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Eclipse Raumschiffe der PlantaDiese Woche war aufgrund der hohen Temperaturen sehr unschön für mich. Ich hoffe, der Hochsommer hat jetzt sein Ende gefunden. Als Ausgleich war das Wochenende dafür um so schöner. Den Samstag verbrachten wir mit einem Grill & Play. Nach einem Jahr Abstinenz landet endlich wieder mein Liebling Eclipse auf dem Tisch, diesmal mit der Erweiterung Shadow of the Rift. Ich habe diesmal die Planta gespielt. Die neuen Schiffe aus dem Ship Pack One (siehe obiges Foto meiner Planta-Schiffe) haben alle sehr begeistert. Zwei meiner Mitspieler spielten die neuen Rassen aus der Erweiterung. Die gefielen mir richtig gut und nächstes Mal werde ich mich an einer versuchen. Das Spiel hat sehr viel Spaß gemacht, was auch daran lag, dass unsere Mitspieler ähnlich wie wir keine „Overthinker“ sind und damit die Runden flüssig und zügig voran schritten. Am Ende erreichte ich den zweiten Platz, alles aber sehr knapp und damit umso erfreulicher für alle. Zum Abschluss des Abends gab es noch eine Runde Imhotep. Wie schon zu zweit ist das Spiel schön kurzweilig und auf einem moderaten Level knifflig. Schade, dass es nicht das Spiel des Jahres geworden ist, das hätte es meiner Meinung nach mehr verdient als Codenames (und ich mag Codenames sehr!).

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2016 Juli Omega 7Auch diese Woche wurde wieder viel gespielt, nach dem ernüchternden Debakel zu Falling Sky gab es wieder Grund zu Freude. Wir haben Level 7: Omega Protocol getestet, was in Fachkreisen recht selten Erwähnung findet und in Deutschland schwer zu bekommen ist. Angefixt hatte uns der Brettspiel-Veteran Tom Vasel, der dieses Spiel zu seinen Lieblingen zählt. Zurecht! Es ist ein spaßiger und schnell zu erlernender Dungeon-Crawler im Sci-Fi Setting. Der besondere Clou: ein Spieler kommandiert die Aliens. Das erste Szenario hat richtig Spaß gemacht (nur nächstes Mal nehmen wir nicht mehr die einfache Stufe, so war der Sieg für mein Einsatzkommando recht unproblematisch) und ich freue mich auf weitere Partien. Vielleicht gefällt es mir auch so gut, weil es keine Erfahrungspunkte und Co gibt. Rein, Aliens killen und wieder raus 😀

Level 7 Omega Protocol
Restaurant Yamas

2016 Juli Imperial SettlersAm Wochenende waren wir Freunde besuchen. Es ging natürlich wieder zum Supergriechen Yamas nach Bochum, wo wir uns mit köstlichen Mezédes den Bauch voll schlugen. Sehr empfehlenswert, auch für Leute, die sonst keine Tapas und ähnliches mögen. Jedes Gericht ist für sich schon total lecker, aber noch schöner, wenn man verschiedenes ausprobieren und teilen kann. Gespielt wurde Imperial Settlers, was bis zum Schluss verdammt spannend blieb. Diesmal spielte ich mit den Barbaren und kam anders als sonst mit ihnen super zurecht. Übung macht doch den Meister, auch wenn ich nur auf dem dritten Platz landete.

2016 Juli Innovation

Enttäuschend fand ich die Erweiterung Echoes zu Innovation. Ich lag schon nach zwei Zügen sehr weit zurück. Das machte das Spiel sehr langweilig, weil es auch keine Chancen zum aufholen gab, wie es beim Grundspiel öfters der Fall ist. Die von mir gezogenen Echoes-Karten sowie die neu eingeführten Projekte entpuppten sich entweder als nutzlos oder einmaliger Booster, der für eine zweite Verwendung eher schädlich gewesen wäre.  Noch dazu nervte es mich, dass es nur eine neue Spielertafel gab, dh. man die mit den alten Regeln vor sich liegen hatte. Das Grundspiel ist wirklich klasse, aber die Erweiterung trübt den Spaß viel mehr als das es spannende Neuerungen reinbringt. Und ganz ehrlich, „Nudeln“ als Innovationskarte??

