[Buch] Marianengraben

Paulas kleiner Bruder ist gestorben, das hat sie in eine tiefe Depression gestürzt. Dann lernt sie unter kuriosen Umständen den alten, etwas grantigen Helmut kennen, mit dem sie recht spontan einen Roadtrip unternimmt. Ich muss zugeben, dass mich zwar das allgemeine Thema „Tod und Sterben“ an dem Buch reizte, ich mir aber nicht so recht vorstellen konnte die Geschichte um einen Roadtrip, auch noch mit einem alten Mann, interessant zu finden. Aber da ich Jasmin Schreiber (@LaVieVagabonde) gerne auf Twitter lese, habe ich ihr Buch kurzentschlossen gekauft und dann sofort verschlungen. Der Roadtrip war mal gar nicht so langweilig und Helmut irgendwo doch ganz sympathisch, auch wenn er sich größte Mühe gab es nicht zu sein. Naja und dann war da noch eine süße Hündin. „Marianengraben“ war unterhaltsam, an manchen Stellen sehr witzig, an anderen Stellen sehr traurig, einfach rund um gelungen. Deutschsprachige Belletristik kann ja doch ganz toll sein!

[Buch] The Loneliest Girl in the Universe

Ich war begeistert von The Quiet at the End of the World und habe daher direkt ein weiteres Buch von Lauren James gelesen, das zwei Jahre älter ist, aus 2017. The lonelist girl in the universe ist Romy Silvers. Sie ist 16 Jahre alt und die einzige Überlebende auf einem Raumschiff, das die Besetzung zu einem neuen habitablen Planeten führen soll. Doch diese Reise soll Jahrzehnte dauern und Romy muss alleine das Schiff überwachen. Überglücklich erhält sie die Nachricht, dass sich ein weiteres, schnelleres Schiff auf dem Weg gemacht hat und schon in einem Jahr sich ihr anschließen soll, an Bord der charmante junge Mann J.

Ich empfand bei The Loneliest Girl sowohl den Schreibstil als auch die Erzählung als deutlich unausgereifter als bei The Quiet. Aber großer Pluspunkt: die Spannung war stellenweise kaum zu ertragen, sodass ich schnell weiterlesen musste und mich nur der Gedanke etwas beruhigte, dass das Buch vermutlich gut ausgehen wird. Die Auflösung empfand ich leider als etwas überzogen und unrealistisch. Aber ich glaube, der Autorin war es wichtiger eine bestimmte Botschaft rüber zu bringen, die vor allem eher Leserinnen im Teenager-Alter anspricht.

Das Buch hat von der Erzählung her einige Schwächen, aber im Endeffekt fühlte ich mich durch den starken Spannungsanstieg und das unterschwellige Gefühl der Bedrohung sehr gut unterhalten. Man sollte nur nicht zu viel Space-Sci-Fi erwarten, das Setting ist hier eher zweitrangig.

[Film] Passengers

Über den Film habe ich nur schlechtes gehört und kann sagen, dass das nicht übertrieben war. Als „Liebesfilm“ betrachtet ist der Passengers eine Katastrophe, als Sci-Fi-Film so naja mit vielen Logiklücken. Ein Generationenschiff macht sich auf die 90jährige Reise zu einem anderen Planeten, ein white dude wacht aus Versehen früher auf. Es gibt kein Protokoll für diesen Fall, denn „es ist ja noch nie passiert, dass jemand aus Versehen zu früh aufwacht!!!“. Titanic lässt grüßen. Und natürlich gibt es keine Möglichkeit, sich wieder in Tiefschlaf zu legen, wer braucht schon Rettungsboote. Nach einem Jahr hat der Wahnsinn und die Einsamkeit den white dude so gepackt, dass er die Schlafkammer einer Passagierin, in die er sich aufgrund ihrer Videobotschaften verliebt hat, manipuliert und sie aufwachen lässt. Natürlich sagt er ihr nichts und das ist noch nicht der traurige Höhepunkt dieser Horrorlovestory, die nur so vor toxischem Dude-ism trieft. Immerhin eine Sache an dem Film hat mir gefallen, das Raumschiff, welches eher einem riesigen Kreuzfahrtschiff gleicht und eine Fülle an Unterhaltungsangeboten bietet. Denn die Reisenden werden ein paar Wochen vor der Ankunft (wieso eigentlich…ach lassen wir das) bereits geweckt und wollen dann bespaßt werden. Und Michael Sheen als Androide war sehr putzig.

(Hätte man den Film um Jennifer Lawrence‘ Charakter zentriert, wäre das vielleicht etwas geworden: Eine Autorin, die eine 90jährige Reise zu einem fremden Planeten aufnimmt, auf der Reise fast von einem white dude umgebracht wird, den Planeten erreicht, dort lebt und schließlich nochmal 90 Jahre zurück zur Erde fährt, um von diesem Planeten zu berichten und gleichzeitig eine ihr unbekannte Erde vorzufinden. Naja, nächstes Mal vielleicht.)