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Eine weitere verkürzte Arbeitswoche liegt hinter mir, an die 4-Tage-Woche könnte ich mich gut gewöhnen. Nun zahle ich schon seit 1,5 Jahren in meine betriebliche Altersvorsorge ein und habe das erste Schreiben vom Versorger bekommen. Tatsächlich bieten sie einen (positiven) Zins von 4% und haben meine garantierte Rente etwas erhöht. Ich bin echt erfreut, da ich wegen der Rentenpanik schon Angst hatte, mit dieser Vorsorge einen Fehler gemacht zu haben. Mal gucken, was die nächsten Jahre bringen und ob sich mein positiver Eindruck weiter bestätigt. Ich spiele ja noch mit dem Gedanken, eine Einmalauszahlung zu nehmen und davon eine schnuckelige Wohnung in der Eifel zu kaufen…

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Köln – 3 Jahre

Mai 2013. Vor drei Jahren bin ich nach Köln gezogen. Zeit ein Fazit zu ziehen 😉

Von Düsseldorf nach Köln

Im Laufe meines Studiums führte meine Uni das NRW Ticket ein. Es ermöglichte kostenlos die Grenze nach Köln zu überschreiten. Köln war nicht weit weg von mir, gerade mal 30 Minuten Bahnfahrt, aber das Ticket wegen des Fahrzonenwechsels recht teuer. Das NRW-Ticket nutzte ich direkt, um Kontakte zur Kölner Pen & Paper Szene zu knüpfen. Schnell kam es zu regelmäßigen Verabredungen. So lernte ich die Stadt kennen und fand Gefallen daran. Ein Werkstudentenjob in einem der größten Unternehmen Kölns bestätigte meinen aufkeimenden Wunsch: „Hier will ich nach dem Studium leben und arbeiten“. Ok, es gab nicht nur einen aktiven Wunsch nach Köln zu ziehen, sondern auch den passive Drang der Flucht aus Düsseldorf. Zu viele Erinnerungen an eine traumatische Erfahrung, an den Verlust meiner kompletten Lebenswelt, ließen mir keinen Blick für die Zukunft. In Düsseldorf erinnerte mich alles und jeder an Vergangenes. Ich brauchte den externen Cut um einen internen machen zu können.

Köln Stadtwald
Kölner Stadtwald


Weg.

Andere beenden erst ihr Studium, suchen dann einen Job und ziehen dafür um. Ich zog in meinem letzten Master-Semester nach Köln, weil ich dort definitiv wohnen wollte. Etwas riskant für jemanden mit einem Master in Geisteswissenschaften und somit einem Marktwert von -100 Sternchen. Tatsächlich fand ich eine günstige und zentrale Wohnung. Der Lebensunterhalt war teurer als in Düsseldorf, aber dank Bafög und zwei gut bezahlten Nebenjobs hatte ich ausreichend Geld. Ganz schön war, dass ich einige Zeit später mit meinem Freund zusammen kam.

Kölner Domtreppe
Die Domtreppe (C) Pixabay.com

3 Jahre.

Mit besagtem Freund lebe ich nun in einer gemeinsamen Wohnung in meinem Lieblingsviertel nahe am Stadtwald, zentral, aber ruhig. Genau wie ich es mag. Auch Nachwuchs hat sich eingestellt: aus anfangs vier Meerschweinchen sind mittlerweile neun geworden. Ein Zusammenspiel aus Einsatzbereitschaft, Zufall und meinen verqueren Kompetenzen hat mir einen tollen Job beschert. Meine Arbeitsstätte liegt auch noch so zentral, dass ich die Mittagspause im Sommer ab und zu auf der Domtreppe verbringe,  mit einer Tüte Pommes. Ich bin noch immer erstaunt, dass mein Plan „Leben und Arbeiten in Köln“ letztendlich aufgegangen ist. Es kann auch mal gut laufen 🙂

Terrasse
Hauseigene Terrasse, ein Stück grünes Glück.


„Düsseldorf ist die schönere Stadt, Köln die lebenswertere.“

Das habe ich neulich in einem Artikel im Kölner Stadtanzeiger gelesen und kann das so unterschreiben. Düsseldorf ist schön, vor allem sauber und organisiert, aber was macht Köln lebenswerter? Die Möglichkeiten. Es gibt ständig kulturelle und kulinarische Veranstaltungen, wie das Street Food Festival, Robodonien oder das Sommerfest meiner Meerschweinchen-Notstation, viele (OV)-Kinos und Restaurants, Konzerte, dazu zig Wandermöglichkeiten in und um Köln.

Düsseldorf Altstadt
Was ich vermisse: das düsseldorfer Rheinurfer


Rheinländer.

In Düsseldorf habe ich mich fast ausschließlich in etablierten Strukturen – Cliquen – bewegt, wo ich immer die Fremde in der Gruppe war. Ich wusste nicht, wie ich es schaffen sollte, jemals anzukommen, da mir schlichtweg die Historie fehlte, die für viele so wichtig ist. Man kennt sich seit Ewigkeiten und darum dreht sich der soziale Kreis, wie man es von Dörfern kennt. Das ist absolut nicht mein Ding.