2016 ScytheEin Jahr gewartet, extrem gehypt und heiß begehrt: Sycthe. Es ist endlich angekommen! Zum Glück, denn es gibt auch Kölner, die es noch nicht haben. Ich bin extrem beeindruckt. Es ist eins der schönsten Spiele, die ich je gesehen hab. Das „echte“ Geld, die schönen realen Ressourcenmarker, die tollen Miniaturen, das ganze Layout. Außerdem war alles top eingepackt und die Spielbox ohne Macken.

Other news: ich binge-watche weiterhin die Gilmore Girls, für mich das erste Mal. Lorelai mag ich nicht wirklich, da war mir Lauren Grahams ähnliche Rolle in Parenthood sympathischer. Aber ich find Rory, Paris und Emily ganz toll. Und mag die Serie sowieso, auch wenn sie mich damals in deutscher Synchro überhaupt nicht ansprach. Außerdem hat Netflix letzte Woche die Serie Stranger Things online gestellt. Bisher habe ich zwei Folgen gesehen und bin schwer angetan. Steven Spielberg gepaart mit echtem Horror. Toll toll toll, endlich wieder eine spannende neue Serie!

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[Spiel] Falling Sky

…oder auch: Die Verzweiflung eines Linguisten.

Falling Sky: The Gallic Revolt Against Caesar  ist 2016 erschienen und gehört zu einer Reihe von Titeln aus der COIN-Serie von GMT. Es handelt sich dabei um sogenannte wargames, die verschiedene real-historische kriegerische Konflikte als Brettspiel aufarbeiten. Nicht das, was ich sonst so spiele, allerdings hatte ich schon grundlegendes Interesse daran wargames auszuprobieren.

2016 Juli Falling Sky Box

Falling Sky ist wirklich ansprechend aufbereitet. Die Komponenten sind qualitativ hervorragend, das Design schön, die mitgelieferten Regeln und Spielhilfen wirken kompetent. Für den Preis von 80 Dollar völlig okay.

In dem Spiel gibt es 5 Parteien, die um die Vorherrschaft in Gallien kämpfen. Die Römer, drei gallische Stämme und die Germanen. Die Germanen werde ausschließlich durch die Spielmechanik gesteuert. Die anderen 4 Parteien können von 1 bis 4 Spielern gespielt werden. Bei weniger als 4 Spielern übernehmen die Spieler entweder mehrere Parteien oder überlassen die Steuerung der Spielmechanik, ähnlich wie bei den Germanen. Sofern es sich nicht um ein Coop-Spiel wie Zombicide handelt, finde ich es grundsätzlich blöd, mehrere Parteien zu spielen. Daher gefiel mir die Möglichkeit, dass man in Falling Sky die anderen Parteien der Spielmechanik überlassen kann.

Jede Partei hat eine eigene Siegbedingung, auch die Aktions-Fähigkeiten sind unterschiedlich. Grundlegendes wie marschieren, rekrutieren, besetzen und kämpfen können natürlich alle, aber in verschiedenen Nuancen und mit unterschiedlichen Spezialfähigkeiten. Die Siegbedingungen haben im großen und ganzen mit der Anzahl der kontrollierten Gebiete zu tun.

Kleines Highlight sind die Spielkarten. Sie bestimmen die Reihenfolge, in der die Parteien ihre Züge abhandeln dürfen.  Außerdem bieten sie spezielle Events an, die die Spieler ausführen dürfen. Die Karte, die in der nächsten Runde zum Zug kommt, ist immer aufgedeckt. So kann man geschickt taktieren, zum Beispiel passen, um in der nächsten Runde als erstes den Event ausführen zu dürfen. Außerdem: Winter is coming!

 

Je nach Szenario sind eine bestimmte Anzahl an Winterkarten im Kartendeck, bei deren aufdecken man eine besondere Phase abhandelt. Winter ist nicht die liebste Jahreszeit der Truppen, so müssen sie sich in ihre Lager zurückziehen oder verstärkt Ressourcen ausgeben. Darüber lachen die Germanen nur, die im Winter besonders stark wüten. Ein sehr toller Mechanismus, der für die eigene Strategie nicht zu verachten ist.

2016 Juli Falling Skys Szenario 1

So weit, so gut? Nein!

