sehr schöne Urlaube haben wir gemacht. Einmal mit den Hundis in Holland am Meer, wo wir auch schwimmen gehen konnten (naja, Panka blieb lieber am Strand). Und dann ohne Hundis auf der andere Seite in Portsmouth, England, wo wir sehr viele alte Schiffe und U-Boote besichtig haben. Besonders angenehm in Portsmouth war der fehlende Massen-Tourismus, es gab fast nur englische Touristen und dann auch keine der Sorte, die nur für ihren Instagram Account anreisen. Dann gab es Ende August noch diverse Treffen mit Freundinnen und Bekannten, sodass der Urlaub/August einen schönen Ausklang hatte. Und endlich endlich ist dieser Höllensommer vorbei.

Spiele: Cozy Grove Spirit Camp hat mich leider doch schnell gelangweilt. Mal finde ich Spiele, wo ich tägliche Pflichten erledigen muss irgendwie total toll und bin richtig süchtig danach. Und dann fühlt es sich nur wie ein Job an und das muss dann nicht sein. Generell hatte ich wenig Spielelust, aber das lag sicher auch am Wetter.

Bücher:
Sehr viele Bücher geschafft, und zusätzlich auch ein paar Manga, die ich aber alle nicht so toll fand.

  • The Correspondant von Virginia Evans: Mein Highlight des Monats! Die Geschichte wird anhand von diversen Briefen erzählt, das ist etwas ungewöhnlich, funktioniert aber sehr gut. Ich brauchte etwas Anlauf um reinzukommen, die Protagonistin ist auch nicht sonderlich sympathisch, aber das Buch war am Ende sehr spannend und berührend.
  • Der Untergang kann warten von Pia Lamberty: Ich mochte den Aufbau mit den relativ kurzen Kapiteln, inklusive kleiner Zusammenfassung. Es ist kein Ratgeber, sondern untersucht die psychologischen Hintergründe der Angst „vorm Untergang“ (in Bezug auf die aktuelle politische Lage und den Klimawandel). Aber die Hintergründe können dabei helfen, selbst mit Ängsten und Sorgen umzugehen.
  • Mit Physik auf der Suche nach dem Sinn des Lebens von Tim Vollert: Es hat sich viel getan, seitdem ich zuletzt über aktuelle Physik/Astronomie gelesen habe und ich war stellenweise sehr schockiert, was man mittlerweile als gegeben annimmt. Die Komponente mit dem Sinn des Lebens fand ich auch ganz interessant, aber vielleicht ist es auch für manche Leute sehr beängstigend nochmal genauer nachzulesen, wie klein und unbedeutend ein einzelner Mensch in Relation zum Weltraum ist.
  • Frau Shibatas geniale Idee (im engl. Diaries of a Void) von Emi Yagi: Ich muss sagen, der Titel hätte mich fast abgeschreckt, da finde ich den englischen deutlich passender. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es war abgedreht und etwas surreal, auch sehr bissig.
  • Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah (im engl. On the Balance Beam) von Cho Nam-Joo: auch hier finde ich den englischen Titel deutlich passender. Es geht um eine mittelalte Koreanerin, die plötzlich ihren Job verliert und nun auch droht obdachlos zu werden, weil ihr Elternhaus (sie lebt bei ihren Eltern) neuen Wohnungen weichen soll. Aufgrund der vielen Zeitsprünge würde ich die Geschichte eher nicht als Audiobuch hören, aber ansonsten war es ganz interessant, diese koreanische Perspektive zum Thema präkeres Wohnen zu lesen.
  • The List von Yomi Adegoke: Dieses Buch ist auf Goodreads sehr kontrovers und vorwiegend negativ aufgenommen worden. Es geht um Feminismus, insbesondere „Internet-Aktivismus“, man sollte schon Twitter und Social Media kennen, um der Geschichte folgen zu können. Ich fand das Gedankenexpiriment sehr interessant, aber bin unschlüssig, ob ich das Buch nun gut fand oder eher nicht.
  • Tokyo Girls Club (im engl. Hooked) von Asako Yuzuki: Same same mit dem Problem, dass der deutsche Titel nicht wirklich passt. Es geht um eine Frau, die im Großhandel für Fische arbeitet und anfängt einer „Hausfrauen-Bloggerin“ obsessiv zu folgen. Hat mir wie auch schon Yuzukis gehypte Roman Butter sehr gut gefallen.
  • Brimstone von Callie Hart: Die Fortsetzung von Quicksilver, einem weiteren Vertreter des Fae-Romance-Genres. Den ersten Band mochte ich noch irgendwie, aber den Nachfolger fand ich leider sehr langweilig. Ich glaube das liegt daran, dass das Booktok-Publikum Bücher mit Dialogen präferiert und ich diese ständigen Dialoge einfach als eine lange Abfolge von sehr drögen Meetings empfinde, da reicht es mir auch nicht, dass die Meetingteilnehmer alle sexy fae sind, es bleibt ein Meeting that could have been prose text.