Aber ähnliches gibt es auch in Köln. Einige Kölner erleiden einen Gehirnkrampf, wenn man ihnen sagt, man sei aus Düsseldorf. Bei den ersten Malen lachte ich noch aus Höflichkeit, auch wenn ich mich unwohl fühlte. Mittlerweile gebe ich mich mit solchen Leuten nicht mehr ab. Eine herablassende Aussage als Witz verpackt bleibt herablassend.  Aber natürlich sind nicht alle Kölner so unfreundlich. Ich habe insbesondere an meinen Kölner Arbeitsplätzen viele „Ur-Kölner“ getroffen, die einfach nur erfreut waren, dass man ihre Stadt mag und extra hierhin gezogen ist.

Diese Abwertung habe ich in die andere Richtung nie so krass erlebt. Die meisten Düsseldorfer, die ich kenne, finden Köln cooler als Düsseldorf. Der Düsseldorfer wertet eh am liebsten seinesgleichen ab, wenn sie in den falschen Vierteln wohnen. „In Eller stirbst du schneller“ oder „Oberbilk? Das ist ja voll asi!“ hört man da oft.  Meistens kennen die Leute noch nicht mal besagte Viertel und sind sowieso nicht viel herumgekommen. Also, ähnlich wie bei den Kölnern, die herablassende Sprüche von sich geben. So sind sich die Städte und ihre Bewohner sehr ähnlich 😉 Doch Köln hat einen Vorteil: hier gibt es viel mehr Zugezogene.

Kölner Rheinufer
Kölner Rheinufer (C) Pixabay.com


Gemeinsam fremd.

In Köln fällt es mir leichter neue Kontakte zu knüpfen. Das mag wohl daran liegen, dass hier so viele Leute herziehen und dementsprechend es nicht fremd ist, fremd zu sein 🙂 Aktiv nach neuen Kontakten zu suchen ist normal und man findet schnell zusammen. Mittlerweile haben wir einen netten Freundeskreis, mit dem man sich prima zum Brettspielen, Plaudern und Essen treffen kann. Tatsächlich sind die meisten Zugezogene, was ich persönlich sehr angenehm finde. Ich mag es Leute mit unterschiedlichen Erfahrungshorizonten kennenzulernen und bin endlich mal nicht diejenige, die heraussticht, weil sie nicht 20 Jahre am gleichen Ort gelebt hat. Ich fühlte mich zum ersten Mal seit langer Zeit nicht mehr als Außenseiter und Freak.  Das tat verdammt gut. Ich weiß noch, wie ich anfangs (innerlich) tanzend durch Kölns Straßen gegangen bin mit dem Gedanken „Hier weiß niemand wer du bist“. Ein wunderbar befreiendes Gefühl 🙂

Auf weitere 3 Jahre, und mehr.

Köln feiert viertägige Sauforgien unter dem Deckmantel von Kultur, hat die längsten Ampelphasen der Welt, schreckliche Autofahrer, einen fehlgeplanten Nahverkehr; die Stadt ist korrupt und dreckig. Ja, es geht besser und schöner. Trotzdem lebe ich hier verdammt gerne und bin sehr froh, hier meine Hobbys ausleben zu können und auch als introvertierter und komischer Mensch Anschluss finden zu können. Ich habe schon an vielen Orten gelebt, Köln bietet mir eindeutig die beste Lebensqualität.

2015 Köln nach GewitterOb ich hier für immer bleibe steht in den Sternen, ich liebäugele insbesondere mit dem ländlichen Umland in der Eifel.  Vorerst jedoch bleibt Köln meine selbst gewählte und gestaltete Heimat. Hier lebe ich gerne.

 

 

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2016 51state preorderEine sehr anstrengende Woche liegt hinter mir. Eine Mischung aus den hohen Temperaturen, Stress und Unwohlsein führte zu Dauerkopfschmerzen, die  am Dienstag in einem heftigen Migräneanfall endeten. Jedes kleine Geräusch und jedes Licht verursacht dann Schmerzen im Kopf.  Noch toller wurde es, als sich zusätzlich mein restless-legs-syndrom meldete. Schön, wenn die Migräne einen immobil macht, aber das RLS zu Bewegungszwang führt….naja, zum Glück kommen solcherlei heftige Anfälle nur alle paar Monate vor. Meinen wichtigen Termin vorher konnte ich trotzdem gut über die Bühne bringen, obwohl mich technischer Störungen (ich konnte 30% der Internetseiten nicht aufrufen, obwohl es ein Stockwerk höher im Arbeitsnetzwerk ging…), ärgerten. Am Ende gab es noch ein nettes Gespräch und ich war ganz zufrieden.

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Aus dem Leben gegriffen