Betrachtet man ausschließlich das worüber ich bisher schrieb, gefällt mir das Spiel total. Leider muss ich ein „aber“ nachschieben: Die Regeln und Spielhilfen sind fehlerhaft und schlecht geschrieben. Ja, es gibt schlimmere Regelhefte blablabla. Bei einem teuren und dermaßen komplexen Spiel kann man aber nichts anderes erwarten als perfekt gestaltete Regeln. Auf den ersten Blick sieht auch alles super aus: ein Playbook, das als Tutorial fungiert, komplette Regeln und diverse Spielerhilfen. Man hat das Gefühl, vollständig umsorgt zu sein und sich kein zusätzliches Material ausdrucken zu müssen. Das Gefühl wird schnell getrübt.

Beginnen wir dabei, dass das Playbook krasse Darstellungsfehler hat: Regel X wird erklärt, auf Abbildung Y ist aber etwas anderes zu sehen. Wie soll ich so die Regeln lernen, wenn sich Dinge widersprechen? Ok, man lädt die Errata von Boardgamegeek runter und stellt fest, dass es auch im Regelheft Fehler gibt. Die Spielerhilfen sind nicht besser. Beim näheren Hinschauen findet man eine bunte Mischung aus Formatierungen (die für mich nach dem 10. Blick auch keinen Sinn ergaben) gepaart mit etwas nonsense English. Vielleicht hat man versucht Platz zu sparen oder kurz und prägnant zu formulieren. Das ist nicht gelungen. Noch dazu stellten wir fest, dass auf der Spielerhilfe die Informationen zum Thema „Abhandeln von Kämpfen“ unvollständig sind. Das findet man aber erst raus, wenn man den Ablauf mit der Spielhilfe zum Thema „Kampf“ vergleicht oder es zufällig in den Regeln liest.

Die Idee mit den Bots, also den durch die Spielmechanik gesteuerten Parteien, ist ganz spannend. Dafür muss man einen Entscheidungsbaum konsultieren und abarbeiten. „Hat die belgische Partei mehr als drei Einheiten?“ Wenn ja dann X, wenn nein dann Y usw. Hier zeigte sich ein kleines Wörtchen namens „or“ als große Tücke. Ist es jetzt inklusiv oder exklusiv gemeint? Dazu kam wieder das schon bekannte nonsense English sowie einige fehlende oder nicht gut gesetzte Kommas. Es ist unglaublich anstrengend, bei zwei Spieler permanent zwei Bots abhandeln zu müssen. Ich will gar nicht wissen, wie sich das bei einem Solospiel anfühlt. Die Idee mit dem Entscheidungsbaum ist toll, aber sprachlich katastrophal umgesetzt.

2016 Juli Falling Sky

Fassen wir zusammen: dieses Spiel inkl. seiner Anleitung und den Spielhilfen hat im Produktionsprozess kein Außenstehender richtig getestet. Oder es waren Leute, die dazu tendieren, bei unverständlichen Texten (unbewusst) ihre eigenen Regeln zu erfinden. Vielleicht ist man nur als Linguist/Geisteswissenschaftler so pingelig, dass man darauf besteht, dass der Text die Vorgaben macht und nicht die eigene Interpretation. Denn es sind ja Regeln und keine lyrischen Sonette. Es nervt mich total, dass man im Prinzip für Falling Sky eine eigene Spielerhilfe schreiben müsste. Es nervt mich, dass das Bewegen der Bots unglaublich viel Zeit und Mühe kostet, so viel, dass man gar nicht in das eigene Spiel reinkommt. Es nervt mich, dass deswegen Falling Sky doch ausschließlich mit 4 Menschenspielern gespielt werden sollte, wir also wieder ein Pseudo-2-Spieler-Spiel vor uns liegen haben.

Fazit: Schade. Für Leute, die sich da richtig reinfuchsen wollen und ein Elefantengedächtnis für Regeln haben, ist das Spiel sicher geeignet. Wir haben es explizit als 2 Spieler-Spiel angeschafft, in der Realität funktioniert es aber nur mit 4 Spieler. Und bei der Spielerzahl greife ich lieber zu zig anderen Spielen, wo ich mich nicht mit fehlerhaften Spielhilfen rumplagen muss. Ich persönlich müsste mir nochmal eigene Spielerhilfen basteln, die sprachlich eindeutig, vollständig und fehlerfrei sind. Das ist mir die Mühe bei zig Alternativen schlichtweg nicht wert.

Aus dem Leben gegriffen