Serien:

  • Kaulitz & Kaulitz S3: Unterhaltsam und kurzweilig wie schon die vorherigen Staffeln.
  • House of the Dragon S3: Hab schon wieder fast alles vergessen, es gab Tode und Wendungen, aber spannend fand ich die Staffel trotzdem nicht.
  • Knight of the Seven Kingdoms S1: Hier habe ich wohl die Serie aus dem GRRM-Universum gefunden, die mir bisher am besten gefällt. Und dass obwohl ich den gelegentlichen Fäkalhumor sehr nervig fand. Aber die Story erinnerte mich an die Canterbury Tales or Le Morte d’Arthur. Hätte gut gepasst, wenn die Sprache in der Serie Mittelenglisch gewesen wäre, aber war auch mit aktuellem Englisch unterhaltsam und gut gemacht.
  • Silo S3: Die zweite Staffel fand ich nicht so gut, dafür war die dritte Staffel einfach nur großartig. Die zweite Story-Ebene, die die Vergangenheit beleuchtet und das Staffelfinale waren größartig. Am schönsten finde ich, dass Staffel 4 schon fertig ist und die letzte Staffel sein wird, also, wir kriegen hoffentlich ein gutes, rundes Ende. Leider versacken die meisten Serien entweder in ewig vielen Staffeln oder enden mit der Absetzung.
  • Sterling Point S1: Another teenage drama. Am Anfang fand ich die Serie doof und man muss beim Setting auch einige Augen zudrücken, aber die Freundschaft zwischen den Mädchen ist einfach sehr cute gemacht.
  • Ted Lasso S4: Hier drücken wir auch ein paar Augen zu, wieso Ted Lasso doch wieder nach Richmond zurückkehrt, um nun ein neues Frauen-Team aufzubauen. Ich freue mich aber und mag die vierte Staffel bisher genauso wie die vorherigen. Dieses Jahr war ich nicht in meinem geliebten Richmond, also kann ich wenigstens etwas in der Serie sehen.

Filme:
The good one:
„Was haben wir gelacht“ mit u.a. Hella von Sinnen, Esther Schweins und Gaby Köster. Hat mir äußerst gut gefallen, ein Rückblick auf die Karrieren von Frau in der deutschen Comedy/Talkshow-Szene um die 90er Jahre herum. Meine kleine Genugtuung war, dass Harald Schmidt nicht gut weg kam. Als ich Teen war, galt es als cool und „intellektuell“ seine Show zu mögen, ich mochte ihn schon damals nicht. Die Frauen waren damals für mich eher eine Randerscheinung, aber wenn ich heute die alten Clips sehe, kann ich das mit einem anderen, befreiteren Blick tun.
„Ocean with David Attenborough“ – ich dachte, das wird jetzt eine nette Doku über das Meer mit Attenboroughs sympathischer Erzählstimme. Nein, es war eher eine Abrechnung mit der Menschheit und ein dringender Appell an jene, die Meere möglichst bald zu retten. Sehr hart anzusehen, aber umso wichtiger.

The bad ones:
„Obsession“ – wurde sehr gefeiert, ich weiß bis heute nicht, was ich von dem Film halte. Er wirkt auf mich misogyn, während andere sagen, er wäre genau deswegen feministisch.
„Disclosure Day“ – es ist ein Steven Spielberg Film, wie er in den 80/90ern hätte laufen können und das ist das große Problem daran, wir leben in anderen Zeiten und Spielberg überschätz die Macht vom klassischen Fernsehen.
„The Last House“ – ich bin nicht die einzige, die dachte, dass der Film von einer KI gemacht wurde und ich bleibe auch dabei. Die Kamerafahrten, die teils unrealen Dialoge, die ganze Story. Da hat eine KI „geholfen“ und das Ergebnis war leider nicht gut.

Juli 2026

Im Juli war ich für meine Verhältnisse ziemlich viel unterwegs. Auf der Arbeit gab es direkt drei interessante, non-related Events. Einmal queere Comedy mit diversen Comedians und Leuten, die zum ersten Mal auf der Bühne standen. Super Programm! Die Modertorin Jana Goller hat mir so gut gefallen, dass ich später im Monat noch ihr eigenes Programm Tits & Bits gesehen habe, was ich genauso gut fand. Dann habe ich auf der Arbeit noch einen Vortrag zum Thema Dopamin von Zeit Campus besucht, wo ich mitgenommen habe, dass es um meine Displayzeit nicht ganz so schlimm steht wie bei anderen (bei mir 4h, bei den Vortragenden „im Urlaub habe ich nur 4h anstatt 10h“). Aber trotzdem habe ich Maßnahmen getroffen, um diese weiter zu reduzieren. Klappt mal besser, mal schlechter, aber insgesamt bin ich zufrieden mit der Richtung. Dann war da noch der Besuch des Kanzlers bei einem Event, den ich unabhängig von ihm sehen wollte. War ganz interessant mal alles mit dem Polizeiaufgebot mitzubekommen, aber letztendlich fand ich (auch unabhängig von meiner Unsympathie) den Besuch des Kanzlers eher störend und ablenkend vom Thema. Nunja.
Im Juli war ich auch endlich mal wieder beim Fußball und habe einen Ball voll ins Gesicht bekommen, juhuu! Aber es war tatsächlich nix kaputt und dank meiner Kollegin, die schnell einen Kühlpack besorgte, war ich komplett unversehrt am nächsten Tag.
Mit meinen Burger-Tester-Freundinnen war ich im Zoo Wuppertal, den ich allein aufgrund der schönen, begehbaren Papageien-Voliere sehr empfehlen kann. Highlight des Trips war aber eindeutig der Besuch im Restaurant, wo uns andere Gäste für professionelle Burger-Testerinnen hielten und ausfragten. Hätte mich nicht gewundert, wenn irgendwo jemand mit einer Kamera aufgetaucht wäre.
Dann gab es auch noch Konzerte! Die vielleicht letzte Tour der Toten Hosen mit dem letzten Album. Hat mir wie immer gut gefallen, auch wenn der Sound im RheinEnergie-Stadion unglaublich schlecht ist. Werde da schon ein bisschen nostalgisch und wehmütig, dass die Band, die mich seit meiner Kindheit in Düsseldorf begleitet hat, nun „nicht mehr ist“.
Nostalgisch war es für andere, deutlich ältere Leute auf dem Bob-Festival in Möchengladbach, wo diverse Metal-/Hardrockbands auftraten, mit Judas Priest als Headliner. Es war sehr interessant so was mal zu erleben und in eine andere „Fankultur“ einzutauchen, aber meine Gang von Oasis-Fans in hellblauen Adidaskluften find ich dann doch sympathischer und vor allem deutlich begeisterungsfähiger. Trotzdem großen Respekt an die Festival-Besucher, die da von 13 bis 22 Uhr so ein kleines Festival besuchen können und nicht wie ich schon um 16 Uhr gerne schlafen gehen würden. Ohne Sitzplätze hätte ich das nicht geschafft….

In der vorletzten Woche des Monats, wo ich schon gedanklich im Urlaub war und dachte, jetzt mal eine ruhige Woche, holten wir die Hunde von der HuTa ab und Franco hatte eine fette Riss-Wunde an der Seite (ja, eindeutig Riss und kein Biss). Also: stundenlang in der Tierklinik warten, Sorgen, Angst, dass Francos Badeurlaub im August – haha – „ins Wasser fällt“. Seine Wunde wurde getackert, nach 2 Tagen nochmal kontrolliert und musste zum Glück nicht noch genäht werden. 11 Tage später wurden die Klammern schon gezogen und alles heilt weiterhin so gut, dass der Badeurlaub gerettet ist. Der Herr hat alles sehr tapfer überstanden und ließ sich nichts anmerken. Einzig die Ladung „Comforta“, gängiger bekannt als Methadon, hatte ihn etwas „betrunken“ gemacht. Für die spätere Versorgung gab es dann weniger harten Stoff.

Spiele: Hab Hitster Bingo ausprobiert, finde es aber nicht so gut wie das Original. Außerdem neben den üblichen Clevers und Azuls noch Imhotep und Planet Unknown gespielt. Auf der Switch bin ich endlich mit Octopath Traveler II weitergekommen und habe Cozy Grove Spirit Camp angefangen.

Bücher:
11 Bücher diesen Monat gelesen, 2 davon allerdings Manga.

  • Lückenleben von Katrin Seyfert: Irgendwie scheiterte dieses Buch über die Demenz-Erkrankung ihres Mannes bei mir an der auf mich sehr unsympathisch wirkenden Autorin und ihrem Schreibstil.
  • Die Erschöpfung der Frau von Franziska Schutzbach: Eine gute Abhandlung über – wie das Thema schon sagt – die Erschöpfung der Frauen. Habe mich sehr gesehen gefühlt.
  • Und plötzlich ist nichts mehr, wie es war von Albi Roebke: Der ungewöhnliche Pfarrer und Notfallseelsorger berichtet aus seiner Arbeit und stellt einige besonders schwere Fälle (mit der Erlaubsnis der Betroffenen) vor. Ein sehr interessanter Einblick in seine Arbeit, auch schön, dass es dazu viele Tipps gab, wie in potenziell traumatischen Situationen man mit sich oder anderen umgehen sollte.
  • Hen Na E von Uketsu: Fand es deutlich besser als Hen Na Ie, auch wenn die Story genauso abgehoben war.
  • Ein menschlicher Fehler von Kim Hye-Jin: Plätscherte für mich zu sehr dahin und hatte letztendlich wenig Substanz.
  • Dear Debbie von Freida McFadden: Es war schon eine irgendwie unterhaltsame Lektüre zum Thema „verrückte Frau nimmt Rache“, aber ich finde nicht, dass man es gelesen haben muss.
  • Mein Leben als Sonntagskind von Judith Visser: Ich glaube das erste Buch einer niederländischen Autorin, das ich gelesen habe. Mit 500 Seiten ist es ziemlich dick und erzählt episodenhaft aus dem Leben der damals noch nicht diagnostizierten, autistischen Jasmijn (angelehnt an die Biographie der Autorin), von etwa 4 bis 18 Jahre. Ich fand die Lektüre sehr berührend, insbesondere die Liebe von Jasmijn zu ihrer Hündin Senta.
  • The Midnight Train von Matt Haig: Mein Highlight des Monats! Die Geschichte passt thematisch zur Midnight Library, steht aber für sich selbst. Wieder geht es um eine verstorbene Person, die ihr Leben Revue passieren lässt. Es ist cozy, trotzdem sehr berührend und einfach schön zu lesen. Bonuspunkt, weil die Geschichte in Sheffield spielt und ich die Stadt in Yorkshire noch auf meiner Bucket-List hab.

Serien:

  • White Lotus S3: Großartige Staffel, so viele tolle/hassenswerte Charaktere. Hätte für mich aber noch einen Ticken böser sein können.
  • Widow’s Bay: Großartige Miniserie für Fans des New England Coastal Town Horrors.
  • The Bear S5/Serienende: Ich weiß nicht, es war filmisch schon sehr gut gemacht, aber irgendwie war für mich die Luft raus. Das Ende war ok, aber nichts, woran ich mich noch lange erinnern werde.
  • House of the Dragon S3: Ich finde das Casting ziemlich unglücklich, kann die Figuren und ihre Beziehungen kaum unterscheiden, vor allem die blondhaarigen Männer sind irgendwie generisch austauschbar. Aber ich mag Matt Smith und diese äh Rhaenyra oder so, deswegen schaue ich es noch weiter.
  • Sweet Magnolias S5: Endlich geht meine guilty pleasure Serie zum chillig nebenbei schauen weiter. Ich liebe einfach diese vollkommen unrealistische Kleinstadt-Romantik. Aber meine Güte, wieviel Alkohol trinken diese Frauen eigentlich.
  • Star City S1: Die Existenz dieses Spinoffs zu For All Mankind ist an mir völlig vorbei gegangen, bis ich mal zufällig beim Scrollen drüber stolperte. Ich war sehr skeptisch, ob mich eine auf die UdSSR fokusierte Story abholen kann, aber tat sie dann doch. Die Schauspieler:innen sind toll, es gibt kleine easter eggs und die Kulisse ist einfach gelungen, die Möbel habe ich teilweise wiedererkannt, weil meine polnischen Großeltern sie auch hatten.

Filme:
Nur Maternal Instinct gesehen, spannend und die Sensationslust befriedigend, aber letztendlich wünschte ich, ich hätte es nicht gesehen und bin da sehr im Zwispalt, ob man solche Dokus drehen sollte, auch wenn die Betroffenen sicher wegen der finanziellen Kompensation erfreut waren.